Xanten: Ilse Falk lebt seit 44 Jahren in Obermörmter

900 Jahre Obermörmter : Z wie Zugezogene: Ilse Falk

Die Bauernschaft Obermörmter hat etwa 400 Einwohner. Eine davon ist die ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Ilse Falk.

(hk) Alteingesessene gibt es im Obermörmter-Lexikon von Hans Gerd Krämer nicht. Wer in der Dorfbroschüre des Vereins „Obermömter Aktiv!“ unter Z nachsieht, findet aber das Wort Zugezogene, die so definiert werden: „Neubürger, die keine alten Beziehungen zu Obermörmter haben.“ Und das schließt das A wie Alteingesessene ein.

Wo wir Ilse Falk einordnen dürfen, ist demnach zumindest schwierig. Die heutige Vorsitzende des Vereins „Obermörmter Aktiv!“ kam schließlich „erst“ vor 44 Jahren nach Obermörmter. Falk stammt aus Bevensen, besuchte das Gymnasium, machte eine Gartenbaulehre, und als sie und ihr Mann, der sich als Vermessungsingenieur selbstständig machen wollte, von Baerl aus ein neues Zuhause suchten, half ihnen die Xantener Stadtverwaltung. Falk zitierte vorsichtige Andeutungen von Stadtdirektor Heinz Trauten und Alwin Laux: „Wir haben da gerade noch eine alte Schule. Die will niemand haben…“

„Wir haben es nie bereut“, sagt Ilse Falk, für die „Ruhe“ immer schon ein Fremdwort war. Sie war Presbyterin der evangelischen Kirchengemeinde Xanten-Mörmter, Ratsmitglied in Xanten. Ab 1990 19 Jahre lang Bundestagsabgeordnete. Sie war Mitglied im CDU-Bundesvorstand, Parlamentarische Geschäftsführerin und stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Und sie war (natürlich) auf CDU-Kreisebene aktiv.

Heute ist sie 74 Jahre alt und genießt das Leben – auch vor allem mit ihren drei Enkeln im großzügigen Haus der ehemaligen Volksschule mit dem alten Klassenraum. Auch wenn es eben auch bisweilen „hakt“ im Dorf. „Den Busfahrplan mit seinen vielen Anmerkungen, wie er wo und wann auf welcher Strecke fährt, versteht immer noch niemand.“ Und: „Wir kommen zur Schule nach Marienbaum, nach Xanten. Aber zum Beispiel nur dann zur Lüttinger Grundschule, wenn die Kinder umsteigen.“

Oder der im Ort fehlende Versammlungsraum. Da hatte die Stadt zwar mal zur Bürgerinformation ins alte Pfarrheim eingeladen. „Wir würden die Pläne gerne weiterverfolgen“, sagt Falk, „aber es ist schon schwierig.“ Und auf jeden Fall will sie die Kirche im Dorf lassen: „Wir brauchen sie als Ortsmittelpunkt.“

Das sehen auch die Petri-Schützen so, die am Samstag ihren neuen König suchen. Und am Sonntag dann die 900-Jahr-Feier. „Alle Vereine machen mit“, freut sich Falk: Schützen, Tambourcorps, Musikverein, Katholische Frauengemeinschaft und die Kirche. „Obermörmter Aktiv!“ koordiniert das Fest. Und vielleicht kommen ja dann auch viele „Neue“, hofft Ilse Falk, die den Ort wieder aufblühen sieht: Unter den gut 400 Einwohnern sind inzwischen wieder viele junge Familien. Und unter denen viele, die zurückgekehrt sind: „Das macht Mut.“