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Xanten: IGX lehnt Parkplatz-Verkleinerung ab

Stadtentwicklung in Xanten : Händler befürchten Verlust von Parkplätzen

Unter Xantens Gewerbetreibenden sprechen sich viele gegen den Vorschlag der Grünen aus, die Fläche an der Bahnhofstraße für eine Grünfläche zu verkleinern. Aber es gibt auch mindestens einen Befürworter.

Bei Händlern und Gastronomen der Xantener Innenstadt stößt der Vorschlag der Grünen, den Parkplatz an der Ecke von Bahnhofstraße und Westwall zu verkleinern, weitgehend auf Ablehnung. Das ist auf der Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Gewerbetreibender Xanten (IGX) am Dienstagabend im Schützenhaus deutlich geworden. Mehrere Unternehmer sprachen sich gegen die Parkplatz-Verkleinerung aus. Diesen Standpunkt habe die IGX auch in Gesprächen mit der Stadt und der Politik deutlich gemacht, sagte der Vorsitzende Ludger Lemken. „Wir haben ein klares Statement abgegeben, dass wir dagegen sind.“

Der IGX sei zugesichert worden, dass die Verkleinerung nur infrage komme, wenn auf dem Teil der Fläche, auf dem die Parkplätze wegfallen sollen, ein Spielplatz gebaut werden könne und die Kosten überwiegend durch Fördermittel finanziert würden. Darüber lasse sich diskutieren, so Lemken. Aus Sicht der Gewerbetreibenden dürften aber keine Parkplätze wegfallen, ohne dass die Innenstadt einen Vorteil habe. Sollte das Gelände nur verkleinert werden, damit dort eine Grünfläche angelegt werde und nicht mehr, „werden wir Alarm schlagen“. Auch andere Gewerbetreibende äußerten sich in der Versammlung oder danach im Gespräch mit unserer Redaktion ablehnend. Die IGX ist ein Zusammenschluss Xantener Unternehmen.

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Innerhalb der Interessengemeinschaft gibt es aber auch andere Meinungen. Mindestens ein Gewerbetreibender aus der Innenstadt befürwortet den Vorschlag einer Parkplatz-Verkleinerung: Rolf Peter Weichold, Pächter der Kriemhildmühle, Ratsherr und Fraktionsvorsitzender der Grünen. In seiner kompletten Größe sei der Parkplatz an der Ecke von Bahnhofstraße und Westwall „nicht existenziell“ für die Innenstadt, sagte er in der Versammlung am Dienstagabend.

Es gebe Parkplatz-Alternativen, die für normal laufende Menschen von der Fußgängerzone in zehn Minuten zu erreichen seien. Als Gewerbetreibender habe er früher auch gedacht, Xanten brauche mehr Parkplätze. Aber mittlerweile sehe er es eher als Nachteil an, dass Parkplatzsuchende mit ihren Fahrzeugen durch die Straßen führen. Wenn es gelinge, die Innenstadt ärmer an Autos zu bekommen, gewinne Xanten an Attraktivität.

Hans de Fries vom gleichnamigen Café an der Kurfürstenstraße widersprach. Er hatte das Thema vorher unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes überhaupt angesprochen und damit die Debatte angestoßen. Vom IGX-Vorstand hatte er verlangt, dass dieser klar Stellung bezieht. Daraufhin hatte Lemken seine Haltung dargelegt. Als dann Weichold die Position der Grünen darlegte, antwortete wieder de Fries. Die Innenstadt lebe davon, dass sie von Menschen besucht werden könne, sagte er. Die Parkplätze am Bahnhof seien zu weit entfernt. Die Menschen wollten kurze Wege. Wenn die Wege zu lang seien, litten die Geschäfte, und wenn die Geschäfte litten, müssten sie irgendwann schließen, „dann haben wir eine traurige Innenstadt“. Er sei für Klimaschutz, bezweifle aber, dass es dafür notwendig sei, diesen Parkplatz zu verkleinern, um eine Rasenfläche zu schaffen.

CDU und Grüne hatten sich im Jahr 2020 darauf geeinigt, nach der Kommunalwahl zehn Themen umzusetzen. Dazu gehörte eine „Erweiterung des Kurparks“ und dafür die „Entsiegelung und Verkleinerung des Parkplatzes Bahnhofstraße / Ecke Westwall und die Schaffung eines breiten Grünstreifens entlang des vorhandenen Fußweges“. Die Verwaltung schlug dann vor, dass der hintere Teil des Parkplatzes weggenommen und darauf ein Wasser-Spielplatz errichtet wird. Die Kosten schätzte sie zuletzt auf 580.000 Euro Euro. Sie wollte prüfen, ob die Stadt dafür Fördermittel bekommen könnte.

Eine Investition über mehrere Hunderttausend Euro war aber nicht die Intention der Grünen, wie diese in den vergangenen Monaten mehrfach deutlich gemacht haben. Ein Spielplatz würde außerdem Folgekosten bedeuten, unter anderem für die Instandhaltung der Spielgeräte, sagte Weichold in der IGX-Versammlung. Er glaube auch nicht, dass ein Spielplatz mehr Besucher in die Innenstadt holen würde. Seine Fraktion und er haben deshalb einen neuen Antrag gestellt und fordern darin, dass der Kurpark am Westwall um „eine klimawirksame Grünfläche“ erweitern werde, die auf der Hälfte des Parkplatzes eingerichtet werden soll. Die Kosten schätzen die Grünen auf 30.000 Euro.

(wer)