Xanten: Hundehalter prügeln sich nach Streit

Attacke im Uedemer Hochwald : Streit zwischen Hundehaltern eskaliert

Ein Mann aus Kevelaer soll zwei Frauen nach einem Streit über das Anleinen von Hunden im Uedemer Hochwald angegriffen haben. Die Polizei ermittelt gegen ihn. Auf seine Spur kam sie durch eine der Frauen.

Im Uedemer Hochwald ist ein Streit zwischen mehreren Hundehaltern so sehr eskaliert, dass sich daraus eine Schlägerei entwickelt hat. Zwei Frauen aus Xanten-Marienbaum werfen einem Mann aus Kevelaer nun vor, dass er sie angegriffen und eine von ihnen auch verletzt hat. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den Hundehalter, weil er mit Schuhen auf eine der Frauen eingetreten haben soll, wie eine Sprecherin sagte. Für gefährliche Körperverletzung kann es eine Gefängnisstrafe von mehreren Monaten bis zu einigen Jahren geben.

Die Identität des Mannes war zunächst unbekannt gewesen. Auf seine Spur kam die Polizei offenbar durch eine der beiden Frauen. Sie hatte den Fall auf Facebook geschildert, ein Foto vom verletzten Bein ihrer Schwester veröffentlicht, den Mann grob beschrieben und um Hinweise gebeten. Daraufhin habe sich eine Frau mit Name und Anschrift des Mannes bei ihr gemeldet, berichtete sie unserer Redaktion. Zusammen mit ihrem Mann sei sie dann am Sonntag zu dem Hundehalter nach Kevelaer gefahren.

Das Bild zeigt Hämatome am linken Bein der Frau, die ihren Angaben zufolge durch die Attacke des Mannes aus Kevelaer entstanden sind. Foto: RP/Markus Werning

„Ich wollte überprüfen, ob es wirklich der Mann ist, bevor ich die Polizei rufe und es der falsche ist“, sagte die Frau aus Marienbaum. Sie habe zunächst mit dem Hundehalter gesprochen, bevor sie die Polizei gerufen habe.

Die Auseinandersetzung hatte eine Woche zuvor angefangen. Sie sei mit ihrer Schwester und ihren drei Hunden am Sonntag im Uedemer Hochwald spazieren gegangen, berichtete die Frau. Zunächst hätten sie die Tiere ohne Leine laufen lassen, bis ihnen zwei Männer mit mehreren Hunden entgegengekommen seien. Diese hätten ihre Tiere nicht angeleint, und einer der Hunde habe ihre Hunde angegriffen, erzählte die Frau. Sie habe daraufhin mit dem Mann über das Anleinen gestritten. „Nur Vollidioten leinen ihre Hunde an“, habe er gesagt. Plötzlich habe er ihre Schwester geschlagen und getreten – mehrmals. „So viel Aggressivität ist mir in einem Leben noch nicht begegnet“, berichtete die Frau. „Der war wie von Sinnen.“ Sie sei dazwischen gegangen, ohne von dem Mann getroffen zu werden, und habe ihm die Brille heruntergerissen, erst dann habe er aufgehört.

Zusammen mit seinem Begleiter und den Hunden habe er sich entfernt. Sie und ihre Schwester seien den Männern „mit etwas Abstand“ nachgegangen, um zu sehen, in welches Auto sie steigen – um das Kennzeichen zuhause der Polizei zu melden. Vor Ort hättten sie kein Handy gehabt. Der Mann habe sie bemerkt und sie mit einem Knüppel bedroht. „Den hat er mir vors Gesicht gehalten.“ Bald darauf sei er weg gewesen.

Noch am selben Tag habe sie den Mann bei der Polizei angezeigt, berichtete die Frau weiter. Aber sie habe keine Hoffnung gehabt, dass die Ermittler ihn ausfindig machen würden. Deshalb sei sie mit ihrem Mann regelmäßig am Uedemer Hochwald gewesen, um nach ihm Ausschau zu halten. Sie hätten auch Passanten nach ihm befragt. Zusätzlich bat sie über Facebook um Hinweise. Seitdem hätten sich bei ihr mehrere Frauen gemeldet, die mit ihren Hunden in dem Gebiet spazieren gingen und nun befürchteten, diesem Mann zu begegnen. Sie selbst habe nach dem Erlebnis ebenfalls Angst, allein mit ihren Hunden unterwegs zu sein. Der Uedemer Hochwald wird von vielen Hundebesitzern für Spaziergänge genutzt.