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Xanten: Hagelkreuzschule kehrt zum Regelbetrieb zurück

Rückkehr zum Regelbetrieb : Hagelkreuzschule steht in den Startlöchern

Ab Montag dürfen wieder alle Grundschüler täglich in den Unterricht. Daniela Hommen, Leiterin der Hagelkreuzschule in Lüttingen, freut sich darauf — ist sich aber auch des Risikos bewusst.

Xanten Mit gemischten Gefühlen bereitet sich Schulleiterin Daniela Hommen auf den Montag vor — nach monatelanger Pause werden wieder alle 270 Kinder gemeinsam in die Hagelkreuzschule kommen. In den vergangenen Wochen waren die Kinder immer nur tageweise zum Präsenzunterricht in der Schule. „Einerseits freuen ich mich riesig auf unsere Schüler. Andererseits mache ich mir Sorgen, dass die schnelle Öffnung in einem erneuten Lockdown enden könnte“, sagt sie. Denn das hätte Folgen für die Sommerferien, vor allem für Familien, die in den Urlaub fahren möchten.

Die Sorge teilt auch ein Familienvater, der nicht genannt werden möchte. Der 48-jährige hat zwei Kinder an der Hagelkreuzschule, eines in der ersten und das andere in der vierten Klasse. „An einem Ort, an dem so viele Kinder zusammenkommen, kann sich das Virus schnell verbreiten. Vor den Sommerferien wäre das ungünstig“, sagt er. Er hat die Kinder in den vergangenen Monaten betreut. Und war überrascht, wie gut der Unterricht zuhause geklappt hat. Jeden morgen frühstückte er mit seinen Kindern, danach arbeiteten sie an ihren Wochenplänen, er kontrollierte die Ergebnisse. „Die Schule hat schnell reagiert und sich an die Gegebenheiten angepasst. Wir wurden immer über die neuesten Änderungen informiert, und auch der Unterricht war gut organisiert.“ Kritik übt er nur an den Schulbehörden: „Man merkt, dass nicht alle dicht am Geschehen sind.“

Auf den ersten gemeinsamen Schultag ist die Hagelkreuzschule bestens vorbereitet. Dafür hatten Hommen und ihre Kollegen nicht viel Zeit. „Das war ein sehr sportlicher Zeitabschnitt für uns, die Umorganisation war aufwändig. Zudem stecken wir mitten in den Zeugnissen“, sagt sie. Die Klassenzimmer wurden wieder in ihren ursprünglichen Zustand gerückt — die Kinder dürfen jetzt wieder zu zweit an den Tischen sitzen und werden nicht durch den Sicherheitsabstand getrennt. Auch die Treppen sind nicht mehr durch Hütchen abgesteckt, die Laufwege werden nur noch durch Pfeile angezeigt.

Obwohl die Maßnahmen stark gelockert wurden, möchten Hommen und ihre Kollegen kein Risiko eingehen. „Ich bin immer noch ein wenig skeptisch, deswegen werden wir penibel auf die Regelungen achten“, sagt sie. Es sei wichtig, den Kindern immer wieder zu verdeutlichen, wie wichtig etwa das Händewaschen und das Tragen einer Maske seien. „Auch wenn die Kinder sich lange nicht gesehen haben, ist Knuddeln erstmal nicht erlaubt.“

Um große Ansammlungen zu vermeiden, werden für die letzten zwei Wochen vor den Ferien konstante Lerngruppen gebildet. Jede Klasse verbringt den kompletten Vormittag in ihrer Gruppe, unterrichtet werden sie bis auf wenige Ausnahmen von ihren Klassenlehrern. Bei den Klassen eins und zwei werden das vier Stunden am Tag sein, die Dritt- und Viertklässler werden fünf Stunden unterrichtet.

Besonderes Augenmerk legt Hommen auf die neuen Erstklässler. Ihr Schulstart nach den Sommerferien soll so normal wie möglich verlaufen — auch ohne Schnuppertag, an dem sie ihre Klassenlehrer kennen lernen. Da dieser in diesem Jahr ausfallen muss, sind die Schulleiterin und ihre Kollegen kreativ geworden: In kurzen Videos stellen sie sich und die Schule vor. „Ich bin zuversichtlich, dass unsere Erstklässler nach den Sommerferien ganz normal starten können“, sagt sie. Auch für die Viertklässler möchte sie die letzten zwei Wochen an der Grundschule zu etwas ganz Besonderem machen. Geplant ist eine kleine Abschlussfeier, auf der sich die Kinder von ihrer Schule und ihren Klassenkameraden verabschieden können.

Seine Kinder würden sich wahnsinnig auf die Schule freuen, berichtet der Familienvater. Die Zeit zuhause sei zwar für alle entspannt gewesen, doch das Spielen auf dem Pausenhof und die Klassenkameraden hätten gefehlt. Auch ist er sich bewusst, dass der Unterricht zuhause nicht bei allen Familien so reibungslos verlaufen ist wie bei ihm. „Ich kenne Kinder, die sich zuhause nicht so gut konzentrieren können. Oder die ihre Eltern nicht so respektieren wie ihre Lehrer. Damit das gelingen kann, sind die richtigen Umstände wichtig“, sagt er.

Dies sei eine der größten Herausforderungen des Homeschooling, bestätigt Hommen. Nicht alle Familien seien darauf vorbereitet, ihre Kinder zuhause zu unterrichten. Manchmal fehle das ruhige Umfeld, manchmal die technische Ausrüstung oder bei berufstätigen Eltern die nötige Zeit. Einen zweiten Lockdown schließt sie nicht aus — und versucht deswegen, noch besser auf zukünftiges Homeschooling vorbereitet zu sein. „Wir haben unser System von den Eltern und Kindern evaluieren lassen“, sagt sie. Mit ihren Kollegen wird sie nun besprechen, was gut und was weniger gut geklappt hat. „Wir müssen uns vor allem Gedanken machen, wie wir es schaffen können, den Lernstand bei unterschiedlichen Voraussetzungen zu halten.“