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Xanten: Grundschulen sollen wieder öffnen - Leiterin der Viktor-Grundschule reagiert ratlos

„Warum muss alles so schnell gehen“ : Grundschulen öffnen wieder komplett — Schulleiterin ist ratlos

Mitte Juni sollen wieder alle Grundschüler zum Unterricht kommen, kündigt das NRW-Schulministerium an. Es seien aber noch viele Fragen offen, sagt Martina Salewski, Leiterin der Viktor-Grundschule in Xanten. Auf sie wirke die angekündigte Schulöffnung unüberlegt.

Xanten Die Ankündigung des NRW-Bildungsministeriums, dass bald wieder alle Grundschüler zum Unterricht kommen sollen, stellt auch die Viktor-Grundschule in Xanten vor eine Herausforderung. Die Mitteilung habe sie mit vielen Fragezeichen gelesen, sagte Schulleiterin Martina Salewski am Freitag. „Ich verstehe nicht, warum auf einmal alles so schnell gehen muss.“ Innerhalb von zehn Tagen müsse sie jetzt komplett umplanen. „Wir haben unsere Klassenräume umgestellt und Mobiliar entfernt, um auf den Sicherheitsabstand zu achten. Der wird in der Mitteilung nicht erwähnt und scheint jetzt völlig unwichtig zu sein.“ Die nächste Woche würden sie und ihre Kollegen damit verbringen, die Schule wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu bringen, die Informationen an die Familien weiterzuleiten und einen neuen Stundenplan zu erstellen.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte am Freitagmorgen angekündigt, dass der Unterrichtsbetrieb an Grundschulen und anderen Schulen mit Primarstufe noch vor den Sommerferien wieder aufgenommen werden soll. Ab Montag, 15. Juni, werden also wieder alle Grundschüler in die Schule gehen – an allen Wochentagen, zwei Wochen lang, bis zu den Sommerferien. Die Landeselternkonferenz und Lehrergewerkschaften reagierten mit Kritik. Im Moment gehen nur Viertklässler in die Grundschulen. Für sie hatte der Präsenz-Unterricht Anfang Mai wieder begonnen, weil sie im Sommer auf weiterführende Schulen wechseln.

„Es fühlt sich so an, also habe es Corona nicht gegeben“, sagte Salewski. In vielen Punkten wirke die plötzliche komplette Öffnung der Grundschulen unüberlegt. Sie müsse auch erst klären, wer unterrichten könne: „Einige meiner Kollegen gehören zur Risikogruppe und dürfen nicht in die Schule kommen.“ Außerdem seien noch nicht alle Turnhallen und Schwimmbäder geöffnet, daher sei unklar, ob es Sportunterricht geben könne. „Ich warte jetzt auf die Antwort der Stadt.“ Wie man von Schulen verlangen könne, in so kurzer Zeit wieder auf Normalbetrieb zu schalten, könne sie nicht verstehen. „Wir müssen uns ja auch Gedanken darüber machen, welche Folgen das haben kann.“