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Xanten: Grüne sammeln 800 Zigarettenstummel ein

Am Bahnhof und im Kurpark in Xanten : Grüne sammeln Hunderte Zigarettenstummel auf

Als die Xantener Grünen zum ersten Mal losgingen, um Zigarettenstummel aufzusammeln, hatten sie am Ende 500 aufgehoben. Zwei Jahre später sind 800 zusammengekommen. Die Grünen fordern deshalb Aschenbecher an öffentlichen Mülleimern.

Die Grünen haben am Wochenende in Xanten wieder Zigarettenstummel aufgesammelt, die von Rauchern auf den Boden geworfen worden waren. Am Bahnhof und in Teilen des Kurparks seien insgesamt 800 Stück zusammengekommen, teilte Eberhard Ritter anschließend mit. In den Gleisen hätten mindestens noch einmal so viele gelegen, aber die hätten die Sammler liegen lassen müssen, weil das Betreten der Schienen verboten sei.

Es war das dritte Mal, dass die Grünen Zigarettenstummel aufgesammelt haben. Etwa 500 Kippen hatten sie im Herbst 2018 aufgehoben und rund 1000 im Herbst 2019. Am Samstag seien Andrea Langenberg, Bernd Verfuss und er etwa eine Stunde lang unterwegs gewesen, berichtete Ritter weiter. Danach seien sie zu dem Schluss gekommen, dass Zigaretten-Aschenbecher an den Bänken und den Papierkörben fehlten. Die Kommune seien gefragt, für Abhilfe zu sorgen. Denn wahrscheinlich warteten Menschen am Bahnhof auf den Bus oder den Zug, rauchten noch eine Zigarette und suchten dann hilflos nach einem Aschenbecher in der Nähe. „Aus der Not“ heraus würden sie ihre Kippe auf den Boden werfen. Es sei aber ein achtloses Verhalten, weil die Raucher nicht darüber nachdächten, dass sie mit den Kippenfiltern die Umwelt belasteten, kritisierte Ritter. In den Filtern seien Gifte wie Nikotin, Blei und Arsen, die ins Oberflächenwasser gelangen könnten. Es würde etwa zehn Jahre dauern, bis die Filter in der Umwelt verrotten. Im Wasser würden sie sich erst nach 150 Jahren zersetzen.

  • Ärgernis: Zigarettenkippen auf der Straße (Symbolbild).
    Antrag an Xantener Rat : 100 Euro Bußgeld für Zigarettenkippe gefordert
  • Kippen-Sammeln am Bahnhof: (v.l.): Eberhard Ritter,
    Forderung nach höherer Strafe : Weitere 1000 Kippen eingesammelt
  • Rund 500 Zigarettenstummel kamen bei der
    Sammelaktion im Xantener Kurpark : 500 Kippen an einem Vormittag

Ritter hatte vor zwei Jahren im Xantener Stadtrat eine Debatte über die Höhe der Strafe für das achtlose Wegwerfen von Zigarettenstummeln im öffentlichen Raum angestoßen. Die Politik sprach sich damals dafür aus, dass die Stadt den Rahmen für Verwarnungsgelder in diesen Fällen mit bis zu 55 Euro maximal ausschöpfen solle. Die Verwaltung hatte damals aber auch darauf hingewiesen, dass sie „über kein freies Personal verfügt, welches etwaige Verstöße kontrollieren und ahnden könnte“.

(wer)