Xanten: Gestaltungsbeirat nimmt Arbeit auf

Gestaltungsbeirat legt los : Damit Xanten noch schöner wird

Xantens Gestaltungsbeirat beginnt mit seiner Arbeit. Es gibt schon erste Projekte, um die sich die Fachleute kümmern sollen. Die Stadtverwaltung erhofft sich viel von ihnen.

Xanten Vier Männer und eine Frau beraten die Xantener Stadtverwaltung und die Bevölkerung ab sofort in Architekturfragen. Die fünf Fachleute bilden den neuen Gestaltungsbeirat. Öffentliche und private Bauherren können dem Gremium ihre Pläne vorlegen, bevor sie einen Bauantrag stellen. Es gehe aber nicht darum, dass jedes neue Einfamilienhaus von den Fachleuten bewertet werde, sagte Xantens Technischer Dezernent Niklas Franke. „Es geht um stadtbildprägende Bauwerke.“ Das könnten größere Vorhaben sein wie das Feuerwehrgerätehaus in Wardt oder die Erweiterung der Grundschule in Lüttingen, aber auch kleinere Projekte wie der Neubau am Klever Tor, sobald das alte Wohnhaus abgerissen ist.

Die Architekten werden dann die Unterlagen bewerten und dem Bauherren eventuell Verbesserungsvorschläge machen. Der Beirat entscheidet aber nicht über eine Baugenehmigung, er hat nur eine beratende Funktion. „Es ist kein Verhinderungsgremium“, sagte Bürgermeister Thomas Görtz, als er zusammen mit Franke die Fachleute vorstellte. „Aber wir hoffen, dass Bauprojekte durch die Beratung des Beirats besser werden.“ Dafür gebe es in vielen Städten Beispiele, sagte Friedhelm Terfrüchte, der im Gremium den Vorsitz übernommen hat. „Jedes Bauprojekt wird von einer eigenen Idee getragen, uns geht es darum, diese einzelnen Ideen in die gesamte Stadtidee einzuordnen“, erklärte Eva Reber. Auch Terfrüchte betonte, dass die Empfehlungen der Fachleute unverbindlich sein werden. „Wir können keine Weisungen erteilen.“ Er hoffe aber, dass Bauherren gern den Rat des Gremiums suchen werden. „Es hilft, wenn man in einen Austausch über ein Bauprojekt kommt.“ Nach Angaben der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen gibt es bereits in vielen Kommunen Gestaltungsbeiräte, unter anderem in Moers, Wesel, Kevelaer und Geldern.

Am Donnerstag verschafften sich die Beiratsmitglieder einen Überblick über Xanten. Görtz und Franke gingen mit ihnen zu Fuß durch die Innenstadt und fuhren mit ihnen in die Ortsteile. „Wir sind Punkte angefahren, wo in nächster Zeit etwas passieren wird“, sagte Görtz. Ein erstes Treffen hatte es bereits Ende Januar gegeben. Aber dabei besprachen die Beiratsmitglieder nur, wie sie zusammenarbeiten werden. „Im Dialog“, erklärte Terfrüchte. Fünf Mal pro Jahr werden sie sich treffen und jedes Mal mehrere Bauprojekte besprechen, die ihnen vorgelegt werden. Dafür erhalten sie jeweils eine Aufwandsentschädigung von 350 Euro pro Sitzung. Das erste inhaltliche Treffen ist für April vorgesehen.

Die Mitglieder des Beirates sind erfahrene Architekten und Landschaftsarchitekten. Sie üben ihren Beruf bereits seit vielen Jahren aus und bringen unterschiedliche Erfahrungen mit. Ihre Schwerpunkte liegen unter anderem in der Denkmalpflege, im ökologischen Bauen, im Wohnungsbau oder im Bau von Schulen, Kitas oder Feuerwehrgebäuden. Manche sind bereits Mitglied in Gestaltungsbeiräten anderer Städte, Robert Wetzels zum Beispiel in Moers. Alle kommen von außerhalb und dürfen keine Aufträge in Xanten annehmen, solange sie im Gestaltungsbeirat sitzen – dadurch sollen sie sich ihre neutrale Sicht von außen bewahren. Alle haben auch einen positiven Eindruck von Xanten. „Diese historische Substanz ist ein großer Schatz, den wir schützen wollen“, sagte Reber. „Viele Dinge liegen hier schon sehr gut“, befand Michael von Ooyen. Der Beirat werde daran arbeiten, „Xanten weiterzubringen“, versprach Terfrüchte.

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