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Xanten: Friederike Zoubaa schreibt Kinderbuch

Ehemalige Xantenerin schreibt Kinderbuch : Eine Eule findet das Glück

Friederike Zoubaa, die in Lüttingen aufgewachsen ist, hat ihr erstes Kinderbuch veröffentlicht. „Eule Weule und das Glück“ heißt es. Ihr Vater ist nicht ganz unschuldig an diesem Titel.

Es war einmal: So fangen alle Märchen an. So beginnt auch die Geschichte der kleinen Eule Weule in dem Kinderbuch von Friederike Zoubaa, geborene Ziwes. „Es war einmal eine kleine Eule, ihr Name war Weule und sie lebte im Wald. Gemeinsam mit Mama und Papa Eule wohnte es sich dort wirklich wunderbar. Eule Weule hatte ihren Namen nicht ohne Grund, denn sie liebte alle Wörter mit dem Buchstaben W.“

„Eule Weule und das Glück“ heißt das Erstlingswerk der 30-jährigen Autorin, die als sechstes von sieben Kindern einer Patchwork-Familie in Lüttingen aufwuchs, ihr Abitur 2009 in Haßloch in der Pfalz machte und ihre Liebe zur deutschen Sprache wie auch das Interesse an Eulen und der Vogelwelt ihrem Vater verdankt – einem Ornithologen und ehemaligen Deutschlehrer, der außerdem leidenschaftlicher Lektor ist und auch das Kinderbuch seiner Tochter gegengelesen hat, bevor es veröffentlicht wurde.

„Ich wollte immer eine Kindergeschichte schreiben“, erzählt Friederike Zoubaa. „Ich habe als Kind oft Sachen, die ich erlebt habe, im Kopf in Fabeln umgesetzt.“ Als sie vor drei Jahren einmal wieder zu Besuch beim Vater war, da habe sie nachts im Bett gelegen, „und plötzlich war die Geschichte da. Ich bin aufgestanden, habe angefangen zu schreiben.“ Im Zug habe sie dann weiter geschrieben, auf ihrem Handy, auf dem Rückweg nach Köln, wo sie seit 2009 lebt, Sozialwissenschaften studiert hat, als Texterin arbeitet und als Contentmanagerin für die Inhalte verschiedener Unternehmen auf deren Internetseiten zuständig ist.

Designerin Golnaz Zoleikani hat das Kinderbuch illustriert, das die Autorin ihrem Mann Amin und dem eineinhalb Jahre alten Sohn Lenno gewidmet hat. Ein Buch über eine kleine Eule, deren Hobby es ist, Worte zu sammeln und die auf der Suche nach dem Glück viele kleine Abenteuer mit ihren Freunden Fred Fledermaus, Theo Taube und Amin Albatros erlebt. Ein Buch, das sich an neugierige Kinder ab fünf Jahren richtet und ihnen den Spaß an der deutschen Sprache vermitteln will.

„Eule Weule und das Gück“: Auch am Titel des Buches ist der Vater nicht ganz unschuldig. „Er hat mich früher Eule mit Weule genannt.“ Und ihr ganz viel vorgelesen, aus Büchern unter anderem von Ottfried Preußler, Astrid Lindgren, Michael Ende. Und sie hat als Kind viele Kassetten gehört, „die Zahnfee hat immer eine neue Kassette gebracht“, erzählt sie und lacht. Die von „Jim Knopf und die wilde 13“ von Michael Ende zum Beispiel. „Die erste Folge war zu Ende, und ich musste auf die nächste Folge warten, bis wieder ein Zahn raus fiel.“

„Und sie tanzten und lachten, dass die Wale und Aale im Meer vor Neid fast ertrunken wären“: Eule Weule findet im Kinderbuch am Ende das Glück. Für Friederike Zoubaa hat Glück sehr viele Gesichter. Vor zehn Jahren habe sie in ihrer Wahlheimat Köln ihre beste Freundin kennengelernt, die beiden haben beim Glas Wein oder Bier oft darüber philosophiert, was Glück eigentlich ist. „Heute bin ich ein glücklicher Mensch, weil...“ hätten ihre Freundin und sie ihre täglichen Sprachnachrichten immer begonnen. „Glück“, sagt sie, „ist für mich mein Sohn, der am gleichen Tag Geburtstag hat wie ich. Gesund zu sein, privilegiert, eine tolle Familie und Freunde zu haben, in dem Land zu leben, in dem ich lebe.“ Zu wissen, dass sie Glück habe, auch das sei Glück.

Vor zwei Wochen war Friederike Zoubaa wieder einmal zu Besuch in ihrer alten Heimat Lüttingen. Und während der Vater mit ihrem Sohn Lenno auf dem Spielplatz war, kam ihr die Idee für eine neue Kindergeschichte. „Es geht um ein Tier, aber es ist nicht die Eule.“