Spendensammlung für Schule in Nigeria Xantener ermöglichen Licht zum Lernen

Xanten/Agbani · Der Freundeskreis Nigeria in Xanten hat Spenden für eine Photovoltaikanlage auf einer Schule in Westafrika gesammelt. Dadurch sollen künftig nicht nur Strom, sondern auch sauberes Wasser verfügbar sein. Der Dank ist groß.

 Am St. Joseph’s Institute in Enugu und in Agbani werden jeweils Kinder mit und ohne Behinderung sowie Straßenkinder unterrichtet (Archiv).

Am St. Joseph’s Institute in Enugu und in Agbani werden jeweils Kinder mit und ohne Behinderung sowie Straßenkinder unterrichtet (Archiv).

Foto: Freundeskreis Nigeria

„Mit unbeschreiblicher Freude haben wir die finanzielle Unterstützung für unser Photovoltaikanlagen-Projekt erhalten“: So beginnt ein Brief, den Klaus Wolfertz vom Freundeskreis Nigeria aus Xanten vor wenigen Wochen erhalten hat. Absender war Mike Chukwuma, der sich im Namen der zahlreichen Schülerinnen und Schüler des St. Joseph‘s Institute im nigerianischen Agbani bei den Mitgliedern des Freundeskreises und zahlreichen Spendern aus Xanten und Umgebung bedankt. Mehr als 10.000 Euro hatten zahlreiche private Spender in und um Xanten in kurzer Zeit dem Freundeskreis Nigeria für die Realisierung einer Photovoltaik-Anlage auf der Schule gespendet.

Da das Vorhaben auch der Schmitz-Stiftung, einer Fördereinrichtung der Bundesregierung für Entwicklungsprojekte, gefiel, erhielt der Freundeskreis im Mai auf einen entsprechenden Förderantrag einen positiven Bescheid über einen Zuschuss, mit dem die Xantener Spendensumme vervierfacht wurde. Exakt 40.290 Euro konnten so im Juni nach Abschluss der vertraglichen Formalitäten mit der Schmitz-Stiftung und den nigerianischen Projektpartnern nach Nigeria überwiesen werden.

Die Vorbereitungen für den Aufbau der Solaranlage auf dem Dach des St. Joseph‘s Institutes – einer integrativen Bildungseinrichtung mit Schwerpunkt Ausbildung für Jugendliche mit und ohne Behinderung sowie Straßenkinder – seien bereits angelaufen, erklärte Chukwuma in seinem Dankesbrief. Bisher gab es in dieser Schule weder Strom noch fließendes Wasser, wie Wolfertz berichtet. „Mit der nun ermöglichten Errichtung einer Photovoltaik-Anlage kann eine umweltgerechte, rentable sowie kostengünstige und dauerhafte Versorgung mit Strom für die 350 Schülerinnen und Schüler realisiert werden“, erklärt Wolfertz.

 Jugendliche mit Solarpanelen am St. Joseph’s Institute in Enugu.

Jugendliche mit Solarpanelen am St. Joseph’s Institute in Enugu.

Foto: Xantener Freundeskreis Nigeria

Neben der Solarstromnutzung für Beleuchtung, Ventilatoren, Klimaanlagen, EDV, Telekommunikation und vieles mehr wird auch der Alltag für die zahlreichen Internatsschülerinnen entscheidend erleichtert. Ein besonderer Clou der geplanten Photovoltaik-Anlage liegt darin, dass künftig nicht nur sauberer Strom, sondern endlich auch Trinkwasser verfügbar sein werden. Eine Wasserpumpe, die sauberes Wasser aus 70 Metern Tiefe fördern kann, kann dann verlässlich eingesetzt werden. „Bisher konnte sauberes Wasser aus dem Tiefenbrunnen, wenn überhaupt, nur sporadisch bei Funktionieren eines alten Dieselgenerators hochgepumpt werden“, erklärte Chukwuma in seinem Dankesschreiben, in dem er neben Umweltproblemen auch die Finanzierung des Treibstoffes als Problem benannte.

Wenn die nun anstehenden Beschaffungs- und Installationsarbeiten planmäßig verlaufen, ist die Inbetriebnahme der Photovoltaik-Anlage im Herbst 2023 geplant. Für den Spätherbst, voraussichtlich am 18. November, plant der Xantener Freundeskreis einen Afrika-Abend im Evan, dem Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde an der Kurfürstenstraße. „Mit diesem Abend mit Mike Chukwuma wollen wir uns bei allen Spendern herzlich bedanken“, sagt Wolfertz. Den Gästen werden nicht nur Informationen und Fotos zur Situation rund um das Solarprojekt in Agbani und die Situation in Nigeria geboten, sie dürfen sich auch auf ein köstliches afrikanisches Mahl, das von Mike Chukwuma und einigen fleißigen Helfern vorbereitet wird, freuen.

(hvh)
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