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Xanten: Flüchtlingsberater der Caritas legen erste Bilanz vor

Caritasverband Moers-Xanten : Flüchtlingsberater legen erste Bilanz vor

Der Caritasverband übernahm Anfang des Jahres die Aufgabe, Flüchtlinge in Xanten zu beraten. Nach den ersten acht Monaten legten die Mitarbeiterinnen einen Bericht über ihre Arbeit vor.

In Xanten leben zurzeit mehr als 170 Menschen mit einem Aufenthalts- oder Duldungsstatus. Mitarbeiter des Caritasverbands Moers-Xanten unterstützen sie bei der Integration und helfen ihnen bei Fragen zu Wohnung, Arbeit, Schule oder Führerschein. Diese Aufgabe haben sie Anfang des Jahres von der Diakonie übernommen. Im Sozialausschuss berichteten sie über die ersten acht Monate.

Zahlen Die Flüchtlings- und Migrationsberatung der Caritas hat sich in den ersten acht Monaten des Jahres um 179 Menschen in Xanten gekümmert. Darunter waren 52 Kinder, 53 Frauen und 74 Männer. In der Stadt leben zurzeit 177 Menschen mit einem Aufenthalts- oder Duldungsstatus. 92 haben eine Aufenthaltsgestattung, 52 werden geduldet, 35 haben eine Aufenthaltserlaubnis. Die Menschen sind verteilt auf mehrere Sammelunterkünfte und Wohnungen, die von der Stadt zusätzlich angemietet wurden. 2015 und in den ersten Jahren danach sei der Männeranteil unter den Flüchtlingen höher gewesen, inzwischen seien Familien nachgekommen, dadurch sei der Anteil der Kinder gestiegen, erklärte Dörte Dreher-Peiß vom Caritasverband Moers-Xanten.

Beratung Die Flüchtlings- und Migrationsberatung der Caritas hat zwei Büros: Das eine ist an der Karthaus, also in der Nähe der Verwaltung, das andere am Küvenkamp, am Deutsch-Lernzentrum und damit in der Nähe der dortigen Flüchtlingsunterkunft. Die Mitarbeiterinnen sind montags bis freitags zu erreichen. Zusätzlich gehen die Beraterinnen zu den Flüchtlingen, machen Hausbesuche und bieten eine Beratung direkt an den Unterkünften an. Gerade in der Corona-Zeit sei diese mobile Beratung wichtig gewesen, sagte Dreher-Peiß. „Dadurch konnten wir den Kontakt aufrechterhalten.“ Etwa zwei Drittel der Arbeitszeit seien Beratungsstunden, etwa ein Drittel bleibe für die Bearbeitung der Fragen im Büro.

Ziele Die Flüchtlingsberater wollen den Zuwanderern dabei helfen, sich zu integrieren, wie Dreher-Peiß erklärte. Dafür würden sie ihnen die Werte, Normen und Umgangsformen in Deutschland erklären. Durch diese Wissensvermittlung sollten die Geflüchteten eigenständiger werden. Die Beraterinnen würden ihnen bei der Eingliederung in Kita, Schule und Beruf helfen, ihre Sprachkompetenzen fördern, in Wohnungsfragen beraten und bei der sozialen Integration helfen, also bei der Suche nach Freizeit- und Kulturangeboten.

Kooperationspartner Die Flüchtlingsberatung der Caritas arbeitet mit vielen Partnern zusammen. Zum einen gehören dazu andere Beratungsstellen der Caritas zu Themen wie Wohnen, Senioren, Familie, Erziehung oder Drogen. Zum anderen arbeitet die Flüchtlingsberatung mit externen Partnern zusammen, unter anderem mit dem Sozialamt, dem Arbeitskreis Asyl, der Diakonie, dem Kreis, den Kommunen, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), der Ausländerbehörde, den Schulen, der Diakonie, dem Jugendamt, den Anbietern von Sprachkursen, Anwälten, Ärzten, dem Gesundheitsamt, der Caritaskonferenz, den Hausmeistern und vielen Ehrenamtlichen. Dreher-Peiß dankte allen für die Zusammenarbeit. Sie bat die Bevölkerung um weitere Unterstützung. „Ohne Ehrenamt werden wir unsere Arbeit nicht stemmen können“, sagte Dreher-Peiß.

Themen In der Beratung werden von den geflüchteten Menschen verschiedene Themen angesprochen, wie Dreher-Peiß erklärte. Mal gehe es um Finanzen, weil jemand durch einen Handy-Vertrag zu hohe Ausgaben habe, mal um rechtliche Fragen zur Aufenthaltsgenehmigung, mal um die Betreuung der Kinder, mal um die Frage, welche Voraussetzungen für einen Führerschein erfüllt werden müssen. Wohnen sei auch ein großes Thema. Sobald geflüchtete Menschen eine Aufenthaltsgenehmigung bekämen, seien sie eigentlich nicht mehr Bewohner der Unterkünfte, sondern könnten und müssten Wohnungen auf dem freien Markt mieten. Dann seien die Berater gefragt, bei der Suche und eventuell beim Gespräch mit dem Vermieter zu helfen.

Zwischenfazit Trotz der erschwerten Bedingungen durch die Corona-Krise im Frühjahr sei es den Beratern gelungen, die Zielgruppe zu erreichen, sagte Dreher-Peiß. Im Zusammenspiel mit Verwaltung, anderen Beratungsstellen und ehrenamtlichen Helfern hätten Brücken aufgebaut werden können. Dabei sei deutlich geworden, wie wichtig ein Netzwerk für eine gelingende Integration sei, also eine Zusammenarbeit verschiedener Partner. Die Verwaltung wurde von einem Ausschussmitglied gefragt, ob sich die Erwartungen der Stadt nach dem Wechsel von der Diakonie zur Caritas erfüllt hätten? Die Stadt sei mit der Diakonie nicht unzufrieden gewesen, die Zusammenarbeit mit der Caritas laufe aber sehr gut, sagte Michael Verhalen, Fachgebietsleiter Soziales und Beratung.