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Xanten: Feuerwehr bekommt neue Einsatzkleidung für besseren Schutz

Neue Einsatzkleidung für Xantens Feuerwehr : Besserer Schutz für die, die uns schützen

Xantens Feuerwehr bekommt für rund 380.000 Euro neue Einsatzkleidung. Die Jacken und Hosen haben mehrere Vorteile – und eine andere Farbe: Die Einsatzkräfte wechseln von Blau zu Gold.

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Xanten hat am Mittwoch ihrer neue Einsatzkleidung vorgestellt. Leiter Markus Windhuis stellte mit mehreren Kollegen die Jacken, Hosen und Stiefel vor. Dabei erklärten sie auch, warum die Einsatzkräfte nun einen Goldton tragen und nicht mehr das traditionelle Blau – wegen der Sichtbarkeit. Die Einzelheiten im Überblick.

Warum bekommt Xantens Feuerwehr eine neue Einsatzkleidung? Die alte ist schon einige Jahre alt. Die neue Einsatzkleidung entspricht aktuellen Standards, bietet den Feuerwehrleuten somit einen besseren Schutz bei der Brandbekämpfung und anderen Einsätzen. Außerdem war ein großer Teil der Feuerwehr im Sommer 2016 mehrere Tage nicht einsatzbereit, nachdem es stark geregnet hatte, die Frauen und Männer gegen das Wasser gekämpft hatten und ihre Kleidung anschließend gereinigt werden musste – eine Ersatzkleidung fehlte damals. Dadurch wurde deutlich, dass ein weiterer, kompletter Satz angeschafft werden müsste.

 Die Hosen sind an den Knien gepolstert, darunter sind reflektierende Leuchtstreifen eingearbeitet. Die Kleidung ist aus einem hitze- und flammbeständigen Material. Wenn die Feuerwehrleute komplett eingekleidet sind, sollen möglichst keine Rauchgaspartikel in den Anzug eindringen und von der Haut aufgenommen werden können.
Die Hosen sind an den Knien gepolstert, darunter sind reflektierende Leuchtstreifen eingearbeitet. Die Kleidung ist aus einem hitze- und flammbeständigen Material. Wenn die Feuerwehrleute komplett eingekleidet sind, sollen möglichst keine Rauchgaspartikel in den Anzug eindringen und von der Haut aufgenommen werden können. Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Was genau wurde jetzt angeschafft? Erstens: 200 Jacken und Hosen für den Brandeinsatz. Zweitens: 200 Jacken und Hosen für Einsätze zur technischen Hilfeleistung (diese Einsatzkleidung ist etwas leichter). Drittens: 200 Paar Schutzstiefel. Mit der neuen Kleidung können die aktiven Einsatzkräfte ausgestattet werden. Die Kosten summieren sich auf 382.000 Euro. Da die Stadt Xanten die Jacken, Hosen und Schuhe auf einmal kauft und die Anschaffung nicht über mehrere Jahre verteilt, kann sie die Ausgaben als Investition einplanen und über mehrere Jahre abschreiben. Nächstes Jahr sollen noch neue Helme folgen.

 Auf der Rückseite ist die Xantener Skyline zu sehen.
Auf der Rückseite ist die Xantener Skyline zu sehen. Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Welche Vorteile hat die neue Kleidung? Die neuen Jacken und Hosen sind leichter als die alten, lassen sich dadurch angenehmer tragen, gerade bei längeren Einsätzen. Trotzdem bieten sie denselben oder sogar einen besseren Schutz, da es auch bei den Materialien und deren Verarbeitung eine Weiterentwicklung gegeben hat. Zur Verdeutlichung zog Brandoberinspektor Marcel Schmidt den Vergleich mit der Fahrzeugindustrie: Ein Auto, das zehn, 15 oder 20 Jahre alt sei, könne auch fahren – aber ein heutiges Modell sei sicherer. Die neuen Jacken bestehen aus drei Lagen, leiten innen die Feuchtigkeit des Körpers ab und halten Feuchtigkeit von außen so gut es geht fern. Die Kleidung hält auch Stichflammen stand. Sie haben mehrere Taschen für Funkgerät, Lampe und leichtes Werkzeug. Die Leuchtstreifen sind bereits eingearbeitet. Bei den alten Jacken waren sie aufgenäht. Dadurch waren sie steifer als die neuen Modelle, in denen sich die Frauen und Männer besser bewegen können. Bei den Stiefeln wurde daran gedacht, dass die Einsatzkräfte hin und wieder zur Motorsäge greifen müssen – wenn sie zum Beispiel Bäume entfernen müssen, die durch einen Sturm umgefallen sind. Falls die Motorsäge dabei abrutscht, sollen die Stiefel die Füße und Beine zusätzlich schützen: In ihnen wurde dafür ein spezielles Garn eingearbeitet, das die Motorsäge stoppen soll.

Warum wechselt Xantens Feuerwehr die Farbe? Das Erscheinungsbild der Xantener Feuerwehr ändert sich mit der neuen Einsatzkleidung: Die Frauen und Männer tragen künftig goldfarbene Jacken und Hosen statt des traditionellen Blau. Das hat mehrere Gründe. Durch die helle Farbe sind die Einsatzkräfte in der Dämmerung und nachts besser zu erkennen, zum Beispiel für Autofahrer. Sie können sich aber auch untereinander besser sehen, wenn sie in ein brennendes Haus vorrücken und die Räume voller schwarzer Rauch sind. Die helle Kleidung heizt sich im Sommer aber auch nicht so schnell auf wie die dunklen Jacken und Hosen. Viele Feuerwehren wechselten deshalb ebenfalls die Farbe, sagte Schmidt.

Was sagen die Feuerwehrleute zur neuen Kleidung? Die neue Einsatzkleidung wurde am Mittwoch der Öffentlichkeit vorgestellt. Oberbrandmeisterin Kathrin Winkler und Brandoberinspektor Werner Schneider trugen die Jacken und Hosen dafür zum ersten Mal. Die Kleidung sei deutlich leichter als die alte und deshalb angenehmer zu tragen, lobte Winkler. Die Jacke sei kürzer geschnitten, dadurch bliebe sie im Einsatz beweglicher, erklärte Schneider. Die Hosen seien dagegen höher geschnitten, damit sich beide Kleidungsstücke weiterhin überlappen und keine Körperstelle frei sei, auch nicht, wenn sich jemand nach vorne beuge, erklärte Stadtbrandinspektor Markus Windhuis.