Xanten: FBI attackiert Daniel Ingendahl

Möglicher CDU-Bürgermeisterkandidat : Xantener FBI attackiert Daniel Ingendahl

Der mögliche CDU-Bürgermeisterkandidat soll sich für ein Mandat rechtfertigen.

In der Frage, wen die Xantener CDU als ihren Bürgermeisterkandidaten aufstellt, gibt es Kritik an Daniel Ingendahl. Die FBI wirft dem Anwalt vor, dass er in der juristischen Auseinandersetzung um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen an den städtischen Dienstleistungsbetrieb (DBX) einen Unternehmer vertritt, von dem die Stadt Schadenersatz fordert. Wenn ein Bürgermeister verpflichtet sei, alles zum Wohl einer Kommune zu tun, müsse das auch für denjenigen gelten, der sich für dieses Amt bewerben wolle, fordert Peter Hilbig, Fraktionsvorsitzender der Freien Bürger Initiative (FBI), in einer Pressemitteilung. Ingendahl dürfe den Unternehmer deshalb nicht vertreten.

Hilbig bezieht sich auf Angaben der Xantener Stadtverwaltung, die auch dieser Redaktion vorliegen. Ingendahl äußerte sich auf Anfrage zu dem konkreten Fall nicht. Unter Verweis auf seine anwaltliche Verschwiegenheitspflicht wollte er weder dementieren, noch bestätigen, dass er den Unternehmer vertritt. Grundsätzlich sagt er: Sollten sich die Mitglieder der Xantener CDU für ihn als ihren Bürgermeisterkandidaten im Kommunalwahlkampf 2020 entscheiden, werde er keine Mandate mehr annehmen und auch bestehende Mandate niederlegen, bei denen die Stadt Beteiligte des Verfahrens sei. „Aber zum jetzigen Zeitpunkt bin ich nur Anwalt.“

Ingendahl hatte im Juni angekündigt, dass er sich in der CDU als Bürgermeisterkandidat bewirbt. Er fordert damit Amtsinhaber Thomas Görtz heraus, der ebenfalls von den Christdemokraten aufgestellt werden möchte. Beide werden sich in den nächsten Wochen auf drei Podiumsdiskussionen der Öffentlichkeit vorstellen. Ende November wählen dann die CDU-Mitglieder den Bürgermeisterkandidaten der Partei für die Wahl im nächsten Jahr.

Im mutmaßlichen Schmiergeld­skandal um den DBX gehen Polizei und Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass es bei der Vergabe und Abrechnung von Bauprojekten in den Jahren vor 2015 zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. Damals waren Büros im Rathaus und private Wohnungen durchsucht worden. Nach den bisher vorliegenden Informationen laufen die Ermittlungen noch. Parallel dazu fordert die Stadt Schadenersatz von einem mutmaßlich beteiligten Unternehmer.