Xanten: Fahrer des Landrats entgeht womöglich einem Knöllchen

Im Halteverbot geparkt : Fahrer des Landrats entgeht womöglich einem Knöllchen

Die Angelegenheit entwickelt sich zu einem kuriosen Fall: Obwohl der Dienstwagen von Landrat Ansgar Müller in Xanten im Halteverbot stand, und dieser auch zugibt, dass sein Fahrer zweieinhalb Stunden dort parkte, hat die Stadt bisher kein Verfahren wegen der Sache eingeleitet.

Das könne sie nicht, weil ihr keine Anzeige vorliege, erklärte Bürgermeister Thomas Görtz. Zwar wurde der Dienstwagen fotografiert, und dieses Foto wurde auch verbreitet. Aber derjenige, der es gemacht hat, habe sich bisher nicht bei der Stadt gemeldet, sagte Görtz. Für ein Verfahren müsse die Stadt jedoch das Foto haben und der Fotograf müsse sich als Zeuge zur Verfügung stellen. „Sonst können wir nichts machen.“ Den Mitarbeitern des Ordnungsamtes sei der Wagen nicht aufgefallen, sie seien an diesem Tag anderswo im Stadtgebiet gewesen. „Sie können nicht überall sein“, so Görtz.

Am Samstag hatte in Xanten der Katastrophenschutztag stattgefunden. Auf dem Markt stellten Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Bundeswehr sich und ihre Arbeit vor. Müller besuchte als Landrat die Einsatzkräfte, er ist auch Chef der Kreispolizeibehörde Wesel. Sein Fahrer stellte den Wagen in der nächstgelegenen Straße ab, es war die Karthaus, obwohl dort ein absolutes Halteverbot gilt. Das Fahrzeug wurde fotografiert, das Bild kursierte noch am Wochenende bei Whatsapp – auch in Kreisen der CDU. Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte Müller am Montag, dass es sein Wagen ist, der im Halteverbot fotografiert wurde. Anschließend ging der Landrat mit dem Vorfall selbst an die Öffentlichkeit und schrieb auf Facebook, dass sein Fahrzeug natürlich dort nicht stehen dürfe. „Augen auf bei der Parkplatzsuche“, schrieb er dazu. Auf Nachfrage ließ eine Sprecherin mitteilen, dass die Strafe selbstverständlich derjenige bezahlen werde, der den Wagen geparkt habe – „sobald ein Knöllchen der Stadt Xanten eingeht“.

(wer)
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