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Xanten: Erkenntnisse des Umweltbischofs Rolf Lohmann beim Waldspaziergang

Rolf Lohmann im Uedemer Hochwald : Erkenntnisse des Umweltbischofs beim Waldspaziergang

Julian Mauerhof, Leiter im Regionalforstamt Niederrhein, zeigte Bischof Rolf Lohmann im Uedemer Hochwald die Folgen des Klimawandels.

Julian Mauerhof schreitet mit sicherem Tritt den kleinen Waldweg zwischen Farnen und stacheligen Sträuchern entlang. Der 40-Jährige ist als Forst­amtsleiter im Regionalforstamt Niederrhein in Wesel für rund 16.000 Hektar Wald verantwortlich. Im Uedemer Hochwald informiert er Rolf Lohmann, Weihbischof für den Niederrhein und Recklinghausen sowie Umweltbischof bei der Deutschen Bischofskonferenz, über den Zustand des Waldes in der Region.

Hinter einer Baumreihe öffnet sich eine große Fläche, auf der nur wenige hohe Bäume stehen und die ansonsten von Farnen überwuchert ist. „Hier sieht man die Folgen des Orkans Friederike, der im Januar 2018 schwere Schäden hinterlassen hat“, erklärt der Förster. Nach einigen Metern erreichen Mauerhof und Lohmann eine Ansammlung junger Bäume. Sie seien, so erklärt der Experte, in den vergangenen Jahren gepflanzt worden.

Es würden Jahrzehnte vergehen, bis sie ausgewachsen sind. „Die Früchte dieser Arbeit können erst von meinen Nachfolgern geerntet werden“, sagt Julian Mauerhof und spricht von einem „Generationenvertrag“ in der Forstwirtschaft. Denn er profitiere heute von den Bäumen, die ihrerseits vor vielen Jahren gepflanzt worden seien. Dabei wird deutlich, dass der landeseigene Wald nicht nur ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen und ein Naherholungsgebiet ist, sondern auch wirtschaftlich genutzt wird.

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Das habe durchaus auch einen positiven Effekt auf die CO2-Bilanz, wie Mauerhof dem Mann der Kirche darlegt: „Der Kohlenstoff, der in dem Baum gespeichert ist, bleibt im Holz über viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte gebunden, wenn es zum Beispiel zum Bau eines Dachstuhls verwendet wird. Verrottet der Baum, wird es hingegen wieder freigesetzt“, erklärt der Experte.

Doch der Zustand der Wälder bereite ihm große Sorgen, sagt der Forst­amtsleiter. Die Trockenheit der vergangenen Jahre habe vielen angestammten Bäumen zu schaffen gemacht. „Und der Starkregen der vergangenen Wochen kommt gar nicht bei den Wurzeln an“, betont der 40-Jährige, der selbst bereits in fünfter Generation in der Forstwirtschaft arbeitet. Allein seit 2019 sei der Grundwasserspiegel um einen Meter gesunken, zu tief etwa für eine Buche am Wegesrand. Dieser Baum stirbt“, erkennt der Fachmann.

Erschwerend hinzu komme der Befall durch den Borkenkäfer, dessen Larven auch im Uedemer Hochwald zu Zehntausenden ihr zerstörerisches Werk unter der Rinde vollbringen. Zahlreiche Bäume müssten deshalb gefällt und weggeschafft werden, in der Hoffnung, dadurch angrenzende Bestände zu schützen.

„Es hat ein Umdenken in der Aufforstung stattgefunden“, erläutert Mauerhof dem Weihbischof, „es werden nicht nur Nadelgehölze angepflanzt, sondern insbesondere Baumarten, die besser mit den veränderten Umweltbedingungen zurechtkommen.“

Im Gespräch während des Spaziergangs informierte sich der Umweltbischof aus Xanten auch über weitere Aspekte in Zusammenhang mit dem Lebensraum Wald, etwa den Einfluss der auch am Niederrhein einwandernden Wölfe und die Bedeutung der Waldflächen für die Naherholung. 

Bischof Lohmann bedankte sich am Ende für die Einblicke in die Forstwirtschaft. „Ich gehe oft im Wald spazieren oder fahre mit dem Fahrrad hier entlang. Vieles habe ich bislang nie bewusst wahrgenommen. Das werde ich nun mit ganz anderen Augen sehen“, sagte er. Künftig will er im engen Austausch mit dem Experten des Landesbetriebs Wald und Holz bleiben.

(RP)