Lesung am Equal Care Day in Xanten Wie die Arbeit im Haushalt verteilt ist

Xanten · Eva Brentjes, Sabine Reuß und Inga Jasper lasen im Café Glüxpilz Texte zum Equal Care Day. Es ging um die Frage, wie es bei deutschen Paaren mit der Verteilung der Kümmer-, Pflege- und Versorgungsarbeit aussieht und wie es um die Gleichberechtigung der Frauen steht.

 Sabine Reuß (stehend v.l.), Eva Brentjes und Inga Jasper bei der Lesung im Café Glüxpilz in Xanten. Rund 50 Frauen hörten interessiert zu.

Sabine Reuß (stehend v.l.), Eva Brentjes und Inga Jasper bei der Lesung im Café Glüxpilz in Xanten. Rund 50 Frauen hörten interessiert zu.

Foto: Armin Fischer (arfi)

Im Xantener Café Glüxpilz war kein einziger Platz frei, als die Referentin Eva Brentjes den literarischen Abend, bei dem auch die Gastgeberin Inga Jasper sowie die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Xanten, Sabine Reuß, als Leserinnen zum Thema „Who cares?“ (Wer kümmert sich?) mitwirkten, eröffnete. Gespannt hatten die 50 Frauen, die in kleinen Gruppen an gemütlich zusammengestellten Tischen Platz genommen hatten, auf diesen Moment gewartet.

„Die Veranstaltung war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft“, schaute Eva Brentjes bei ihrer freundlichen Begrüßung der Gäste zurück und brachte im selben Atemzug zur Sprache, dass die Wahl des Themas und des Tages mit dem 29. Februar, dem Tag des „Equal Care Day“, zu tun hätte. „Wie sieht es bei deutschen Paaren eigentlich mit der Verteilung der Kümmer-, Pflege- und Versorgungsarbeit aus, und wie steht’s um die Gleichberechtigung der Frauen?“ Diese Fragen standen im Wesentlichen im Mittelpunkt der Überlegungen und der Diskussionen der gut zweieinhalbstündigen Veranstaltung.

Die Zuhörerinnen spendeten reichlich Applaus. Der Tenor: eine gelungene Veranstaltung.

Die Zuhörerinnen spendeten reichlich Applaus. Der Tenor: eine gelungene Veranstaltung.

Foto: Armin Fischer (arfi)

Brentjes, Jasper und Reuß beleuchteten diese beiden Fragen im Verlaufe des Abends mit hervorragend zusammengestellten Passagen aus drei angesagten Büchern. „Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles! Was Eltern gewinnen, wenn sie sich den Mental Load teilen“: Aus diesem Buch der Autorin Laura Fröhlich zum Thema der besseren Aufteilung der Aufgaben in der Familie las Brentjes einige Passagen vor. In ihrem Buch zeichne die Autorin ihrer Leserschaft einen besseren Umgang mit der mentalen Belastung, die dadurch entstehe, dass ständig Aufgaben, die das Familienleben betreffen und für die sich hauptsächlich die Mütter zuständig fühlen, bedacht werden müssten, so EvaBrentjes.

Zu den Aufgaben, denen sich Eltern verpflichtet sehen, zählen nicht nur die Arztbesuche mit den Kindern, die Organisation von Kindergeburtstagen sowie das Kaufen von Geschenken und das Schreiben von Karten. Diese und viele andere Anforderungen, die das harmonische Leben in der Familie betreffen, sollen sich Väter und Mütter gemeinsam beziehungsweise wechselweise stellen. „Equal care geht nur gemeinsam“, darauf hatten die drei Frauen schon in ihrer Einladung aufmerksam gemacht.

Mit einem zwinkernden Auge kündigte Inga Jasper den Titel ihres Buches „New moms for rebel kids“ an. In diesem Beitrag kamen wichtige Begriffe wie Sozialisation, Rollenbilder, Patriarchat, Feminismus, Politik und Zukunft zur Sprache. Inhaltlich geht das Buch weit über Equal Care hinaus. Für Mütter und Väter gelte es, Rollen zu durchbrechen, die vorherrschenden patriarchalisch ausgerichteten gesellschaftlichen Strukturen zu überwinden.

Sabine Reuß nahm das Buch „Wir sind doch alle längst gleichberechtigt zur Hand“ der Autorin Alexandra Zykunov, die aktuell überall mit ihren Forderungen nach Gleichberechtigung laut wird, zur Hand. Zykunov bietet in ihrem Buch 25 „Bullshitsätze“ an, auf einen von ihnen „Frauen müssen viel mehr über Geld reden“, ging sie im Detail ein. Nach der Lesung konnten die Gäste die von der Xantener Dombuchhandlung bereitgestellten Bücher käuflich erwerben. „Wir freuen uns, dass die Dombuchhandlung uns zehn Prozent des Kaufpreises als Spende überlässt und wir diesen Betrag mitsamt dem Erlös aus dem Ticketverkauf der Beratungsstelle Frauen helfen Frauen Moers zukommen lassen können“, erklärte Brentjes. Für die Einrichtung befand sich Geschäftsführerin Sabine Kellner unter den Gästen. Sie richtete ein Dankeschön an die Initiatorinnen und an die Dombuchhandlung. „Das Geld kommt der Spendenkampagne ,Wir machen Mut, Ihre Spende noch mehr’ zugute“, erklärte sie.

Ihre Begeisterung für die Veranstaltung brachte die Xantener Logotherapeutin Alexa Willems mit den Worten „Was haben wir für tolle Frauen in Xanten“ zum Ausdruck. Die Gastgeberin kündigte eine Folgeveranstaltung im Herbst an – dann mit einem Mann in der Runde.

(hvh)
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