Xanten: Entdeckerforum wird im Archäologischen Park gebaut

Xanten : Archäologie zum Anfassen

Die Pläne sind abgesegnet, ab kommenden Jahr soll im APX ein Entdeckerforum für 7,4 Millionen Euro gebaut werden. Archäologische Methoden sollen vermittelt werden, auch eine Anbindung an das Magazin ist vorgesehen.

Noch dauert es ein wenig, bis die Bagger anrücken. Aber die Pläne liegen schon in der Schublade und warten auf ihre Realisierung. Quasi als Anbau des im Frühsommer erst fertiggestellten Verwaltungstrakts an der Bahnhofstraße, entsteht im Archäologischen Park Xanten (APX) voraussichtlich ab kommendem Jahr ein Entdeckerforum. „Hinter dem derzeitigen Magazin wurde extra eine Baulücke offen gelassen, dort wird der Anbau integriert“, erklärt Martin Müller, der Leiter des APX. 7,6 Millionen Euro wird der Erweiterungsbau kosten, zu 60 Prozent finanziert aus Mitteln des Landesministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung. Den Rest gibt der Landschaftsverband Rheinland (LVR) dazu. „Wir warten aber noch auf den Förderbescheid“, sagt Müller.

Das Entdeckerforum wird offenbar aber dringend benötigt. „Wir haben hier im Jahr knapp 7000 Führungen und können bei weitem nicht alle Anfragen annehmen. Daher sollen hier auch Bereiche entstehen, um noch mehr Menschen unsere Arbeit zugänglich zu machen.“ Heißt konkret: Im Erdgeschoss entstehen neben einem Kassenbereich museumspädagogische Räume. Im Obergeschoss soll ein insgesamt 510 Quadratmeter großer Ausstellungsraum Besuchern die archäologische Arbeit im APX näher bringen. Dieser lässt sich in zwei Bereiche teilen und kann bei Bedarf auch als Tagungsstätte genutzt werden. „Wir wollen zeigen, warum wir Funde aufheben, wie sie bearbeitet werden, wie sie gelagert werden“, erklärt Projektleiter Ralf Grüßinger, der gleichzeitig als wissenschaftlicher Referent im Römerpark tätig ist.

Das Entdeckerforum solle einen wichtigen Beitrag für die Wertschätzung der Archäologen vor Ort leisten, gleichzeitig aber auch die Teilhabe am kulturellen Erbe Xantens ermöglichen. Daher richtet sich der inhaltliche Fokus auf die wissenschaftlichen Methoden der Forschung. „Das alles soll interaktiv passieren. Die Besucher sollen selbst Archäologe ,spielen’“, sagt Grüßinger. „Wir wollen auch mit Klischees aufräumen. Archäologie ist keine Schatzsuche. Es geht nicht um das gefundene Objekt, sondern um dessen historischen Kontext.“ Damit ist auch die Rekonstruktion antiker Lebenswirklichkeiten gemeint.

Und die soll möglichst medial geschehen. „Wir werden in den Ausstellungsräumen viel mit neuen Medien wie Filmen, Projektionen, vielleicht auch Hologrammen arbeiten. Denn unsere Hauptzielgruppe bleiben Kinder und Jugendliche“ sagt Grüßinger. Zudem sollen Ausstellungen für Gruppen konzipiert werden, die dann in Teams arbeiten und sich einem Fund mit ihrem eigenen Ansatz nähern. Gleichzeitig wird das Magazin des APX an den Erweiterungsbau angeschlossen und auch in die inhaltlichen Planungen integriert. „Dort können wir zeigen, wie wir unsere Funde lagern und wie sie eigentlich geordnet werden.“

Bis man aber im APX in die Welt der Archäologie wird eintauchen können, dauert es noch ein wenig. Bei Baustart im kommenden Jahr wird mit einer Fertigstellung in 2020 gerechnet.