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Xanten: Energiekosten belasten den Haushalt der Stadt

Preise für Gas und Strom gestiegen : Energiekosten belasten Xantens Haushalt

Die Preise für Strom und Gas sind deutlich gestiegen. Das bekommt auch die Stadt Xanten zu spüren: Die Verwaltung muss deutlich mehr Geld dafür einplanen, damit in öffentlichen Gebäuden das Licht brennt und die Heizung läuft. Energiesparende Techniken sollen helfen.

Bevor die Politik am Dienstag über den Haushalt der Stadt Xanten für das laufende Jahr abstimmt, hat die Verwaltung den Entwurf noch einmal überarbeitet. Einige Ansätze mussten aktualisiert werden, weil neue Erkenntnisse zu den geplanten Einnahmen und Ausgaben für 2022 vorliegen. Dabei fallen zum Beispiel die Ansätze für die Energiekosten auf, weil sie innerhalb von nur drei Monaten noch einmal deutlich angehoben werden mussten – und ein Ende des Anstiegs ist noch nicht absehbar. Bürgermeister Thomas Görtz spricht von „dramatisch gestiegenen Energiekosten“, wodurch der städtische Haushalt eine „enorme zusätzliche Belastung“ von mehreren Hunderttausend Euro verkraften müsse. Ein Überblick.

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Wie hoch sind die Energiekosten der Stadt Xanten? Sie bezieht Strom und Gas von regionalen Anbietern. Die Kosten sind deutlich gestiegen. Allein für Strom muss sie 2022 voraussichtlich 490.000 Euro ausgeben, wie der städtische Dienstleistungsbetrieb (DBX) berichtet. 2019 waren es noch 286.700 Euro gewesen. In diesem Jahr werden es also wohl 70 Prozent mehr sein. Ein Grund dafür: Der Kilowattpreis sei in diesem Zeitraum von 3,02 Cent auf 17,348 Cent gestiegen, erklärt der DBX.

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Beim Gas sei der Anstieg noch stärker, berichtet der Dienstleistungsbetrieb weiter. 2019 habe die Stadt dafür 99.000 Euro ausgeben müssen, 2022 seien es voraussichtlich 249.000 Euro (plus etwa 150 Prozent), weil der Preis pro Kilowattstunde (kWh) von 1,72 Cent auf 8,05 Cent in diesem Zeitraum gestiegen sei.

Insgesamt rechnet der DBX also mit Ausgaben von 739.000 Euro in 2022 für Strom und Gas. Im Dezember 2021, als Kämmerer Stephan Grundmann den ersten Entwurf für den Haushaltsplan 2022 vorlegte, waren die Schätzungen noch niedriger gewesen. Aber wegen der steigenden Preise für Energie seien die Ansätze für die städtischen Gebäude innerhalb von drei Monaten noch einmal angepasst und um 182.000 Euro erhöht worden, berichtet die Verwaltung. Dabei seien die Zahlen im Dezember schon 250.000 Euro über den Vorjahresansätzen gewesen. Und für die nächste Zeit müsse mit einem weiteren Anstieg gerechnet werden. „Die jüngsten Ereignisse im russisch-ukrainischen Konflikt lassen nichts Gutes erahnen.“

Zur Einordnung: Der erste Entwurf für den Haushalt der Stadt sah insgesamt ein Defizit von fast 400.000 Euro in diesem Jahr vor. Durch Einsparungen, zusätzliche Einnahmen und das Verschieben von Investitionen und Sanierungen erwartet die Verwaltung jetzt einen leichten Überschuss. Insgesamt rechnet sie 2022 mit Aufwendungen von fast 55,1 Millionen Euro.

Wie hoch ist der Verbrauch der Stadt Xanten? Der DBX und die Verwaltung weisen darauf hin, dass der Verbrauch und damit auch die Kosten von mehreren Faktoren abhängen. Dazu gehören die Auslastung der öffentlichen Gebäude, das Nutzerverhalten und auch das Wetter. Die Verbrauchsdaten der vergangenen zwei Jahre seien aber „nicht wirklich repräsentativ“. Während der Corona-Pandemie habe es Gebäude-Schließungen gegeben, wodurch der Verbrauch einerseits gesunken sei. Andererseits sei er gestiegen, weil die Räume häufiger gelüftet worden seien, auch im Winter. Den Energieverbrauch einiger öffentlicher Gebäude zeigt der Info-Kasten.

Was unternimmt die Stadt, um den Energieverbrauch zu senken? Die Stadt investiere laufend in energiesparende Technik, um die CO2-Bilanz der kommunalen Gebäude zu verbessern, erklären Verwaltung und DBX. In den vergangenen Jahren seien zum Beispiel die Heizungsanlagen auf Hocheffizienzpumpen, die Lüftungsanlagen auf energiesparende Ventilatoren und ein Teil der Beleuchtung auf LED umgestellt worden. Außerdem seien die Heizungssteuerungen optimiert und die Außendämmung bei einigen Gebäuden verbessert worden. Neben dem Nutzen für das Klima sollen damit langfristig Energiekosten eingespart werden. „Auf diese Weise amortisieren sich die Investitionen“, berichten Verwaltung und DBX. „Je höher der Preis für Energie, desto schneller die Amortisation.“

(wer)