Xanten: Ein Sicherheitsdienst allein läst das Problem nicht

Unsere Woche : Vandalismus: Noch fehlt eine langfristige Antwort

Vandalismus in der Stadt betrifft alle Bürger. Schließlich geht es um öffentliches Eigentum, das beschmiert oder beschädigt wird. Wenn etwas dagegen unternommen werden soll, ist deshalb auch eine breite Debatte notwendig. Und dafür gibt es den Stadtrat.

Der Kurpark in Xanten ist offiziell noch gar nicht eingeweiht worden, da haben Unbekannte schon Lampen und Spielgeräte demoliert. Einfach so. Nun muss die Stadt wieder Geld in die Hand nehmen, um den Schaden zu reparieren, und es ist Steuergeld, also Geld der Bürger. Es sollte in den Schulen oder bei den Vereinen landen. Aber das wird es nicht, weil irgendjemand offenbar Langeweile hatte und etwas kaputt machen wollte. Das ist asozial.

Nun wird sich Vandalismus zwar nie ganz verhindern lassen. Aber vielleicht lässt er sich eindämmen. Das wäre schon ein Erfolg. Wir hätten länger Freude an dem, was mit Steuergeld aufgebaut wird. Wir würden auch Geld sparen, weil weniger beschädigt würde und wieder repariert werden müsste. Nun hat die Stadt einen privaten Sicherheitsdienst damit beauftragt, regelmäßig nachts auf Streife zu gehen. Der Bürgermeister hat diese Entscheidung ohne den Stadtrat getroffen. Rechtlich ist das zulässig. Trotzdem hätte er zumindest die Fraktionsvorsitzenden kurzfristig für eine Beratung zusammenholen sollen, um sie einzubinden. So ist er zwar derjenige, der etwas unternimmt – aber ohne die anderen. Und wenn trotz der Sicherheitsfirma etwas beschmiert oder beschädigt werden sollte, steht er allein da.

Dabei braucht er die Unterstützung der Politik. Der Auftrag für die Sicherheitsfirma gilt erst einmal nur für ein paar Wochen. Dann muss der Stadtrat entscheiden, ob daraus eine langfristige Maßnahme wird – und über so etwas muss der Stadtrat auch beraten. Schließlich vertritt er die Bevölkerung genauso wie der Bürgermeister. Und es geht nicht nur um ein paar Tausend Euro für eine Sicherheitsfirma. Sondern darum, wie sich öffentliches Eigentum schützen lässt.

Darauf gibt es keine einfache Antwort. Sonst gäbe es keinen Vandalismus mehr. Graffiti oder Sachbeschädigungen sind auch nichts Neues: Schon bevor der Kurpark errichtet worden ist, wurden Wände beschmiert und Dinge kaputt gemacht. Das darf eine Stadt nicht akzeptieren. Deswegen ist es richtig, dass etwas unternommen wird. Aber es darf kein Aktionismus, sondern es sollte eine langfristige Lösung sein, die von einer Mehrheit getragen wird. Auch wenn es Zeit kostet, diese Lösung zu finden.

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