Einigung der Politik Xantener Dom wird im Advent angestrahlt

Xanten · Die Stadt Xanten wird im Advent und in der Weihnachtszeit den Dom abends wieder beleuchten. Die Kosten übernimmt eine Privatperson. Dafür gibt es zwar keinen Beschluss der Politik. Aber sie fand eine andere Lösung.

 Der Dom wird abends wieder zu sehen sein.

Der Dom wird abends wieder zu sehen sein.

Foto: RP/Markus Werning

Der Xantener Dom wird abends wieder angestrahlt, aber nur in der Advents- und Weihnachtszeit. Bezahlt wird es von einem privaten Sponsor, wie die CDU am Donnerstagabend im DBX-Betriebsausschuss versicherte. Einen Namen nannte sie öffentlich nicht. Die Verwaltung schätzt die Stromkosten für den Zeitraum vom 1. Dezember bis zum 7. Januar auf rund 250 Euro.

Von der CDU war kurzfristig der Vorschlag gekommen, die Beleuchtung am Dom vorübergehend abends wieder einzuschalten. Seit gut einem Jahr werden historische Gebäude nicht mehr angestrahlt. Anlass für die Entscheidung war 2022 die Energiekrise gewesen. Seitdem hat sich die Lage auf dem Strommarkt aber geändert, und für andere historische Gebäude beschloss der Stadtrat auch schon, dass sie wieder angestrahlt werden. Ihre Beleuchtung wurde aber bereits auf LED umgestellt. Die Beleuchtung des Doms nicht. Stadt und Propsteigemeinde sprechen noch darüber, wer die Kosten übernimmt.

Viele Xantener würden ihren Dom in den Abendstunden vermissen, erklärte die CDU und schlug vor, dass die Strahler in der Advents- und Weihnachtszeit abends wieder eingeschaltet werden. Allerdings hatte sie den Antrag zu kurzfristig eingereicht und an die Debatte um die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung drangehängt. In der Geschäftsordnung für Rat und Ausschüsse sind Fristen festgeschrieben. Rein formell gesehen, hätte der Antrag deshalb entweder in die nächste Sitzung Anfang des Jahres verschoben werden müssen. Also nach der Weihnachtszeit. Oder, wenn der Antrag als Anhängsel der Nachtabschaltung bewertet worden wäre, hätte die Entscheidung erst im Stadtrat in der nächsten Woche getroffen werden können. Also nach dem ersten Advent.

Darauf wiesen die anderen Fraktionen die CDU hin. Sie warfen ihr vor, dass sie selbst bei Anträgen von anderen Parteien oder von Bürgern genau auf diese Fristen achte. Lange sah es deshalb so aus, als wenn aus formellen Gründen keine Lösung möglich ist. Auch wenn weitgehend Einigkeit herrschte, dass der Dom vor Weihnachten angestrahlt werden sollte – gerade in diesen Zeiten, als Symbol, um den Menschen Halt zu geben, sagte Olaf Finke (SPD). Auch Eberhard Ritter (Grüne) sprach sich deutlich dafür aus. Peter Hilbig (FBI) machte schließlich einen Vorschlag, sodass die Politik nach eineinhalb Stunden Diskussion – auch über die Nachtabschaltung – einen Kompromiss fand: Obwohl kein formeller Beschluss vorliegt, schaltet die Verwaltung die Beleuchtung am Dom in der Advents- und Weihnachtszeit abends wieder ein – mit Billigung aller Fraktionen. Das machten ihre Vertreter durch Nicken deutlich.

(wer)
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