Xanten Die Kölner Kultband Brings feierte mit 2000 Fans ein klasse Konzert

Brings in Xanten : Superjeile Zick an der Xantener Südsee

2000 Leute wollten sich das Freiluft-Konzert der Kölner Kultband Brings nicht entgehen lassen. Ein paar Besucher reagierten sauer, weil sie ihren Regenschirm draußen lassen mussten. Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch.

„Sin de Lück noh da?“ wollte Peter Brings kurz vorm Auftritt mit einem bangen Blick in den verregneten Himmel über der Xantener Südsee wissen. Waren sie, zumindest die meisten. Doch ein paar Besucher traten noch vor Konzertbeginn verärgert den Heimweg an, weil sie ihre Regenschirme aus Sicherheitsgründen abgeben sollten und nicht genügend Regenponchos bereit lagen.

FZX-Leiter Wilfried Meyer hatte dafür wenig Verständnis: „Wir sind verpflichtet, Schirme mit Spitzen draußen zu lassen. Das ist bei jedem Konzert so und steht auch auf den Eintrittskarten.“ Echte Brings-Fans lassen sich davon ohnehin nicht abhalten, sie rocken und schunkeln auch im Regen. Bei einem Konzert der Kölner Kultband ist die Frage nach dem passenden Outfit schnell beantwortet: rote Karohosen, passende Hüte und Schals. Mitsingen ist Pflicht. Sowieso. Deshalb macht Peter Brings mit leichten Übungen zunächst mal die Stimmbänder der Besucher geschmeidig.

Die Band hat neben den großen Hits einige neue Nummern mitgebracht, zum Beispiel den Opener „Et jeilste Land“. Dazu lief im Hintergrund ein Video, in dem die Band auf Mopeds durch die Landschaft knattert. Nicht nur für Ilona Staller steht fest: „Ein geiler Song, der wird ein Riesenhit.“ Die Kölnerin besuchte mit Ehemann Markus und Freunden zum vierten Mal ein Brings-Konzert in Xanten und das aus gutem Grund: „Die Atmosphäre hier mit dem See im Hintergrund ist einfach fantastisch. Und wenn es drauf ankommt, können die Xantener sogar Kölsche Tön.“

Das bewies das Publikum erstmals beim Evergreen „Nur mer zwei“ aus dem 1991 erschienen Debüt-Album „Zwei zoote Minsche“. Die spielfreudigen Kölner drehten immer weiter an der Stimmungsschraube, lieferten den Fans mit „Poppe, Kaate, Danze“ und „Halleluja“ die nächsten Steilvorlagen, bis alle „Besoffe vör Glück“ waren, dem Hit der Karnevalssession 2016. In die fünfte Jahreszeit sind Brings, so Bandleader Peter Brings, „irgendwie rein geraten“. Sie verstehen sich eigentlich als Rockband. „Als wir das erste Mal hier waren, kamen 800 Menschen, heute sind es über 2000. Man kann also sagen, ihr und wir haben alles richtig gemacht“, so Brings. Den Erfolg macht sicherlich auch aus, dass die Band sich trotz aller guten Laune, die sei verbreitet, auch immer wieder ernsteren Themen wie der Fremdenfeindlichkeit annimmt. „Sprecht mit den Menschen, macht euch selber ein Bild von ihnen“, forderte Brings bei der Ankündigung des Titels „Loss di Maske falle“, einem gesungenen Plädoyer für mehr Toleranz.

Ein Titel darf seit 19 Jahren bei keinem Brings-Auftritt mehr fehlen, das wurde mit den ersten Tönen deutlich. Sofort übernahm das Publikum den Gesangspart. „Nä, wat wor dat dann fröher en superjeile Zick, mit Träne in d‘r Auge loor ich manchmol zurück. Bin ich hück op d‘r Roll nur noch half su doll, doch hück Naach weiß ich nit, wo dat enden soll“, klang es aus 2000 Kehlen. Gitarrist Harry Alfter streckte den Titel als Einpeitscher auf satte zwanzig Minuten.

Peter Brings, der Mann mit Hut: Das Brings-Konzert am Südsee-Strand war auch bei schlechtem Wetter ein Fest für die Fans. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Ebenso textsicher zeigten sich die Brings-Fans „Su lang mer noch am Lääve sin“. Nach gut zweieinhalb Stunden und vier Zugaben endete der Brings-Abend traditionell mit dem Titel „Heimjonn“.

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