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Xanten: Debatte über Notarztstandort geht weiter

Krankenhaus in Xanten : Debatte über Notarztstandort geht weiter

CDU-Landratskandidat Brohl besuchte Xantens Krankenhaus und fand ein „gut funktionierendes System“ für die Versorgung im ländlichen Raum.

In die Diskussion um den Erhalt der nächtlichen Notarztstandorte Xanten und Rheinberg ist zur Zeit zwar ein wenig Ruhe eingekehrt, doch das wird nicht so bleiben. Ende dieses Jahres soll nach genauer Beobachtung der Einsatzzahlen entschieden werden, ob es bei den beiden jetzigen Standorten bleibt oder ob eine Konzentration der Standorte in Alpen erfolgt. Das hatte der Kreistag mit dem Rettungsdienstbedarfsplan im vergangenen Dezember beschlossen.

Michael Derksen, Geschäftsführer des Sankt Josef-Hospitals Xanten, möchte diese Frist nicht ungenutzt verstreichen lassen. Er will erreichen, dass alle politischen Entscheidungsträger detailliert über die jetzige Situation und vor allem über die Bedeutung einer eventuellen Verlegung informiert sind. Daher lud er Ingo Brohl, den Kandidaten der CDU für die Landratswahlen im September, zu einem Informationsbesuch ins Krankenhaus ein. Begleitet wurde Brohl von Bürgermeister Thomas Görtz, der die städtische Unterstützung für den Erhalt des Standortes deutlich machte, und vom Fraktionsvorsitzenden der Xantener CDU Pankraz Gasseling.

Derksen informierte Brohl über die Eckdaten des Krankenhauses, erklärte die bauliche Entwicklung, die Abteilungen, das Leistungsspektrum und die Belegungsentwicklung. Demnach steigen die Fallzahlen, die Patientennachfrage wächst kontinuierlich. Die Patientenzufriedenheit sei hoch, sagte Derksen. Der Krankenhaus-Geschäftsführer betonte, dass der nächtliche Notdienst ausgezeichnet funktioniere und es keinen Grund für eine Verlegung gebe. „Das Krankenhaus stellt genügend Ärzte bereit, die im Notdienst tätig sein können. Auch diejenigen, die Hintergrunddienst haben, können jederzeit einspringen.“ Görtz wies darauf hin, dass es nicht die reinen Einsatzzahlen sein dürften, die für eine Entscheidung herangezogen würden. Es müsse vor allem die Duplizität der Notfall-Ereignisse beachtet werden. Diese werden mit der derzeitigen Lösung abgedeckt, bei einer Verlegung würden jedoch lebensbedrohliche Situationen entstehen. Hintergrund ist: Immer wieder kommt es vor, dass Notarzt und Rettungswagen gerufen werden, und während sie im Einsatz sind, kommt ein zweiter Notruf herein. In diesem Fall wird der nächst gelegene Notarzt alarmiert.

Brohl machte deutlich, dass ein Krankenhaus aus grundsätzlichen Erwägungen und mit seinen Möglichkeiten immer ein sehr geeigneter nächtlicher Notarztstandort ist. „Diese gut funktionierende, bestehende Vernetzung und damit verbundenen und bezahlten Infrastrukturen in Frage zu stellen überzeugt mich bislang nicht“, sagte der CDU-Politiker. „Für mich stärken sich Krankenhaus und Notarztstandort gegenseitig.“ Ihm leuchte nicht ein, dass es besser sein solle, zwei bestehende Standorte nachts zu schließen, um einen neuen zu errichten und dadurch längere Anfahrtsstrecken zu schaffen. „Wenn es im Schnittradius der beiden Standorte ein Erreichbarkeitsproblem gäbe, müssten wir eher in eine andere Richtung, nämlich einen dritten Standort, denken und mit den Kostenträgern darüber verhandeln.“

Brohl machte aber keine Versprechungen. Aber er sagte zu, dass er wesentliche Themen mit Grundüberzeugungen und im Dialog angehen werde, wozu für ihn zweifellos auch die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum zähle. Eines stehe für ihn fest: „Wir haben momentan ein gut funktionierendes System, das der ländlichen Struktur und der Bevölkerungssituation weitgehend gerecht wird.“ Die Krankenhäuser seien wichtige Einrichtungen. „Zum einen als Garant für die gute medizinische Versorgung der Bevölkerung, zum anderen als große, gute Arbeitgeber am Ort und damit verbundene Kauf- und Steuerkraft.“ Er sehe den nächsten Landrat gefordert, „die Interessen des Kreises Wesel und seiner Menschen zu vertreten, gegenüber den Krankenkassen, aber eben auch gegenüber anderen öffentlichen Stellen“.

(RP)