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Xanten: DBX soll sparen und legt Giftliste vor

Drohendes Haushaltsdefizit : Xantens Bauhof soll sparen und legt „Giftliste“ vor

Die Politik verlangt, dass Xantens Dienstelistungsbetrieb (DBX) mit 150.000 Euro weniger auskommt. Welche Konsequenzen das haben könnte, hat DBX-Leiter Rodiek nun erklärt. Bürgermeister Görtz rechnet mit Beschwerden der Bürger.

Vieles steht auf dem Prüfstand, um das für dieses Jahr drohende Haushaltsdefizit von knapp unter einer Million Euro zu senken. Auch der Etat des Dienstleistungsbetriebs Xanten (DBX), bei dem die laufenden Ausgaben nach Willen des Rates um 150.000 Euro gesenkt werden sollen. Das wird aber weh tun, kündigte Bürgermeister Thomas Görtz am Dienstagabend im DBX-Verwaltungsrat schon mal an. Kürzungen seien zwar leicht beschlossen, sagte er. Aber sie würden auch zu Einbußen bei der Qualität führen. „Sparen ohne Wehtun geht nicht.“

DBX-Chef Harald Rodiek hatte seine Mitarbeiter aufgefordert, Vorschläge zu machen, wo man in ihrem Bereich sparen könnte. Vorbedingungen gab es in dieser Phase nicht. Ihm ging es mehr darum, erst einmal alle möglichen Ideen zu sammeln. Was hinterher wirklich umgesetzt wird, darüber entscheidet der Rat vermutlich in seiner nächsten Sitzung. Rodiek rechnet damit, dass er der Politik Anfang Mai eine konkrete Liste zuleiten kann.

Eine denkbare, von den Mitarbeitern vorgebrachte Einsparmöglichkeit wäre das Ausschalten von Laternen in den Sommermonaten während der Nachtstunden. Damit würde die Stromrechnung sinken. Die Grünpflege ließe sich ebenfalls reduzieren. „Da sind wir in Xanten auf einem hohen Stand im Vergleich mit anderen Städten und Gemeinden“, erläuterte der DBX-Chef. In anderen Kommunen würden die Grünstreifen dreimal im Jahr gemäht, in Xanten sei man bislang viermal unterwegs.

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Die Kübel auf den Plätzen müssten nicht mehrmals im Jahr neu bestückt werden, schlug ein Mitarbeiter vor. „Das wären auch mehrere 1000 Euro weniger“, erklärte Rodiek. „Wenn etwas verblüht ist, dann wäre das eben so.“ Reparaturen am Norbertbrunnen ließen sich schieben. „Und wie oft müssen wir die Müllgefäße zum Beispiel auf dem Markt leeren?“ Ein weiterer Vorschlag aus dem Mitarbeiterstamm ist das Verschieben von Maßnahmen gegen die Krähen.

Soweit eine erste „Giftliste“ mit denkbaren Einsparmöglichkeiten. Man müsse sich auf Beschwerden der Bürger einstellen, mahnte Bürgermeister Görtz den Rat. Xanten stehe aber nicht wie andere Kommunen finanziell mit dem Rücken zur Wand, sagte er mit Blick auf die Haushaltslage.