Xanten: Dauercamper Günter Mollenhauer muss Schlüssel abgeben

Günter Mollenhauer aus Xanten : Dauercamper muss nun endgültig gehen

Nach einem langen Rechtsstreit räumt Günter Mollenhauer nun doch sein Heim auf dem Campingplatz in Xanten-Wardt. Zumal die Polizei schon da war. Aber er will weiter kämpfen.

Es gibt keinen weiteren Aufschub mehr. Xantens berühmtester Dauercamper Günter Mollenhauer darf nicht länger auf dem Campingplatz in Wardt wohnen. Der 86-Jährige hat am Donnerstag den Schlüssel für das Gelände abgegeben, wie er anschließend unserer Redaktion sagte. Vorher sei ihm das Wasser abgestellt worden. Nach Absprache mit dem Betreiber der Anlage dürfe er den Campinglatz aber noch stundenweise betreten, um nach und nach sein restliches Hab und Gut zu holen. Einen Teil habe er in den vergangenen Wochen schon verschenkt oder weggebracht. „Es ist aber noch viel einzupacken“, sagte Mollenhauer. „Das geht nur Schritt für Schritt.“ Vier Wochen seien ihm dafür zugestanden worden. Abends müsse er das Gelände aber verlassen, er dürfe nicht mehr in seinem Mobilheim übernachten. Der Anwalt des Campingplatzbetreibers Schomberg war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Mollenhauer hatte seit 1989 auf dem Campingplatz gewohnt. Er habe dort auch bis zu seinem Lebensende bleiben wollen, sagte er. Seine Gesundheit sei angeschlagen. Er müsse sich regelmäßig im Krankenhaus behandeln lassen. In seinem Alter – er soll eine Bekannte im Saarland haben – wolle er nicht mehr umziehen. Aber sein Pachtvertrag war Ende 2016 ausgelaufen und nicht verlängert worden. Der Betreiber forderte ihn anschließend mehrfach auf, das Grundstück zu räumen, aber Mollenhauer blieb – auch dann noch, als Richter dem Campingplatzbetreiber 2017 Recht gaben. Der Verpächter wollte schließlich eine Räumung gerichtlich durchsetzen. Ein Gerichtsvollzieher kündigte sich schon für Dezember 2018 an. Doch Mollenhauers Xantener Anwalt Manfred Gatermann erreichte noch einen Aufschub. Aber nun sieht auch der Jurist alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft, wie er am Donnerstag unserer Redaktion sagte.

Allerdings ist eine Räumung des Geländes nicht so einfach. Die Parzelle gehört zwar dem Campingplatzbetreiber, aber das Mobilheim darauf ist Mollenhauers Eigentum. Der Gerichtsvollzieher konnte deshalb nicht einfach die Schlösser austauschen lassen. Stattdessen forderte der Campingplatzbetreiber den 86-jährigen mehrmals auf, das Mobilheim abzubauen und das Gelände zu verlassen. Aber dieser Aufforderung ist der streitbare Mann bisher nicht nachgekommen.

Schließlich untersagte ihm der Verpächter mit einem Schreiben im November, das Gelände überhaupt noch zu betreten. Sollte er es trotzdem machen, sei es Hausfriedensbruch, hieß es in dem Brief, der unserer Redaktion vorliegt. Und so kam am Mittwochnachmittag die Polizei, wie diese auf Nachfrage bestätigte. Nach einem kurzen gespräch gab der Campingplatzbetreiber dem 86-Jährigen dann aber noch bis 17.30 Uhr Zeit, das Nötigste einzupacken. „Das Wichtigste habe ich ins Auto gepackt“, sagte Mollenhauer, als er das Gelände verließ und sich in der Umgebung eine Unterkunft in einer Gaststätte suchte.

Aufgeben wolle er trotzdem nicht, machte er da und auch am Donnerstag deutlich. Dass der Pachtvertrag nicht verlängert wurde, dass er vor Gericht verloren hat, dass er das Gelände räumen muss, wolle er weiterhin nicht akzeptieren und sich juristisch dagegen wehren. Er habe mehrere zehntausend Euro in sein Mobilheim investiert und wolle dafür zumindest einen angemessenen Betrag bekommen, sagte Mollenhauer. Die Unterkunft könne nicht einfach abgebaut werden, dabei werde sie beschädigt. Er habe dem Campingplatzbetreiber schon angeboten, dass dieser ihm das Mobilheim abkaufe, aber ohne Erfolg. Wie es jetzt weitergehen könne, wisse er noch nicht. Wahrscheinlich habe er in dieser Woche zum letzten Mal auf dem Campingplatz übernachtet. „Ich muss das jetzt erst einmal verkraften.“