Xanten: Das sagen Leser zum Streit in der CDU

Bürgermeisterkandidatur in Xanten : Das sagen Leser zum Streit in der CDU

Die Xantener streitet über die Frage, wer ihr Bürgermeisterkandidat 2020 wird. Dazu haben wir zahlreiche Zuschriften von Lesern erhalten. Die Partei und Daniel Ingendahl werden kritisiert, Görtz’ Herausforderer bekommt aber auch Zuspruch.

„Nicht tragbar

Rechtlich ist nichts daran zu beanstanden, dass Herr Ingendahl einen Unternehmer in einem bedeutenden Prozess gegen die Stadt vertritt, aber politisch gesehen ist dieses Mandat ein großer Fehler. Letztlich ist dieser Fehler aber kein Wunder, denn über politische Erfahrung verfügt der Kandidat, der sich dem Vernehmen nach erst seit wenigen Monaten in der CDU engagiert, offensichtlich nicht. Allem Anschein nach ist ihm nicht hinreichend bewusst, dass für das Amt des Bürgermeisters neben einem hohen Maß an politischer Sensibilität nicht zuletzt auch politischer Weitblick unabdingbar ist. Über all dies verfügt Herr Ingendahl jedoch offenkundig nicht. Insofern schadet er mit seiner Kandidatur nicht nur sich selbst, sondern auch seiner Partei und am Ende auch der Stadt. Deshalb kann das Fazit nur lauten: Herr Ingendahl mag ein guter Anwalt sein, als potentieller Bürgermeister ist er aber nicht tragbar.

Mareike Roder, Xanten

„Fragwürdige Aktionen

Wieso kehrt keine Ruhe ein? Als Bürger muss man sich fragen, wie demokratisch Politik wirklich funktioniert. Kurz nachdem die CDU bekannt gibt, dass sie in einem vermeintlich fairen Verfahren ihren eigenen Kandidaten von den CDU-Mitgliedern bestätigen lassen möchte und dies durch möglichst öffentlichkeitswirksame Sitzungen bewerben möchte, geht der „Wahlkampf“ schon los. Teile der CDU-Fraktion nehmen die schmutzige Wäsche der FBI auf und werfen dem berufstätigen Anwalt einen Konflikt in Ausübung seines Jobs und seiner Ambition, Bürgermeister zu werden, vor. Für mich ist die Sache unkritisch, da auch ich, solange ich kein fürstliches Bürgermeistergehalt bekomme, ja auch dafür Sorge tragen muss, meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Was mich stutzig macht? Warum bemerkt erst jetzt der Handlanger des Bürgermeisters, Gasseling, dass die FBI „etwas weiß“? Ein Schelm, der Böses dabei denkt oder ein Manöver von politischen Widersachern vermutet. Als Bürger würde ich mir eine sachliche Eröffnung des Wahlkampfes wünschen. Aber ob es seit Trump oder generell seit 2014 so ist, dass man mit Populismus und fragwürdigen Aktionen weiter kommt, habe ich noch nicht herausgefunden. Dies erinnert sehr an undurchsichtig ausgetragene Diskussionen zum Krematorium, Fahrradweg am Deich, Poststraße, Haushalt etc.

Marco Brams, Xanten

„Schmierenkomödie

Zu den aktuellen Berichten in den Zeitungen bezüglich der Bürgermeisterkandidaten der CDU kann ich als Bürger nur noch eins sagen: Ich möchte nicht mehr hören, warum ich jemanden (der zum Beispiel nur seiner Arbeit nachgeht), nicht wählen soll! Ich möchte wissen, warum ich welche Partei/Person wählen soll! Es ist doch schon sehr traurig, dass bei einer eigentlich internen CDU-Wahl schon so viel schmutzige Wäsche gewaschen wird, als wären wir schon bei der Kommunalwahl angekommen. Und selbst da möchte ich doch einfach nur wissen, warum soll ich jemanden wählen. Was ist es, was die Partei ausmacht. Oder die Person?! Wenn die Parteien/Politiker das nicht mehr hinbekommen, sollten wir Bürger einfach ständig nachfragen. Was sind die Ziele, wie sieht die Umweltpolitik aus, was ist mit dem Haushalt, welche Projekte oder Pläne habt ihr noch? Diese Schmierenkomödie hilft niemanden!

Stephanie Janßen, Xanten

„Mehr Ausgewogenheit

Ob Herr Ingendahl ein geeigneter Bürgermeister sein könnte, weiß ich nicht. Aber wir leben doch in einem Rechtsstaat, in dem sich jeder von einem Rechtsanwalt vertreten lassen darf? Dabei spielt der Inhalt des Rechtsstreits keine Rolle! Rechtsanwälte, die Mörder oder Steuersünder verteidigen, sind selber keine Mörder oder Steuersünder. Nur in Diktaturen hat die Führung Angst vor Rechtsanwälten, die Bürger vertreten. Dort werden Rechtsanwälte ebenfalls an den Pranger gestellt. Glauben denn der FBI-Fraktionsvorsitzende Hilbig und die CDU-Herren um Herrn Gasseling, dass ein Rechtsanwalt kein guter Xantener ist, wenn er sich für Bürger einsetzt, die ein Problem mit der Stadtverwaltung haben? Wahrscheinlich sind dann alle Xantener Rechtsanwälte ungeeignet für öffentliche Ämter, weil sie schon Mandanten gegen die Stadt vertreten haben. Dürfen sich dann Ratsvertreter auch nicht mehr gegen einen vermeintlich falschen Gebührenbescheid wehren, weil dabei die Stadtverwaltung den Kürzeren ziehen könnte? Fliegen diese dann direkt aus FBI und CDU? Es ist interessant, wo bei diesen Parteien offensichtlich die Rechtstaatlichkeit enden könnte! Sehr kritisch ist die hiesige Presse aber auch nicht. So wird etwas verbreitet, das doch offensichtlich nur den Zweck hat, den politischen Gegner auszuschalten. Ich wünsche mir mehr Ausgewogenheit und Neutralität!

H. Pahl-Wurster, Xanten

(wer)
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