Xanten: Das denken Schüler über die EU

Ausstellung im Xantener Rathaus : Was Schüler über die EU denken

Am 26. Mai ist Europawahl. Aber wofür steht die EU eigentlich? Jugendliche aus Xanten geben darauf künstlerisch eine Antwort. Ihre Werke hängen im Rathaus. Hier sehen Sie vier Beispiele.

Freiheit Dass sie in einer Demokratie lebt, ist für Medine Yagicebulut nicht selbstverständnlich. Das unterscheidet die junge Frau von anderen Menschen in ihrem Alter. Ihre Familie sei vor 30 Jahren aus der Türkei geflüchtet, erzählt die 16-jährige Schülerin der Gesamtschule Xanten-Sonsbeck. „Ich bin darüber sehr froh.“ Denn in der Türkei habe ihre Familie wegen ihrer kurdischen Abstammung nicht frei leben können, habe keine Arbeit gehabt, nicht zur Schule gehen dürfen. Umso mehr schätzt die junge Frau die Rechte und Möglichkeiten in der Europäischen Union (EU), zum Beispiel die vier Freiheiten, also den freien Personenverkehr, den freien Warenverkehr, den freien Kapitalverkehr und den freien Dienstleistungsverkehr.

Lasse Remy und Justin Bizjak (r.). Foto: Fischer, Armin (arfi)

Gemeinschaft Die Europäische Union kann sehr anstrengend sein. Schließlich müssen die Vertreter der einzelnen Mitgliedsstaaten immer nach einem Kompromiss suchen, mit dem alle oder zumindest eine Mehrheit leben kann. Und innerhalb der EU herrscht selten Einigkeit, das wissen auch  Lasse Remy und Justin Bizjak. „Aber man überlegt gemeinsam, wie man Europa besser macht und was die beste Lösung für alle ist“, sagen die beiden 15-jährigen Schüler der Gesamt­schule Xanten-Sonsbeck. Und selbst wenn es einen Streit gebe, müsse man gemeinsam nach einer Lösung suchen. Genau das mache die Europäische Union aus. „Die EU ist für uns eine Gemeinschaft, die Europa zusammenhält.“

Eva Batke, Franziska Angenendt, Elitsa Zapryanova und Justus Janßen (v.l.). Foto: Fischer, Armin (arfi)

Heimat Die 16-jährige Elitsa Zapryanova besucht für ein Jahr das Stiftsgymnasium in Xanten – gäbe es die EU nicht, könnte sie das nicht, davon ist die junge Bulgarin überzeugt. „Für mich steht Europa deshalb für unbegrenzte Möglichkeiten“, sagt sie. Justus Janßen verbindet mit der EU „Freiheit und Frieden“ – wegen der Rechte, die die EU den Bürgern einräumt. Und weil die Mitgliedsstaaten zusammen eine „starke Stimme in der Welt“ hätten. Franziska Angenendt spricht über die vielen verschiedenen Kulturen, die in der EU friedlich zusammenleben, und Eva Batke nennt Europa „meine Heimat“. „Ich fühle mich als Europäerin“, sagt die 16-jährige Schülerin des Stiftsgymnasiums.

Johanna Pichotka. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Freundschaft Gerade erst waren wieder französische Schüler zu Gast in Xanten. Eine Woche sind sie am Niederrhein geblieben und haben mit Schülerinnen der Marienschule die Region kennengelernt. Im Rathaus hängen Fotos von den gemeinsamen Ausflügen und von anderen Aktivitäten. Johanna Pichotka hat die Bilder liebevoll zusammengestellt und nützliche Erklärungen dazu geschrieben. Genau das ist für sie Europa, erklärt die Schülerin: Menschen aus verschiedenen Ländern lernen sich kennen, überwinden Hindernisse wie unterschiedliche Sprachen, unternehmen etwas zusammen, werden Freunde. Es ist der so wichtige Blick über den Tellerrand, den die EU ermöglicht und von dem die 14-Jährige spricht.

(wer)
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