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Xanten: Darum sind Blutspenden gerade in Corona-Zeiten wichtig

Blutvorräte in Corona-Zeiten : Darum sind Blutspenden gerade jetzt wichtig

Viele Menschen gehen derzeit Blut spenden. Doch das könnte sich bei immer mehr Corona-Kranken ändern. Blutvorräte werden angelegt.

Blutspenden – das ist gerade in Zeiten des grassierenden Coronavirus nicht zu vernachlässigen. Während das öffentliche Leben stillsteht, werden pro Jahr weiterhin 4,5 Millionen Blutkonserven für Operationen und Therapien benötigt.

Wie sicher ist eine Blutspende aktuell? „Eine Blutspende war vor Corona sehr sicher und ist es heute auch“, betont ein Sprecher des DRK-Blutspendedienstes West. Bisher gebe es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse oder einen Fall, bei dem über eine Bluttransfusion jemand mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert worden ist. Für die Spendetermine wurden zusätzliche Sicherheits- und Hygienemaßnahmen getroffen.

Wer darf derzeit überhaupt spenden? Alle, die keine Anzeichen für eine Erkältung oder Grippe haben. Der DRK-Sprecher drückt es so aus: „Jeder sollte in sich hineinhorchen: Wer ein Kitzeln in der Nase verspürt, sollte nicht kommen.“ Das gelte auch für Menschen, die in den vergangenen vier Wochen Kontakt zu einem Corona-Kranken hatten oder sich in diesem Zeitraum im Ausland aufgehalten haben. Die Voraussetzungen gelten auch für Mitarbeiter. Bei jedem Termin sind am Eingang Checklisten ausgehängt.

Wie sehen die zusätzlichen Vorkehrungen aus? Bei der Registrierung werde die Temperatur gemessen. Alle, die über 37,5 Grad liegen, würden sofort nach Hause geschickt. Außerdem achte man besonders darauf, dass beim Warten und bei der Blutentnahme der nötige Abstand zwischen Spendern und Mitarbeitern eingehalten werde, das sei „das Gebot der Stunde“, so der DRK-Sprecher: Dazu wurden Umgebungen, in denen die Termine stattfinden, teilweise umgestaltet. Es gibt nun vielerorts weniger Liegen, um sie weiter auseinander stellen zu können. Weil es in den mobilen Trucks zu eng ist, sind diese gar nicht mehr unterwegs. Nach jedem Spender werden die Liegen desinfiziert und die Mitarbeiter wechseln ihre Handschuhe. Sie tragen Schutzmasken. Die obligatorische Anamnese orientiert sich in Richtung Corona-Fragestellungen und alle Spender werden aufgefordert, ihren eigenen Kugelschreiber mitzubringen. Der beliebte Imbiss nach der Blutspende fällt zudem aus, es werden stattdessen Lunchpakete zum Mitnehmen geschnürt.

Wird man auf das Corona-Virus getestet? Nein, das betont der DRK-Sprecher ausdrücklich: Es gebe keine Notwendigkeit, die Spender auf das Virus zu testen, weil durch eine Transfusion keine Übertragung erfolge. Allerdings gebe es Menschen, die dies vehement aus Eigennutz einfordern und bei einer Verweigerung dem Roten Kreuz sogar unterlassene Hilfeleistung vorwerfen würden.

Wie ist denn die aktuelle Situation? Laut DRK zeigen sich die Menschen solidarisch und gehen in großer Anzahl Blut spenden.

Warum kommt es auf meine Spende trotzdem an? „Es ist wichtig, dass gerade jetzt in der Frühphase der Epidemie verstärkt gespendet wird, um einen Vorrat anlegen zu können“, sagt dazu Torsten Tonn, der medizinische Geschäftsführer des DRK. Dieser Vorrat sei deshalb nötig, weil im Zuge einer steigenden Anzahl Infizierter und neuer Restriktionen viele Menschen nicht mehr für das Blutspenden infrage kommen und bei anderen die Spendenbereitschaft abnehmen dürfte, so der DRK-Sprecher. Blutplasma lasse sich bis zu zwei Jahre aufbewahren, rote Blutkörperchen bis zu 42 Tage. Problematisch werde es aber bei den Thrombozyten, diese sind nur zwei Tage haltbar, aber vor allem in der Krebstherapie unabdingbar. Deshalb sei es wichtig, dass Menschen noch in vier Wochen oder zwei Monaten zum Spenden kommen, zumal gerade etliche Schul- und Firmentermine ausfallen.

Was ist mit Ausgangssperren? Termine zum Blutspenden sind von Ausgangssperren ausgenommen.