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Xanten: Dagmar Witt veröffentlicht als Maxi Magga düsteren Thriller "Der Abgerichtete"

Autorin aus Xanten : Ein Zweitlingswerk, das starke Nerven verlangt

Die Xantenerin Dagmar Witt hat unter dem Pseudonym Maxi Magga ihr zweites Buch veröffentlicht. „Der Abgerichtete“ ist ein düsterer Racheroman, der in der Zukunft spielt – nichts für schwache Gemüter.

Dreißig Jahre lang war Dagmar Witt Mathelehrerin an der Krefelder Gesamtschule. „Ich musste aus gesundheitlichen Gründen früher raus, das hat mich ziemlich runtergezogen“, sagt die 65-jährige Xantenerin. Es dauerte ein gutes Jahr, bis sie anfing zu schreiben, zu malen, Schmuck zu designen und Dekoartikel zu kreieren. „Ich musste ausbrechen und wirklich was ganz anders machen, um abschließen zu können als Lehrerin.“

Ihr erstes literarisches Werk unter dem Pseudonym Maxi Magga war 2019 der Ruhrpott-Krimi „Die Leiche bin ich“, bei dem sich die Studentin Liane in einer Sackgasse in Bochum als Ermordete wiederfindet. „Ein ganz normaler Krimi“, erzählt die Autorin. „Außer, dass die Leiche auch mit was zu sagen hat.“

Eigentlich wollte Witt danach einen zweiten Krimi schreiben – doch Corona durchkreuzte die Pläne. „Ich bin nicht weitergekommen, es lief irgendwie nicht.“ Sich nicht treffen zu können, habe sie runtergezogen. In dieser Zeit liefen viele Dokumentation über KZ-Befreiungen im Fernsehen. Einer dieser Filme war „Nackt unter Wölfen“, der sie sehr mitnahm. „Da geht es um KZ-Insassen, die einen Jungen verstecken und die unter Druck gesetzt werden, um das Versteck zu verraten. Doch sie setzen sich für den Jungen ein.“ Auch die Rassenunruhen in den USA beschäftigten sie. „Das hat mich nicht mehr losgelassen, das musste dann alles raus.“ So fing Witt im März an ihrem Roman „Der Abgerichtete“ zu schreiben – und erschuf ein „Kastensystem der Zukunft“ in der ersten Hälfte der 2400er Jahre.

Die unterste Kaste in dem Buch „hat keine Rechte und Überlebenschancen mehr. Ihr Held muss sich selbst als Sklave verkaufen, um seine Familie vor dem Verhungern zu retten. „Er wird nicht nur als Arbeitstier, sondern auch sexuell ausgebeutet und gedemütigt“, beschreibt Witt die Geschichte. Doch als ihr Held merkt, dass er betrogen, seine Familie nicht gerettet wird, und das Geld, dass an die Familie für seinen Kauf fließen sollte, diese nicht erreicht hat, dreht er durch. „Er schmiedet zunächst Fluchtpläne, dann Rachepläne“, so Witt.

Für das Buch habe sie zum Thema Folter recherchiert, zum Beispiel zum sogenannten Waterboarding. Dabei wird dem Opfer im Liegen Wasser über den Kopf geschüttet, bis es denkt, es müsse ertrinken. Witt erklärt, sie habe die „Gewalttätigkeit unserer heutigen Welt in dem Buch aufgearbeitet“. Doch zwischendurch habe sie selbst gezögert, „ob ich das so schreiben kann“. Auch über die Veröffentlichung war sie sich unsicher. Schließlich kam ihre frühere Schulkollegin Anette Weber mit einem Buchcover-Entwurf um die Ecke. „Da hatte sie mich am Haken.“ Und Witt fand mit dem Tredition-Verlag eine Möglichkeit, das Werk öffentlich zu machen.

Die Reaktionen seien sehr unterschiedlich, sagt die Autorin. Einige seien positiv. „Andere sagen: ,Das passt nicht zu Dir, das ist zu brutal.’“ Ein zweiter Krimi ist in Planung. Und eventuell wird es auch eine Fortsetzung des „Abgerichteten“ geben. „Es sind einige Handlungsstränge noch nicht auserzählt“, sagt Witt. „Einem Mitsklaven gelingt die Flucht. Es wäre reizvoll, zu erzählen, was mit ihm passiert.“