Xanten: Craft-Beer boomt im Online-Shop

Mehr als 50 Sorten aus Xanten: Craft-Beer boomt im Online-Shop

Craft Beer liegt im Trend. Das weiß auch Erik Schnickers aus Xanten. Weil er handwerklich gebrautes Bier von unabhängigen Brauereien so mag, hat er 2012 einen Craft-Beer-Onlineshop gegründet. Damals war er mit dieser Idee Pionier, heute konkurriert er mit 95 weiteren Internethändlern.

Dieses Bier kann jahrelang geöffnet im Kühlschrank stehen. Denn Kohlensäure hat es nicht. "Sink the Bismarck" heißt es und hat einen Alkoholgehalt von 41 Volumenprozent. "Es ist das stärkste Bier, das ich bislang getrunken habe", sagt Erik Schnickers.

Der 34-Jährige liebt den Geschmack von besonderen Bieren. Mehr als 50 verschiedene Sorten lagern allein in seinem Kühlschrank zu Hause. Was viele jedoch nicht wissen: Der Xantener, am Niederrhein vor allem als Autohändler bekannt, hat 2012 den Craft-Beer-Onlineshop "Bier-Deluxe" gegründet.

Absolutes Neuland zur damaligen Zeit. Heute gibt es nach Angaben von Schnickers 95 weitere Internethändler in dieser Branche. Denn Craft Beer, also handwerklich gebrautes Bier von unabhängigen Brauereien, liegt voll im Trend. Den Höhepunkt erwartet Schnickers in drei bis vier Jahren.

Foto: Schnickers

Die Geschichte des Craft-Bieres begann in den 70er Jahren in den USA. Dort bewarben einzelne Hobbybrauer ihre Produkte als besonders hochwertig. Seitdem steigt die Zahl dieser Brauereien und Biermarken kontinuierlich. Aus den damals rund 50 Brauereien sind mittlerweile mehr als 4000 (Stand: 2015) geworden - Tendenz steigend.

Auch in Deutschland ist der Craft-Beer-Trend längst angekommen. Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes kamen 2017 82 Betriebe hinzu, so viele wie in den acht Jahren zuvor. Demnach gibt es nun 1492 Braustätten im Land - so viele wie nie seit der Wiedervereinigung.

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Hintergrund ist der Trend zu kleineren Spezialitätenbrauereien, die unter anderem aromatisiertes Craft Beer anbieten. Brauereien wie zum Beispiel die Vulkan-Brauerei aus Mendig. Deren Biere sind dank Schnickers seit geraumer auch in den Xantener Supermarkt-Regalen (Rewe und Edeka) und bald auch vom Fass in der Kneipe Karthaus X² zu finden.

Auf die Idee eines Craft-Beer-Onlineshops ist Schnickers zusammen mit Guido Lange gekommen, als sie den TV-Beitrag "Hopfen und Malz verloren" sahen. "Deutschland soll Bierland Nummer 1 sein, wir sind jedoch überhaupt nicht kreativ, was das angeht. Dabei gibt es 37 verschiedene Biersorten, die allesamt noch abgewandelt werden können", sagt Schnickers.

Er gerät regelrecht ins Schwärmen, spricht von Braukultur, hochwertigen Produkten und kann jene Männer nicht verstehen, die Woche für Woche den gleichen Kasten Bier kaufen. "Hauptsache er ist im Angebot und kostet zehn Euro." Dabei vergleicht er den Craft-Beer-Trend mit der heutigen Wein-Liebe: "In den 80er Jahren gab es für die Deutschen nur den Moselwein. Hauptsache, er war günstig. Heutzutage hat fast jeder eine gute Flasche Wein im Keller."

Was 2012 als eine Spontanidee begann, ist mittlerweile ein gut laufendes Geschäft mit acht Mitarbeitern geworden. "Anfangs hat mein Freund noch die Kisten in der Garage seiner Oma gepackt. Heute haben wir ein großes Lager in Chemnitz", sagt Schnickers, der sich um die administrative Arbeit innerhalb der GmbH kümmert. Der Sitz der Firma ist indes in Berlin. Geschäftsführer ist Holger Klumpen, ebenfalls ein gebürtiger Xantener.

(RP)
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