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Xanten: CDU wählt Thomas Görtz zum Bürgermeisterkandidaten

Wahl des Bürgermeisterkandidaten : CDU entscheidet sich für Görtz

Der Xantener Stadtverband bestimmte am Mittwochabend seinen Bürgermeisterkandidaten für die Wahl 2020. Görtz erhielt im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit – und setzte anschließend den Vorstand unter Druck.

Bürgermeister Thomas Görtz ist von der CDU Xanten zum Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2020 gewählt worden. Am Mittwochabend erhielt er in einer Aufstellungsversammlung im Schützenhaus im ersten Wahlgang direkt die erforderliche absolute Mehrheit. 103 der 191 anwesenden Mitglieder stimmten für ihn, 83 für Daniel Ingendahl und vier für Hans Peter Brammen. Es gab eine Enthaltung.

Görtz sprach von einem „ehrlichen Ergbnis“. Er dankte den Mitgliedern und seinen Unterstützern, die ihm in einer „schwierigen Zeit“ zur Seite gestanden hätten. Es habe „Bedrohungen, Erpressungen, Strafanzeigen und Denunzierungen“ gegen ihn gegeben. Diese Zeit sei nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Er forderte einen Neuanfang in der CDU. Er nehme die Wahl an, wolle das aber erst unterschreiben, wenn klar sei, wer im Vorstand des Stadtverbandes mit ihm in den Wahlkampf ziehe. Die CDU trifft sich am 18. Dezember zur Mitgliederversammlung. Es stehen turnusgemäß Vorstandswahlen an.

Zu Beginn der Versammlung hatte der Stadtverbandsvorsitzende Tanko Scholten die Mitglieder aufgerufen, das Ergebnis nachher zu akzeptieren, auch wenn sie selbst für einen anderen Bewerber gestimmt haben sollten. In einer Demokratie müsse das selbstverständlich sein. Nach der Wahl müsse die CDU wieder zur Ruhe kommen. „Anders werden wir es nicht schaffen, in zehn Monaten zu bestehen.“ Im September 2020 findet die Kommunalwahl statt.

Auch die Bewerber forderten, dass der Stadtverband den parteiinternen Streit beilege. 2014 habe die CDU die Kommunalwahl gewonnen, weil sie geschlossen aufgetreten sei, „ohne Zank und Zeter“, sagte Görtz. Das hätten die Wähler honoriert. „Es muss Schluss sein mit der Zerrissenheit in unserer Partei“, sagte Ingendahl. Görtz machte dagegen Scholten für die Auseinandersetzungen im Stadtverband verantwortlich: „Der Vorsitzende hat die Verantwortung für die Partei.“

In der Vergangenheit hatten sich Teile der Fraktion über die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister beschwert. Sie werfen Görtz vor, dass er sie zu wenig einbinde. Seit Wochen streiten CDU-Mitglieder darüber, mit welchem Kandidaten die Partei in den Kommunalwahlkampf ziehen soll. Auch am Mittwochabend diskutierten Teilnehmer an den Tischen.

Nachdem die Kandidaten sich vorgestellt und Fragen der Mitglieder beantwortet hatten, begann die Abstimmung. Die Wahl war geheim. Die Stimmzettel waren von der Kreisgeschäftsstelle mitgebracht worden. Die CDU-Mitglieder gaben ihr Kreuz in Wahlkabinen ab. Kreisgeschäftsführer Thomas Eusterfeldhaus war als Beobachter vor Ort – für den Fall, dass rechtliche Fragen aufkamen.

Im Vorfeld der Versammlung hatte die CDU drei Podiumsdiskussionen mit Görtz und Ingendahl veranstaltet. Dabei warben die beiden Kontrahenten für ihre Positionen und beantworteten Fragen von Bürgern. Brammen kündigte seine Bewerbung erst nach der zweiten Veranstaltung an und verzichtete dann darauf, an der dritten Podiumsdission teilzunehmen.

Görtz hatte im Januar angekündigt, dass er 2020 wieder antreten will. Ingendahl folgte im Juni, Brammen vor wenigen Tagen. Der Vorstand des Stadtverbandes hatte früh erklärt, dass die Mitglieder entscheiden sollten, wer Bürgermeisterkandidat der CDU wird.

Außerhalb des CDU-Stadtverbandes ist bisher ein Bewerber bekannt: Rainer Groß tritt Ende des Monats aus und legt seine politischen Ämter nieder, um als parteiloser Kandidat anzutreten. Die erforderlichen Unterstützerunterschriften habe er gesammelt und werde sie beim Wahlleiter einreichen, kündigte er an. Groß hatte 2013 Bürgermeisterkandidat der CDU für die Wahl 2014 werden wollen. Damals unterlag er Görtz, und dieser wurde ein Jahr später zum Bürgermeister gewählt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So lief die Versammlung der CDU Xanten