Xanten: CDU schlägt Memoriam-Gärten als letzte Ruhestätte vor

Xanten: CDU schlägt Memoriam-Gärten für Xanten vor

Der Fraktionsvorsitzende Pankraz Gasseling stellt diese naturnah gestalteten Ruh-Areale zur Diskussion. Ein Friedwald sei in der Römerstadt hingegen nicht realisierbar, da er christlichen Werten widerspreche und zu teuer sei.

Die Bestattungsformen sind weiter im Wandel. Ab diesem Jahr gilt für den Friedhof in Vynen das Angebot von Wiesengräbern, und im Frühjahr hatte die SPD die Anlage eines Friedwalds vorgeschlagen, der dann aber im Rat mehrheitlich abgelehnt wurde. Nun bringt CDU-Fraktionschef Pankraz Gasseling einen Memoriamgarten beziehungsweise ein Natur-Ruh-Areal in die Diskussion ein. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaftsanlage, in der Verstorbene entweder im Sarg oder in der Urne beerdigt werden. Eine Namenstafel erinnert an den Verstorbenen. Mit der Pflege des gesamten Areals haben die Angehörigen nichts zu tun, sondern sie liegt in den Händen eines Fachmanns oder Unternehmens.

Die Bezeichnung für die „Memoriam-Gärten“ leitet sich aus dem Lateinischen ab, auf Deutsch „In Gedenken an“. Im Gegensatz zu klassischen Gräbern bilden die Grabstellen ein harmonischen Ganzes. Zur Bundesgartenschau Schwerin 2009 wurde erstmals ein solcher Garten gestaltet und den Besuchern präsentiert. Inzwischen lassen ihn immer mehr Städte und Gemeinden anlegen.

Ein Natur-Ruh-Areal ist eine Variante, es ist zumeist aus ökologischen Gründen mit vielen Stauden, Gehölzen und Bäumen bepflanzt. „Anders als Memoriam-Gärten und Ruhegemeinschaften wirken Natur-Ruh-Areale, trotz gärtnerischer Pflege, etwas naturnaher. Hier wird den Pflanzen Raum gegeben, sich zu entwickeln“, erläutert der Bund Deutscher Friedhöfsgärtner. Diese Areale haben manchmal nur zehn Quadratmeter, manchmal aber auch 300 Quadratmeter und mehr. Teilweise sind sie zusätzlich mit Nistkästen, Igelhöhlen, Insektenhotels oder bienenfreundlichen Pflanzen bestückt. Für Besucher stehen Sitzbänke zur Verfügung. Gelsenkirchen hat gerade erst ein solches Areal eröffnet. „Ein Kleinod“, sagt Gasseling.

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Einen Friedwald mit anonymer Bestattung lehnt Gasseling ab. Zum einen sieht er ihn nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar. „Er ist nicht das, was die Kirche bevorzugt. Zudem gibt es Angehörige, die es hinterher bedauern, weil sie für die Trauer kein konkretes Grab haben“, argumentiert er. Zum anderen sprächen auch wirtschaftliche Gründe gegen den SPD-Vorschlag. Die Stadt müsse eine Fläche erwerben und für die Allgemeinheit zugänglich machen. „In jeder Ortschaft gebe es einen zentral gelegenen Friedhof, zu dem die Angehörigen keine längeren Wege in Kauf nehmen müssten“, sagt der Lüttinger. Durch die Urnenbeisetzung werde schon jetzt viel weniger Platz benötigt, die Zahl der ungenutzten Flächen wächst. Zudem müsse ein Friedhof kostendeckend sein. Das heißt, je weniger Menschen dort beerdigt sind, umso höher die Gebühren.

Für seinen eigenen Vorschlag eines Natur-Ruh-Areals hat Gasseling schon die lokalen Möglichkeiten ausgelotet. Marienbaum könnte als Standort in Frage kommen oder der große Friedhof am Holzweg, schlägt er vor. Allerdings würde die Umsetzung dauern, denn die bestehenden Liegezeiten müssen erst enden.