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Xanten: Bus lässt Familie mit Kinderwagen stehen – Fahrer entschuldigt sich

Haltestelle in Xanten-Wardt : Bus lässt Familie mit Kinderwagen stehen – Fahrer entschuldigt sich

Eine Familie wollte mit ihrem Kinderwagen in einen Bus einsteigen. Aber der hintere Eingang war zu schmal, und vorn durften sie nicht einsteigen – das Fahrzeug fuhr ohne sie weiter. Fahrer und Firma entschuldigen sich.

In Xanten ist am Mittwochabend einer Familie die Fahrt in einem Bus verwehrt worden. Sie hatte mit einem Kinderwagen an der Haltestelle Hafen Wardt einsteigen wollen, aber die hintere Tür war zu schmal gewesen. Deswegen hatten die Mutter und ihr Mann den Busfahrer gebeten, dass sie mit ihren beiden Kindern und dem Kinderwagen vorn einsteigen dürfen. Das hatte dieser jedoch abgelehnt. Die Familie habe deshalb von Wardt bis nach Marienbaum laufen müssen. So berichtet es eine Verwandte der Frau auf Facebook. Die Xantener Firma Verhuven, die im Auftrag der Niag die Linie SL 42 bedient, bestätigte auf Anfrage den Vorfall.

Der Busfahrer habe sich leider falsch und im Umgang mit der Familie auch nicht korrekt verhalten, teilte Theo Verhuven junior mit. „Ebenso wie er selbst bedauern wir diesen Vorgang außerordentlich.“ Der Busfahrer habe den Fall direkt am Morgen von sich aus der Geschäftsführung geschildert. „Wir bitten die Familie um Entschuldigung.“ Das Unternehmen werde sich noch direkt an sie wenden. „Unser Fahrer wird sich persönlich bei der Familie melden und sich entschuldigen.“ Das Unternehmen biete ihr zudem einen Gutschein für weitere Busfahrten an.

Hintergrund für das falsche Verhalten des Fahrers sei eine Dienstanweisung gewesen, erklärte Verhuven. Wegen der Corona-Pandemie sind demnach der Einstieg vorn und der Fahrkartenverkauf beim Fahrpersonal in den Bussen ausgesetzt. So berichtet es auch der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Diese Vorsichtsmaßnahme diene dazu, die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung sowohl für die Fahrerinnen und Fahrer als auch für alle Fahrgäste zu minimieren.

Am Mittwoch sei allerdings ein kleinerer Niederflurbus eingesetzt worden, und bei diesem Fahrzeug sei der Einstieg für Fahrgäste mit Kinderwagen nur vorn möglich, berichtet Verhuven weiter. „In diesen Fällen besagt die Dienstanweisung, dass der Fahrer die Fahrgäste mit Kinderwagen abweichend vorn einsteigen lassen muss“, erklärt er. Durch den Zeitdruck, rechtzeitig wieder abfahren zu müssen, habe der Fahrer diese Dienstanweisung leider falsch ausgelegt.

Es habe nichts mit der Familie selbst zu tun gehabt, er sei in der Situation leider überfordert gewesen und hätte vollkommen überreagiert, habe der Mitarbeiter versichert. „Wir dürfen noch einmal betonen, dass wir diesen Vorfall sehr bedauern und ihn zum Anlass nehmen, unsere Fahrerinnen und Fahrer noch einmal zu den Dienstanweisungen in der Corona-Krisensituation zu unterrichten.“