Xanten: Bürgermeister Thomas Görtz macht Nachtschicht im Krankenhaus

Debatte um Notarztstandort : Xantens Bürgermeister macht Nachtschicht in der Rettungswache

Thomas Görtz ist eine Nacht lang mit den Rettungssanitätern zu Einsätzen gefahren. Hintergrund ist die Debatte um den Notarztstandort. Seine Wertschätzung für den Rettungsdienst sei noch einmal gestiegen, sagt Xantens Bürgermeister.

Nach einem Nachtdienst in der Rettungswache hat sich Bürgermeister Thomas Görtz noch einmal für den Erhalt des nächtlichen Notarztstandortes in Xanten ausgesprochen. Er wolle die Diskussion um Statistiken nicht zusätzlich befeuern, deshalb sei die Zahl der Einsätze, die er erlebt habe, zweitrangig, teilte er mit. Er könne aber versichern, „dass es eine alles andere als ruhige Nacht war und auch der angeblich in Xanten nicht benötigte Notarzt während meiner Nachtschicht zum Einsatz kam“.

Der Kreis Wesel überarbeitet derzeit den Rettungsdienstbedarfsplan. Dieser bestimmt, wo sich Rettungswachen und Notarztstandorte befinden. Ein Gutachter hatte vorgeschlagen, dass die nächtlichen Notarztstandorte Xanten und Rheinberg in Alpen zusammengelegt werden. Dagegen protestierten die betroffenen Kommunen und Bürger. Der Kreis entschied daraufhin, dass die nächtlichen Notarztstandorte in Xanten und Rheinberg erst einmal erhalten bleiben, aber die Einsatzzahlen nach einem Jahr überprüft werden.

Vor dem Hintergrund dieser Debatte habe er eine Nachtschicht mit den Rettungssanitätern auf der Rettungswache verbracht, berichtete Görtz weiter. Dabei sei es ihm darum gegangen, mehr über den Arbeitsalltag der Männer und Frauen zu erfahren. „Die Gespräche mit den Kollegen waren für mich eine beeindruckende Erfahrung und haben meine ohnehin schon vorhandene Wertschätzung und Anerkennung für die Arbeit des Rettungsdienstes noch erhöht.“ Er habe Einblicke in die Arbeitsabläufe, den Umgang mit dem 24-Stunden-Schichtdienst und mit der ständigen Alarmbereitschaft erhalten, die man vom Schreibtisch aus nie bekommen könne. In den Vorjahren hatte Görtz ein Tagespraktikum im Baubetriebshof und im ambulanten Pflegedienst der Caritas gemacht.

(RP)
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