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Xanten bleibt Fairtrade-Stadt

Fairtrade in Xanten : Xanten bleibt Stadt des fairen Handels

Die Domstadt darf sich zwei weitere Jahre Fairtrade-Stadt nennen. Darüber freut sich die Steuerungsgruppe, die 2012 dazu einen Antrag gestellt hatte. Im Rathaus gab es jetzt eine Übersicht über die Aktivitäten.

Xanten ist nicht nur die bundesweit einzige Stadt, die einen Fußball mit dem eigenen Fairtrade-Stadt-Logo von der Firma Derby Star aus Goch hat, die die gesamte Bundesliga mit ihren Fußbällen versorgt: Xanten bleibt auch für weitere zwei Jahre Stadt des fairen Handels.

Am 27. Oktober 2012 hat der Verein TransFair mit Sitz in Köln Xanten erstmals als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet. Alle zwei Jahre wird überprüft, ob weiterhin die Kriterien für eine solche Auszeichnung erfüllt sind. Das sind sie, wie die Kampagnenleitung Fairtrade-Towns jetzt zur Freude der Steuerungsgruppe entschieden hat. Die hat in den vergangenen Jahren unermüdlich eine Vielzahl von Aktionen initiiert, die den Titel mit Leben füllten.

Der Steuerungsgruppe unter Federführung von Wolfgang Schneider und Klaus Wolfertz von der Eine-Welt-Gruppe gehören Margarete Felbert und Christoph Laugs (Kolpingsfamilie), Anette Artz (Weltladen), Margarita Peinemann (Eine-Welt-Gruppe), Vertreterinnen der Fairtrade-Schools Marienschule (Irene van Dam) und Gesamtschule Xanten-Sonsbeck (Martina Wagner), der Politik (Werner Fellmann und Tanko Scholten) und Bürgermeister Thomas Görtz an.

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„Seit 1986 bemühen wir uns um faire Handelsprodukte, die wir im Weltladen verkaufen“, begründete Schneider in einem Pressegespräch, warum sich Eine-Welt-Gruppe und Kolpingsfamilie vor sechs Jahren auf den Weg gemacht haben, Fairtrade-Stadt zu werden, und am 10. März 2012 einen entsprechenden Antrag an der Stadtrat gestellt hatten, der am 9. Mai 2012 von allen Ratsfraktionen mitgetragen wurde. Weltweit gibt es mehr als 2000 Fairtrade-Towns, zum Beispiel London, Rom, Brüssel, San Francisco. Xanten war seinerzeit die 122. Fairtrade-Stadt in Deutschland (inzwischen sind es bundesweit 540 Städte).

Es gibt fünf Kriterien, die (mindestens) erfüllt sein müssen, um den Titel tragen zu dürfen: Der Stadtrat fasst einen Beschluss zur Unterstützung des fairen Handels und setzt im Rathaus mindestens zwei Fairtrade-Produkte ein. Eine Steuerungsgruppe mit mindestens drei Personen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft koordiniert die Aktivitäten zum Fairen Handel in der Stadt; Produkte aus Fairem Handel werden in öffentlichen Einrichtungen (Schulen, Vereinen, Kirchen) verwendet und mindestens zwei in Geschäften und gastronomischen Betrieben verkauft. Kriterium Nummer fünf: In der Stadt wird Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Fairer Handel betrieben.

Alle Kriterien und noch vieles darüber hinaus werden in Xanten erfüllt. Im Rathaus gibt es bei Sitzungen, Pressegesprächen und sonstigen Veranstaltungen Kaffee, Tee, Saft, Schokolade, Gebäck aus fairem Handel. Neubürger erhalten Fairtrade-Stadt-Baumwolltaschen, gefüllt mit Informationen zu Aktivitäten in Xanten. Die Kolpingsfamilie und die Eine-Welt-Gruppe laden jedes Jahr zu einem fairen Frühstück ein. Bei der gemeinsamen Aktion „Xanten fairschönern“ mit dem Sromanbieter innogy haben Schulkinder und Jugendliche Stromkästen in der Innenstadt unter dem Motto „Fairtrade-Stadt Xanen: bunt, tolerant, weltoffen“ mit bunten Motiven bemalt, ein Werbeflyer mit einem Rundweg entlang aller bemalten Kästen wurde gedruckt (und ist im Rathaus, Weltladen und bei der TIX erhältlich).

Immer wenn Fußball-Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften sind, organisiert die Steuerungsgruppe einen Fair-milientag mit Menschenkicker, bei dem die Spieler natürlich T-Shirts aus fairem Handel tragen. Im Weltladen hat das Team um Anette Artz in diesem Jahr erstmalig 14 Tage lang faire Kleidung aus dem Esperanza-Weltladen in Wesel angeboten. Und: „Wir haben uns als Eine-Welt-Gruppe in den geplanten Tante-Emma-Laden in Wardt eingeklinkt und Genossenschaftsanteile gekauft“, so Schneider. Allerdings dürfte es nach Auskunft von Bürgermeister Görtz wohl noch eineinhalb Jahre dauern, ehe der Laden „Inselbrot“ seine Türen öffnen kann: Noch tut sich rein gar nichts in dem neuen Baugebiet Meerend/Strohweg.

Die Steuerungsgruppe konnte zwischenzeitlich die katholische Propsteigemeinde St. Viktor und die evangelische Kirchengemeinde Xanten-Mörmter für die Unterzeichnung und Anwendung der „Magna Charta“ gegen ausbeuterische Kinderarbeit gewinnen. Der St.-Viktor-Stamm der St. Georgs-Pfadfinder hat am 19. Oktober seine Bewerbung als Fairtrade-Scouts abgegeben – bundesweit gibt es erst zehn Fairtrade-Scouts-Stämme. Auch am Stiftsgymnasium macht sich jetzt ein Team auf den Weg, die Kriterien zu erarbeiten und zu erfüllen, die man braucht, um Fairtrade-Schule zu werden. Und die Gesamtschule Xanten-Sonsbeck will sich nach Auskunft von Lehrerin Martina Wagner an drei Projekttagen vor den Weihnachtsferien mit dem Thema fairer Handel beschäftigen.