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Xanten: Birtener wollen U3-Betreuung in ehemaliger Grundschule

Xanten : Birtener wollen U3-Betreuung in alter Schule

Im Bezirksausschuss entbrannte ein Streit über die künftige Nutzung der ehemaligen Grundschule.

Vor drei Jahren haben die letzten Viertklässler die Birtener Grundschule verlassen, seither steht das Gebäude leer. Eigentümerin ist die Stadt Xanten; konkrete Pläne, was mit dem Gebäude passiert, gibt es noch nicht. Derzeit erarbeitet die Verwaltung gemeinsam mit dem Land ein Gesamtkonzept, gefördert durch Landesmittel.

Birtens CDU-Vorsitzender Thomas Janßen wüsste schon, was man damit machen könnte: Die Schule (oder Teile davon) für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren zur Verfügung stellen. In dem vorhandenen Kindergarten, der in kirchlicher Trägerschaft ist und in dem 44 Plätze für Kinder über drei Jahren angeboten werden, ist dies aus Platzgründen nicht möglich.

Anfang August ist ein entsprechender Antrag des Fördervereins des St. Elisabeth-Kindergartens auf „ortsnahe bedarfsgerechte Deckung des U3-Betreungsbedarfes“ beim Bürgermeister eingegangen. Im Bezirksausschuss nutzte Janßen in seiner Funktion als Vorsitzender des Fördervereins des St. Elisabeth-Kindergartens die Einwohnerfragestunde, um seine Idee vorzutragen. „Es ist nicht Aufgabe der Stadt, Gebäude für eine U-3-Betreuung zur Verfügung zu stellen,“ machte Dezernent Niklas Franke unmissverständlich klar. Es habe auch schon Gespräche mit der Propsteigemeinde gegeben, die allerdings „kein großes Interesse hat, die Kindertagesstätte auszubauen und dafür die Grundschule oder Teile davon anzumieten.“

Außerdem müsste die Schule natürlich auch entsprechend umgebaut werden. „Legen Sie doch einmal Zahlen auf den Tisch: Wie viel Miete will die Stadt denn haben, und wie viel würde so ein Umbau kosten,“ will Janßen wissen. „Es gibt genug Leute im Dorf, die anpacken würden.“ Unterstützung bekam er von Müttern aus den Reihen der Zuhörer.

Schule zu, Kindergarten rein: Das sei doch der Plan gewesen, als die Grundschule vor drei Jahren geschlossen wurde, so Ausschuss-Mitglied Hermann Janßen (CDU). Studenten der Hochschule Rhein-Waal hätten dies in ihrem Dorfentwicklungskonzept auch genau so formuliert. Franke: „Die Ideen von Studenten können doch nicht immer eins zu eins umgesetzt werden.“ Es gebe aber doch eine Zusage vom Rat, das Gebäude den Birtenern zur Verfügung zu stelle, so Janßen. Franke: „Das stimmt doch gar nicht!“ Janßen bestand darauf, dass die Stadt das Gebäude zur Verfügung stellen muss. Franke sicherte zu, dass die Stadt alle Optionen prüfen würde, auch die einer Kindertageseinrichtung. Anfang nächsten Jahres werde das Gesamtkonzept dann als erstes im Bezirksausschuss Birten vorgestellt, sicherte Franke zu. Abriss? Erhalt? Die Entscheidung, was mit der leerstehenden Grundschule passiert, trifft der Rat. „U-3-Betreuung, Wohnungen, Gemeinschaftsräume für Vereine: Alles ist möglich, wenn man einen Investor findet“, so Franke.

„Der Rat begrüßt den Antrag des Fördervereins und beauftragt die Verwaltung, bei den Überlegungen hinsichtlich der künftigen Verwendung des Grundschulgebäudes Optionen hinsichtlich der Kindertageseinrichtung zu prüfen.“ So der Beschlussvorschlag der Verwaltung. Dem konnten die sechs CDU-Mitglieder im Bezirksausschuss allerdings nicht zustimmen: Wäre das Wort „prüfen“ durch „einrichten“ ersetzt worden, wären sie einverstanden gewesen.