Xanten Birten: Amphitheater steht vor ungewisser Zukunft

Spielstätte in Birten : Amphitheater vor ungewisser Zukunft

Auf der Bürgerversammlung am Donnerstag in Birten sollen erste Weichen für das römische Bodendenkmal gestellt werden. Der Kartenvorverkauf 2019 für die Piratengeschichten und für die Sommerfestspiele läuft.

Ab Donnerstag geht es für das Amphitheater Birten um die Zukunft. Auf einer Bürgerversammlung will die Stadt die Ergebnisse eines Gutachters vorstellen und die Meinung der Einwohner einholen, wie es mit der ehemals römischen Spielstätte auf dem Fürstenberg weitergehen soll. Für dieses Jahr sind Veranstaltungen in der im Wald gelegenen Spielstätte noch gesichert. Die Piraten haben sich wieder im Sommer eine Reihe von Wochenenden gesichert, um ihre Geschichte von Captain Flint und seiner Piratencrew weiterzuspinnen. Außerdem hat der Kartenvorverkauf für die Sommerfestspiele im August mit Live-Musik, Kabarett und Theater begonnen.

Aber was kommt dann? Ein Ingenieurkonzept hat das Amphitheater durchleuchtet und einen erheblichen Sanierungsbedarf festgestellt. Im März hatte die Bezirksregierung zusätzlich auf ein Nutzungs- und Veranstaltungskonzept gedrungen, denn eine Sanierung kann möglicherweise mit Landeszuschüssen erfolgen.

Im Veranstaltungskalender 2019 steht schon mal das Pirates-Action-Theater, seit einigen Jahren eine feste Größe in Birten. Die Proben zu dem Stück „Die Rache des Don Montego“ laufen seit November. Vermutlich noch in diesem Monat findet zudem ein Casting für Statistenrollen statt. Die Mischung aus Actiontheater und Showeinlagen vor und nach den Aufführungen scheint anzukommen. Im zweiten Jahr war die Zahl der Zuschauer um 30 Prozent gestiegen, ein Jahr später noch einmal um 20 Prozent.

„Wir hatten gerade erst auf einer Messe in Kalkar eine gute Resonanz festgestellt. Das Potential an Besuchern ist lange noch nicht ausgeschöpft“, ist sich Intendant Ralf Winterhoff sicher. Manche hätten das Angebot der Piraten in Birten noch nicht gekannt und wollten jetzt kommen, andere seien regelmäßige Gäste, die sich auch 2019 die Veranstaltungen ansehen wollten, berichtet er.

Nach einem Eröffnungskonzert am Freitag, 5. Juni, sticht Captain Flint in den folgenden Wochen gleich mehrmals in See. Premiere des Stücks ist am Samstag, 6. Juli. Die letzte Vorstellung beginnt am Samstag, 20. Juli, um 19.30 Uhr. An den Spieltagen öffnet der Markt mit kleinem Rahmenprogramm bereits zwei Stunden vorher, bei Konzerten eine Stunde vorher.

Die neue Geschichte ist eine Fortsetzung von 2018. Damals konnte der durchtriebene Generallisimo Eduardo Alvarez Montego de Silva zwar nicht das spanische Gold zurückerobern, doch er nahm Flint und seine Gefährtin Maria Lopez gefangen. Mit diesen Geiseln in der Hand scheinen sich seine Rachepläne zu erfüllen. Wird es ihm gelingen, Flint an den Galgen zu bringen, bevor seine Crew ihn befreien kann? Oder wird er auch an der Mannschaft Rache nehmen können? Die Auflösung des Rätsels gibt es im Sommer.

Bis dahin wird sich vielleicht auch die weitere Nutzung des einzigen Bodenamphitheaters im früheren Römischen Reich abzeichnen. Zwei Positionen müssten in Einklang gebracht werden, sagte Bürgermeister Thomas Görtz in der vergangenen Woche in einem Pressegespräch. Auf der einen Seite der Bodendenkmalschutz, der den historischen Wert erhalten und präsentieren möchte. Auf der anderen Seite die Arena als Spielstätte gegenwärtiger kultureller Veranstaltungen. Ein reines Theater dürfe nicht daraus werden. Damit wäre auch ein langfristiger Aufbau von Bühne oder Kulissen nicht möglich.

Am Donnerstag, 7. Februar, wird eine künftige Nutzung Thema sein auf einer Bürgerversammlung ab 18 Uhr in der ehemaligen Grundschule Birten. Dann sind die Anwesenden auch aufgerufen, eigene Ideen und Vorschläge einzubringen.