Xanten: Bewohner des St.-Elisabeth-Heims fahren mit Nibelungenexpress

Xanten : Senioren genießen Fahrt mit Nibelungenexpress

Bewohner des St.-Elisabeth-Heims wurden durch die Stadt kutschiert. Das Angebot von Betreiber Ralf Graumann sorgte für viele freudige Gesichter.

Der Zug ist mal wieder pünktlich auf die Minute. Der Nibelungen-Express mit Ralf Graumann am Steuer erklimmt gemütlich die letzten Meter hoch bis zum St.-Elisabeth-Wohnheim, um Bewohner für eine Stadtrundfahrt aufzunehmen. „Haben Sie die Rechnung dabei?“, fragte eine Mitarbeiterin des Hauses. Welche Rechnung? Stimmt ja, der Chauffeur hat auch in diesem Jahr wieder eine ehrenamtliche Fahrt angeboten, um die älteren Herrschaften durch die Stadt zu kutschieren.

Zum siebten oder achten Mal, so genau weiß er es nicht mehr. Für manche seiner Fahrgäste ist es eine Premiere. „Ich bin gespannt“, sagt Erika Gentzsch. Xanten gefällt ihr sehr. „Letztens haben mein Bruder und meine Schwägerin hier Urlaub gemacht. Sie waren total begeistert.“ Die Innenstadt kennt die Seniorin von ihren eigenen Gängen, die Sehenswürdigkeiten außerhalb wird sie nun, gemütlich im Zuf sitzend, sehen und allerhand Interessantes darüber erfahren.

Platz in dem grün lackierten Fahrzeug ist ausreichend. „Wir kriegen 46 mit“, sagt Ralf Graumann. Ganz so groß ist die Gruppe, die sich eingefunden hat, aber doch nicht. Ein Treppchen als Einstiegehilfe? Kein Problem. Ist auch an Bord. „Die Rollatoren können hier bleiben. Wir brauchen sie ja nicht“, erklärt Graumann.

Für ihn war 2018 eher durchwachsen. Kein Zweifel, es herrschte tolles Wetter, Touristen strömten in die Stadt. Trotzdem verzeichnete Graumann kein Rekordjahr. „Es war zu heiß.“ Unter dem Strich rechnet er mit fünf bis sieben Prozent weniger Fahrgästen als noch 2017. Auch wegen der Baustelle in der Fußgängerzone ab der Tourist Information. „Sie hat irgendwie auch Fahrgäste abgehalten.“ Und der Sonntag des Bundesfests fehlt ebenfalls in seiner Bilanz. Aber die Saison ist ja noch nicht vorbei. Bis Ende des Monats wird er seine Touren durch die Stadt noch anbieten.

Nach der Bahnhofstraße soll nun auch die Marsstraße einen barrierefreien Fußgängerweg erhalten. Für die Senioren wie Erika Gentzsch wäre es eine Wohltat, nicht mehr auf dem holprigen Kopfsteinpflaster gehen zu müssen. Ralf Graumann muss sich dann für die Dauer der Bauarbeiten erneut eine neue Route in diesem Teil der Kernstadt ausdenken. Aber, zeigt er sich optimistisch, der DBX arbeite ja immer sehr lösungsorientiert.

193.000 Kilometer hat die Zugmaschine seines Express schon auf dem Buckel. Zum Glück angetrieben mit Benzin, nicht mit Diesel, sagt Betreiber und Fahrer Graumann. Demnächst will er vollkommen emissionsfrei fahren. Die Umstellung eines Fahrzeugs auf E-Antrieb hat er schon lange geplant, der Antrag auf Förderung durch den Bund ist gestellt. Rund 50.000 Euro netto wird die Umrüstung kosten, von denen er selbst 40 Prozent tragen muss.

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