Xanten: Xanten bekommt Wegweiser für Selfies

Xanten: Xanten bekommt Wegweiser für Selfies

Im Stadtgebiet gibt es jetzt zehn offizielle Selfie-Points. Das gibt es in Deutschland sonst nur auf Sylt. An den Punkten können sich Menschen vor den Wahrzeichen der Stadt fotografieren, gestern wurde der erste offiziell eingeweiht.

Für alle, die mit dem Begriff noch fremdeln: Selfies, das sind Fotos. Und zwar solche, die man von sich selbst macht, meistens mit dem Smartphone. Die Bilder sind also nichts anderes als Selbstporträts. Sie werden meistens geknipst, um sie anschließend in sozialen Netzwerken im Internet zu teilen.

Dieses Spielchen brachte Marc Torke, bekannt als Moderator bei Radio KW, jetzt auf eine Idee. Er hat sogenannte Selfie-Points erfunden. Orte, die sich für ein besonders schönes Selfie anbieten, will er kennzeichnen. Für seinen Einfall hat sich Torke auch gleich die Namensrechte gesichert. Denn mit seiner Idee will er noch hoch hinaus.

Vorerst beginnt aber alles im Kleinen, und zwar in Xanten. Auf dem Markt hat Bürgermeister Thomas Görtz gestern den ersten von insgesamt zehn offiziellen Selfie-Points eingeweiht. Es ist der erste auf dem deutschen Festland, ansonsten gibt es die Fotopunkte nur auf Sylt. "Wir wollen hier sehen, wie die Idee angenommen wird", sagt Initiator Marc Torke.

Hinter der Idee der Selfie-Points steckt ein simples Prinzip: Für die Städte sind die Fotopunkte eine günstige und effektive Form, Werbung für sich zu machen. "Selfies sind die Postkarten des 21\. Jahrhunderts. Die Stadt Xanten hat dadurch die Möglichkeit, noch bekannter zu werden", sagt Torke. Experten sprechen von viralem Marketing. Das geht so: Touristen kommen in die Stadt, fotografieren sich an Selfie-Points und verbreiten die Inhalte im Internet. So werden die städtischen Wahrzeichen, die jeweils im Hintergrund eines Selfies zu sehen sein sollen, von vielen Menschen gesehen, kommentiert und geteilt und dadurch von noch mehr Menschen betrachtet.

Im Internet kursieren unzählige Fotos, die auf diese Weise kleinere oder größere Karrieren gemacht haben. Eigentlich jeder kennt das Bild von Angela Merkel, die nach dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft gemeinsam mit Lukas Podolski für ein Selfie posierte - mitten in der Umkleide der Nationalelf.

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Bürgermeister Görtz hat die Idee, die hinter den Bildern steckt, anscheinend gut gefallen. Er erteilte Torke und seinen Mitstreiter "ganz unbürokratisch", wie er sagt, die Genehmigung, die zehn Punkte mit kleinen Straßengraffitis zu markieren. "Auch für Xantener sind Selfies eine Möglichkeit, Identifikation auszudrücken. Sie sind ein nettes Visitenkärtchen, das man weitergeben kann", sagte der Bürgermeister.

Neben dem Foto-Punkt am Markt gibt es neun weitere Selfie-Points. An der Kriemhildmühle, am Gotischen Haus, an der Klever Straße und am Klever Tor, am Plaza del Mar, am Hafen Wardt, an der Fischerstraße in Lüttingen und an der Rheinfähre sowie am Ziegelhof.

Die Stadt Xanten erhält diesen "Service" übrigens (noch) gratis. In Zukunft wollen Torke und Co. mit der Idee Geld verdienen, daraus machen sie keinen Hehl. "Wir wollen die Lizenzen für die Points vermarkten und sie verkaufen", sagt Steve Tieck, der Torkes Idee mit seiner Marketingagentur unterstützt. "Kauft eine Stadt die Points, kümmern wir uns um die Stellen. Die Städte kriegen ein komplettes Marketingpaket."

Dass die Bilder nicht nur bei jungen Leuten ankommen, bewies gestern Agnes Hergenröther. Sie ist 79 und findet die Idee toll. Zu den Selfies ist sie durch ihre Enkelin gekommen. "In den Herbstferien hat Oma das alte Smartphone meiner Mutter bekommen, seitdem ist sie Fan", sagt Enkelin Luca. "Aber ich übe noch", gestand ihre Großmutter. Ein Bild von sich selbst zu knipsen, ist nämlich gar nicht so leicht.

(RP)
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