Xanten: Bandnacht knackt alle Rekorde

Enni Night of the Bands 2018 in Xanten : Bandnacht knackt alle Rekorde

So viele Besucher wie noch nie strömten Samstagabend in die Xantener Innenstadt. Der Moerser Energieversorger Enni hatte zur Night of the Bands geladen. Irritationen gab es bei manchen Konzertzeiten.

Bereits acht Mal hat die Stadt Xanten ganz im Zeichen der Veranstaltungsreihe „Enni Night of the Bands“ gestanden, aber nie zuvor besuchten so viele Gäste wie am vergangenen Samstag die zahlreichen Konzerte. Dass sich schon um acht Uhr ein Engpass in der Versorgung mit Tickets und Bändchen abzeichnete, zeigte, dass selbst der Veranstalter, Adam Ruta, Chef des Unternehmens Gastro Event nicht mit derartig vielen Gästen gerechnet hatte.

Zwölf Bands traten in zehn verschiedenen Lokalen auf und spielten dort Konzerte, die nicht nur im Allgemeinen auf eine große Zustimmung stießen, sondern auch die Gesamtheit aller Musikgenres abdeckten. Die Bandnacht begann um 18.30 Uhr im Ristorante Teatro, wo die Rockband „Opa kommt“ Hunderte Gäste stundenlang mit ihren Rockoldies faszinierte. Nicht allen Besuchern konnte gleichzeitig Eintritt gewährt werden, das Warten vor dem Restaurant fiel aber keinem der Musikfans schwer, denn erstens klang die fetzige Musik bis draußen durch, und zweitens trafen die Gäste mehrfach auf Freunde oder Bekannte, mit denen sie gern ins Gespräch kamen. Und gerade das macht die Bandnacht so beliebt: Ihr Besuch hat eine hohe soziale Komponente und einen großen musikalischen Unterhaltungswert.

Traditionell eröffnet „Opa Kommt“ (Foto) um 18.30 Uhr im Eiscafé Teatro die Bandnacht. Diesmal spielte allerdings schon um 18 Uhr Blue Note 66 im BB’s. Das führte dazu, dass viele Besucher dort zur späterer Stunde vor verschlossener Tür standen. Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Songs aus dem Rock ‘n Roll & Rockabilly standen in BB’s Rhein Street Food-Restaurant auf der Playlist der Band Blue Note 66, das aber schon um 18 Uhr und nicht erst um 20 Uhr, wie es versehentlich in dem Online-Programmheft zu lesen war. Bereits um 20.30 Uhr war es zappenduster in dem Lokal, zu dem so mancher Gast später noch vergebens kam.

Oldies, Schlager, Pop- & Soulclassics spielte das Plug Play Duo in De Kelder, mit Funk, Soul, R&B und Rock begeisterten Granufunk wie im letzten Jahr bis früh in den Sonntagmorgen hinein im Hotel Neumaier. Zum ersten Mal schlossen sich die in Xanten sehr beliebten Gasthäuser Karthaus X² und Wersinski der Enni Night of the Bands an. Für beide Lokale eine goldrichtige Entscheidung, denn sie waren genauso überlaufen wie fast alle weiteren Lokale. Dass die Classic-Rock-Formation Formula 4 zum wiederholten Mal in Xanten abgefeiert wurde, hat die legendäre Band aus Sarajevo zu einem großen Teil den charismatischen Sänger Ljubisa Racic, der sich immer wieder gern in ein Leopardenkostüm zwängt, zu verdanken. Sehr zufrieden über die Einladung nach Xanten zeigten sich die Akustikhelden aus Osnabrück, die eng mit dem Veranstaltungsteam zusammenarbeiten und ein tolles Gastspiel am Plaza Del Mar gab. „Wir sind begeistert von der Stimmung hier in Xanten“, erklärten die Musiker, ihre Heimatstadt könne sich ein Beispiel dran nehmen.

In der Jugendkulturwerkstatt Exit spielten die drei Bands, die den diesjährigen Contest „Deine Bühne“ gewonnen hatten, nacheinander großartige Gigs. Gemeinsam mit der Rheinischen Post hatte das Energie-Unternehmen Enni mit Geschäftsführer Stefan Krämer drei Nachwuchsbands gesucht, die frischen Wind in die Nächte der Bands in Xanten, Rheinberg und Moers bringen. Den ersten Auftritt hatte die Moerser Band Monotyp um 20.30 Uhr, zunächst vor einem recht überschaubaren Publikum, da der Beginn des Konzerts online versehentlich auf 21.45 Uhr terminiert worden war. Sie hatte bei dem Contest Platz 2 belegt. Auf Platz 1 war die Alternative-Band The Mourning Post aus Grevenbroich gelandet. Platz 3 gewann Black Orchid – ein Heimspiel für die Band aus Xanten. In Titeln wie Limbo, Venture und Habor klangen bei The Mourning Post gleichermaßen laute und leise Klänge an, die deutlich Einflüsse des Emo- und Pop-Genres spürbar machten. Richtig laut wurde es, nachdem Black Orchid auf die Bühne gekommen war. Mit selbstgeschriebenen Titeln wie „Loose ‘n‘ Broke“ and „Where’s my mind?“ faszinierten Sängerin Louisa Költgen, die der Band ihren Namen gab, Schlagzeuger Fabian Heekeren, der Bassist Eric Dellmann und Hannah Strauß sowie Till Hunke an der Gitarre das Publikum, das so richtig „abging“, um das begeisterte Tanzen und Mitsingen im Stil der Jugendsprache auszudrücken. Georg van Schyndel, Leiter der Jukuwe, und auch der Fahrer des Nibelungenexpresses, Ralf Graumann, zogen eine sehr positive Bilanz: „Auch diese Enni Night of the Bands hat gezeigt, dass in Xanten viele Hunderte Menschen friedlich, aber vor allem ausgelassen und in bester Stimmung miteinander feiern können.“