Xanten: Axel Götze-Rohen ist neuer Deutschland-Chef der Kiwanis

Xanten: „Wir sind geerdet mit Niveau“

Der Xantener Axel Götze-Rohen ist seit Anfang Oktober neuer Vorstandsvorsitzender der Kiwanis Deutschland. Ein Gespräch über Aufgaben, Visionen und niederländischen Akzent.

Axel Götze-Rohen ist engagierter Xantener Bürger. Erfolgreicher Geschäftsmann, Ehemann, Vater. Er kennt hier Land und Leute, war lange in der Kommunalpolitik tätig, bevor er sich schließlich dazu entschied, Abstand davon zu nehmen. Das ehemalige FDP-Mitglied suchte neben seiner Arbeit einen sozialen Austausch, wollte der Gesellschaft etwas zurück geben, verriet er. Kurzum gründete er vor zehn Jahren den Kiwanis Club Xanten, um Kinderhilfe zu leisten und leitete ihn für drei Jahre selbst.

Nun hat er es bis an die Spitze geschafft. Seit dem 1. Oktober ist er Vorstandsvorsitzender (Governor) der Kiwanis Deutschland. Weltweit gibt es etwa 15.000 lokale Clubs. Ziele sind der Kiwanis sind karitatives Engagement für andere Menschen. Die Clubs verfolgen auf regionaler und lokaler Ebene Projekte, um anderen Menschen, insbesondere Kindern, zu helfen.

Daher ist Götze-Rohens Weg an die deutsche Spitze auch kein zufälliger gewesen, sondern durch seine bisherige Laufbahn geebnet. „Als Gründungspräsident habe ich eine besondere Rolle im Verein“, erklärt der 56-Jährige. Es gehe locker bei den Kiwanis zu, jedoch seien strukturelle Hierarchien vorgegeben. Auf einen Club folgt die Division, danach kommt der Distrikt. „In unserem Falle ist das Deutschland“, erklärt Götze-Rohen. „Man muss zwingend schon mal eine Distriktaufgabe gemacht haben, bevor man zum Governor gewählt werden kann.“ Und das hat er.

Götze-Rohen steht hinter seinem Verein, trägt stets die Kiwanis-Kappe auf dem Golfplatz. Dabei bleibe in seinem Alltag aber nur wenig Freizeit, um sein Handicap zu verbessern. Ebenso wie seine Fotografie-Fähigkeiten. Er betitelt sich selbst lieber als „Hobby-Knipser mit deutlich mehr Ambitionen als Vermögen“. Auf seinen Kiwanis-Reisen gelinge ihm aber immer wieder ein ganz ordentlicher Schnappschuss, trotz seiner Farbenblindheit. Über die Fotografie spricht er lange und gerne – ebenso wie über die Kiwanis und die mit seiner Funktion einhergehenden Aufgaben.

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„Wir sind eine sehr traditionell gestrickte Organisation“, fährt er fort. Das möchte der Xantener, der sich selbst als „im Geiste liberal“ bezeichnet, ein wenig aufbrechen. Oder zumindest auf seine Weise neu interpretieren. Anstatt des üblichen Governor-Wimpels ließ Götze-Rohen zu seinem Einstand Frisbee-Scheiben mit seinem Gesicht auf der einen und mit seinem Amtsmotto auf der anderen Seite bedrucken: „Wachsen. Freuen. Helfen.“ ist darauf zu lesen. Wozu all das? „Ich möchte die drei Säulen unserer Organisation dynamisch veranschaulichen“, erklärt er. Eine seiner Hauptaufgaben als neuer Deutschland-Chef wird es sein, die Zahl der Mitgliedschaften zu erhöhen. Die Frisbee ist seine persönliche Herangehensweise, neue Mitglieder zu akquirieren; vielleicht sogar dazu zu bringen, einen Kiwanis-Club selbst zu gründen.

Weltweit gibt es 600.000 Kiwanier. Darunter sind einige Mediziner, viele Unternehmer und auch selbstständige Geschäftsleute. „Wir sind geerdet mit Niveau“, beschreibt Götze-Rohen die Clubs der Hilfsorganisation. Er selbst ist beruflich in der Binnenschifffahrt aktiv. Dadurch komme er häufig in Kontakt mit Niederländern. Dass sein Englisch einen niederländischen Akzent habe, komme daher nicht von ungefähr, sagt er lachend.

In seinem Amtsjahr hat Götze-Rohen also noch viel vor. Danach ist er weiterhin noch als „Immediate Past Governor“ (dt.: unmittelbarer Vorgänger) Vollzeit beschäftigt. Und dann sei er für alles weitere offen. Vorstellen könne er sich, Europa-Chef zu werden. „Spätestens dann höre ich aber auf. Ich habe meiner Frau versprochen, nicht für die Welt-Präsidentschaft zu kandidieren. Dann gibt es kein Privatleben mehr.“

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