Xanten: Ausstellung zum Thema Fenster im Ostwall

Künstlertreff Xanten: Blicke durchs Fenster auf die Kunst

Mit einer Ausstellung zum Thema „Fenster“ wertet der offene Künstlertreff Xanten derweil den Ostwall-Kurpark auf. Die Arbeiten lassen viel Interpretationsspielraum und sind noch bis zum 8. August zu sehen.

Die Kunst muss zu den Menschen kommen, dann klappt das auch mit den Begegnungen. So wie am Sonntag im Ostwall-Kurpark, wo Mitglieder des offenen Künstlertreffs Xanten auf einer Fläche nahe dem Nibelungenkreisel ihre Installationen zum Thema „Fenster“ aufgebaut hatten. Ideengeberin war Inge A. Franz, Gerd Mattissen eröffnete die Ausstellung im Kurpark. Ihn hatte schon Jahre zuvor ein altes Stallfenster auf seinem Bauernhof in St. Tönis zu einem Gedicht inspiriert, das er den Gästen und ausstellenden Künstlern vortrug.

Und was man sonst nur den Bayern zutraut, beherrschten auch die ausstellenden Künstler: Das „fensterln“. Auf deutsch: Durch Fenster einsteigen. Nacheinander schritten sie bei der Eröffnung durch einen halbierten Fensterrahmen, Gerd Mattissen stellte so jeden einzelnen Künstler vor: Martina Gabriel, Rolf-G. Franz, Melanie Wormland, Ralf Neuköther-von Malottki, Renate Migas, Udo Sieberer, Irene Welbers, Ulrike Großholtfurth, Inge A. Franz – „und zum Schluss lauf‘ ich auch eben da durch“, so Mattisen.

Das Thema habe eine große Gestaltungsbreite zugelassen, die jeden Künstler nach seinen Ideen arbeiten ließ. Mit ihren Arbeiten zeigen die Künstler Fenster, „mit denen am Bau nichts anzufangen wäre“, sagte Mattissen. Bürgermeister Thomas Görtz lud die Künstler direkt zur offiziellen Eröffnung des Kurparks ein. Er stelle sich ein Fest von Bürgern für Bürger vor, mit Künstlern, Musikern und Vereinen. Fenster seien das Tor zur Welt: Man könne hinaus- und hineinschauen, und es biete gleichwohl Schutz. Gerd Mattissen wurde philosophisch: Vielfältig seien die Dinge, die man beim Blick durch seine eigenen Fenster täglich sehe, zum Teil sehen müsse. „Fernsehen und Computer haben sich als Superfenster etabliert – und wir müssen lernen, damit umzugehen, damit der Schaden nicht größer ist als der Gewinn.“

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Für den Kurpark sind die Installationen der Künstler durchaus ein Gewinn. An einer Stelle auf dem Rasen ein Globus auf einem bunten Lampenschirm mit Fransen. Beides steckt auf einer Stahlstange in einer oben offenen Holzkiste, die Melanie Wormland-Weinhold mit buntem Pergamentpapier beklebt hat. Udo Sieberer hat aus hohen Vierkanthölzern ein Gerüst gebaut, das ein wenig an einen Galgen erinnert – an einer Seite hängt heller Nesselstoff, in Streifen geschnitten. Ulrike Großholtfurth hat einen alten Perserteppich kreisrund ausgeschnitten, auf einer Seite bemalt, an einigen Stellen beschriftet. Inge A. Franz baute aus Vierkanthölzern ein 2,50 Meter hohes Gerüst und hängte zwischen zwei Balken einen auf Plexiglas gemalten Frauenkopf. Irene Welbers hat ein Auge aus Ton auf einer Holzstütze platziert; Martina Gabriel lässt zwei Äste sich wie Säbel kreuzen, am unteren Ende in Betonklötze gesteckt, an einigen Stellen mit Wolle umwickelt und dadurch miteinander verwoben.

Rolf Neuköther-von Malottki hat einen Haartrockner in seine Skulptur eingearbeitet, Renate Migas in einem Keramik-Torso ein Fenster in Brusthöhe, Rolf-G. Franz in einem kaputten Fenster ohne Scheiben ein Foto, das er von einem Spinnennetz gemacht hat. Gerd Mattissen, der eigentlich nur Stahl für seine Skulpturen verarbeitet, hat sich diesmal im Baumarkt inspirieren lassen: „Mein Blick blieb an Muffen hängen, und da wusste ich: Da macht du was draus.“

Die Arbeiten des offenen Künstlertreffs sind noch bis zum 8.­ August im Ostwall-Kurpark zu sehen.

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