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Xanten: Auf Sonsbecker Straße wäre ein Überholverbot hilfreich

Kommentar zur Sicherheit von Fahrradfahrern : Auf Sonsbecker Straße wäre ein Überholverbot hilfreich

Fahrradfahrer teilen sich mit Autos und Lastwagen die Sonsbecker Straße in Xanten, aber sicher fühlen sie sich nicht dabei. Oft wird der Mindestabstand von Autofahrern beim Überholen nicht eingehalten. Deshalb wäre ein Überholverbot sinnvoll.

Die Xantener Politik beschäftigt sich wieder einmal mit der Sonsbecker Straße. In der vergangenen Woche diskutierte der Hauptausschuss darüber, am Dienstag folgt der Stadtrat. Es geht um die Frage, wie sich Radfahrer auf der Strecke sicherer fühlen können.

Das Problem existiert seit Jahren. Zwischen 2012 und 2014 wurde die Sonsbecker Straße umgebaut. Damals wurden die Radfahrer auf die Fahrbahn geholt. Seitdem teilen sie sich die 3,75 Meter breite Asphaltdecke mit Lastwagen und Autos. Zwar wurde eine gestrichelte Linie gezogen und ein 1,50 Meter breiter Schutzstreifen markiert. Trotzdem fühlen sich viele Radfahrer dort nicht sicher.

Durch die Novelle der Straßenverkehrsordnung im April ist das nicht besser geworden, obwohl Auto- und Lastwagenfahrer seitdem innerorts einen Seitenabstand von mindestens 1,50 Metern einhalten müssen, wenn sie einen Radfahrer überholen – reicht der Platz nicht aus, müssen sie hinter ihm bleiben. So ist es auf der Sonsbecker Straße, weil die Fahrbahn durch einen Mittelstreifen begrenzt ist. Trotzdem werden Radfahrer überholt, und dabei rauschen die Autos viel zu knapp an ihnen vorbei.

Das Grundproblem ist: Die Sonsbecker Straße ist eine Hauptverkehrsachse, entsprechend viele Auto- und Lastwagenfahrer sind auf ihr unterwegs und wollen zügig vorankommen. Das können sie aber nur, solange kein Radfahrer vor ihnen ist – wenn sie dagegen hinter ihm bleiben, rollen sie mit 15 bis 20 Stundenkilometern hinter ihm her. Das erfordert Geduld. Auch dem Radfahrer dürfte nicht gerade wohl dabei sein, wenn sich hinter ihm eine Autoschlange bildet. Den Mittelstreifen um 20 bis 30 Zentimeter zu reduzieren, wie es ein Bürger vorschlägt, würde nichts bringen – den Bäumen würde Lebensraum genommen, und die Straße bliebe immer noch zu schmal, um mit ausreichendem Abstand zu überholen.

Nun will die Verwaltung mit der Polizei prüfen, ob ein neues Verkehrsschild auf der Sonsbecker Straße sinnvoll ist: das Verbot des Überholens von Radfahrern durch Autos oder Lastwagen. Natürlich würde es nur verdeutlichen, was durch Straßenbreite und Mindestabstand schon gilt – aber eben weil diese Regel oft missachtet wird und weil sie vielleicht noch gar nicht bekannt genug ist, wäre das Schild für die Verkehrserziehung hilfreich. Aus demselben Grund werden an Straßen elektronische Displays aufgebaut, damit Autofahrer sehen, wenn sie zu schnell fahren – und bei vielen hilft es.

Markus Werning

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