Xanten: Anna und Maria, Isis und Brigitta im Museum

Xanten : Mütter fürs Museum

Morgen ist Muttertag. Passend dazu gibt es am Sonntag, 13. Mai, 14.30 Uhr, eine Themenführung im Xantener Stiftsmuseum. "Berühmte Mütter" ist diese überschrieben. Der Eintritt ist frei. Wir stellen vier davon vor.

Anna und Maria

Wer ist das? Anna gilt als Mutter von Maria; Jesus war demnach ihr Enkel. Wissenswertes zum Kunstwerk Das Ensemble hat den Beinamen "Selbdritt". Er weißt darauf hin, dass es sich ursprünglich um eine Dreiergruppe gehandelt hat. Aber die Darstellung von Jesus wurde irgendwann entfernt oder ging anderweitig verloren. Wann und warum Jesus heute nicht mehr dort dargestellt ist, ist nicht nachvollziehbar. Die Geschichte zur Person Von Anna selbst ist wenig überliefert. Lange Zeit blieb sie in der Ehe mit Joachim kinderlos, dann kam Maria zur Welt, die als Dreijährige den Priestern anvertraut wurde. Später im vorgerückten Alter hatte Anna drei weitere Töchter. Gemeinsam bilden die etwa zur gleichen Zeit lebenden Verwandten Jesu die Heilige Sippe, die auch in einem Altar im Xantener Dom dargestellt ist.

Brigitta

Wer ist das? Ordensgründerin Birgitta von Schweden.Wissenswertes zum Kunstwerk Die fünf roten Punkte der Birgittenhaube stehen für die fünf Wunden Christi (kolorierter Kupferstich 1630/1640).Die Geschichte zur Person Schon als junges Mädchen hatte sie Visionen und wollte Nonne werden. Doch sie heiratete zunächst und bekam acht Kinder. Nachdem ihr Mann auf dem Jakobsweg gestorben war, gründete Birgitta einen eigenen Orden, der nach strengen Regeln für Abgeschiedenheit, Chorgebet, Selbstversorgung und Seelsorge lebte. Sie war für damalige Verhältnisse eine sehr moderne Frau, hoch gebildet und sehr angesehen. Mit den Großen ihrer Zeit stand sie in Briefwechseln und beriet unter anderem zwei Päpste. Im 100-jährigen Krieg zwischen England und Frankreich versuchte sie, Frieden zu vermitteln. Ihren Einfluss und ihre Arbeit würdigte der Papst, indem er Birgitta 1391 – nur 20 Jahre nach ihrem Tod – heiligsprach. In Marienbaum entstand im 15. Jahrhundert ein Birgitten-Doppelkloster für Mönche und Nonnen. Aus ihm stammt rund ein Drittel des alten Buchbestandes im Stiftsmuseum.

Isis

Wer ist das? Isis, eine altägyptische Gottheit.Wissenswertes zum Kunstwerk Die Gestalt ist nur etwa fünf Zentimeter groß und aus Fayence (Keramik). Entstanden ist sie deutlich nach der ägyptischen Blütezeit etwa 100 bis 200 nach Christus.Die Geschichte zur Person Isis wurde nicht nur während der ägyptischen Hochkultur als mächtige Göttin für Geburt, Mutterschaft und als Schutz der Frauen verehrt, sondern später auch von Griechen und Römern. In der Unterwelt sollte sie zudem für die Verstorbenen ein gutes Wort einlegen. „Sie ähnelt in vielem Maria“, sagt Museumsführerin Susanne Rensing, „wie sie zum Beispiel ihren Sohn liebevoll im Arm hält.“ Darum findet man die sitzende Figur in der christlichen Darstellung der Maria immer wieder.

(RP)
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