Xanten: Andre Overfeld ist der Baustellenmanager der DBX

Xanten : Der Mann für die Lizenz zum Buddeln

Andre Overfeld ist seit Mai Baustellenmanager beim DBX. Er kontrolliert vor Ort, ob alles korrekt abläuft. Ohne seine Abnahme geht nichts.

Schludriges Arbeiten ist nicht mehr, seitdem Andre Overfeld ständig ein kritisches Auge auf die zahlreichen Kleinbaustellen entlang der Straßen und Bürgersteige hat. Im Mai hat er beim Dienstleistungsbetrieb Xanten (DBX) seine neu geschaffene Stelle als Straßenbaumanager angetreten. Zu häufig erreichten Klagen von Bürgern das Rathaus, die sich über schlechte Ausführungen von Tiefbaumaßnahmen vor allem beim Verlegen der Glasfaserkabel beschwerten.

Die Qualität hat sich inzwischen deutlich gebessert. Die Unternehmen wissen, dass sie bei schlechter Arbeit noch einmal alles aufreißen müssen. Gegebenenfalls auch ein weiteres Mal, bis Andre Overfeld zufrieden ist. „Wir sind da sehr streng.“ Damit nicht genug. Er will vor Ablauf der zweijährigen Gewährleistungsfrist nochmals die Bauhistorie betrachten und sich die frühere Baustelle aus nächster Nähe ansehen, ob inzwischen nicht doch noch ein Mangel aufgetreten ist.

In diesen Monaten werden wegen der neuen Glasfaserkabel ständig irgendwo im Stadtgebiet Gruben ausgehoben, um von dort aus das Kabel unterirdisch einige Meter durch das Erdreich bis zum nächsten Loch zu schießen. „Straßen, Wege und öffentliche Plätze sind unser Tafelsilber“, erläutert dazu DBX-Chef Harald Rodiek. Und Tafelsilber will gepflegt werden. „Es steht mit hohen Werten in der Bilanz. Diesen Wert gilt es zu erhalten.“ Doch das war bis Mai wegen des nicht ausreichenden Straßenaufbruchsmanagements nur bedingt möglich. Versorger beantragten zwar beim Ordnungsamt die Erlaubnis, Rohre oder Kabel verlegen zu dürfen. Doch die Kontrolle der Tiefbauarbeiten gehörte nicht zu ihren Aufgaben. Rodiek: „Es fehlte an der Überwachung der Bauausführung.“ Andre Overfeld füllt nun diese Vakanz.

Als Bautechniker mit Schwerpunkt Tiefbau ist er vom Fach. Die hiesigen Straßen kennt der Xantener durch seine vorherige Tätigkeit bei Straßen.NRW in Wesel. „Unternehmen sparen bei der eigenen Bauüberwachung“, sagt Rodiek, die Qualität der Arbeit sei nicht immer gegeben. Telekom, Deutsche Glasfaser und Co. lassen diese Arbeiten nicht selbst vornehmen, sondern vergeben die Aufträge vielfach an externe Firmen, die einen Subunternehmer suchen, der wiederum selbst andere mit der Aufgabe betraut. Am Ende stehen vielfach Kleinunternehmer aus Osteuropa, die ohne Bauleiter vor Ort ausschachten, Kabel legen, verfüllen und pflastern oder asphaltieren.

Die Mischung aus Innen- und Außendienst reize ihn besonders, sagt der 40-Jährige, die abwechslungsreiche Arbeit: „Keine Baustelle gleicht der anderen. Ich habe täglich neue Herausforderungen.“ Beim Ortstermin beginnt sein Arbeitstag am Kreisel Bürgerrmeister-Schleß-Platz an der Baustelle der Firma Triopt. Bauleiter Robert Glosowitz nutzt im Auftrag der Deutschen Glasfaser die Ferienzeit für die Verlegung der Glasfaserkabel für die Schulen.

Andre Overfeld ist angetan: „Der Erdaushub wird getrennt zwischengelagert. So soll es sein“, sagt er anerkennend zum Bauleiter. Den Sand hat der kleine Bagger auf der einen Seite deponiert, den groben Erdboden, mit Kies durchsetzt, gegenüber. Später wird alles in der richtigen Reihenfolge wieder in den kleinen Graben geschaufelt.

Das neue Straßenbaumanagement habe einen erzieherischen Effekt, betont Rodiek. „Das spricht sich herum.“ Für Stichproben kommt sein Mitarbeiter unangemeldet, um nach dem Rechten zu schauen. Er kann Bohrkerne ziehen lassen, kontrolliert mit eigenen Geräten, ob der Erdboden richtig verdichtet wurde und kann auch prüfen, ob der neue Asphalt beim Auftragen die richtige Temperatur hat. Gegebenenfalls wird die Marge zurückgeschickt.

Zu diesen Kontrollen gehören auch die wöchentlichen Sitzungen der städtischen Task Force mit Vertretern der Deutschen Glasfaser, die derzeit viele Ortschaften ans schnelle Internet anschließt. Dort werden auch Probleme mit der Baustellenqualität angesprochen. „Es hat sich bewährt“, freut sich Rodiek. Die Kontrolle führte wie in Beek und Lüttingen sogar dazu, dass der Versorger selbst Sub-Unternehmer ausgewechselt hat, weil die Bauausführung bemängelt wurde. „Wir werden keine weiteren Aufbrüche genehmigen, wenn die anderen nicht ordnungsgemäß verschlossen sind“, betont Overfeld.