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Xangen: Jugendliche gründen Partei - die Sozial-Konservative Umweltpartei SKU

Sozial-Konservative Umweltpartei SKU : Jugendliche aus Xanten gründen eigene Partei

Bei den etablierten Parteien fanden sie keinen Platz für sich, also gründeten Felix Klostermann und Elias Lolito eine eigene Partei. Mit der Sozial-Konservativen Umweltpartei (SKU) wollen sie bereits zur Europawahl antreten. Dafür müssen sie 2000 Unterstützerunterschriften vorlegen.

Von null Interesse der Jugend an politischen Themen ist bei Felix Klostermann und Elias Lorito wahrlich nichts zu spüren. Im Gegenteil, die beiden Stiftsgymnasiasten, 14 und 15 Jahre alt, gehören zu den drei Gründungsmitgliedern einer neuen Partei, die schon bei der Europawahl Ende Mai antreten will. Die SKU – Sozial-Konservative Umweltpartei – steht in ihren Grundzügen. Eine Satzung ist beim Bundeswahlleiter eingereicht, das Programm ist im Wesentlichen formuliert, die Mitgliederdatei wuchs auf 25 an und umfasst somit mehr Namen als der Ortsverband der Xantener Grünen.

Vor zwei Jahren wollten sich die beiden Schüler politisch engagieren, fanden aber in keiner Partei eine Heimat. Zum einen stimmten die Inhalte nicht mit ihren Überzeugungen überein, zum anderen – und das war für sie der Hauptgrund – „waren wir mit 13 Jahren noch zu jung, um dort mitbestimmen zu können“, sagt Bundesvorsitzender Elias Lorito. So entwickelten sie die Idee, eine eigene Partei zu gründen. „Wir haben ein bisschen im Grundgesetz geschnuppert und uns einige Woche mit dem Thema auseinandergesetzt.“ Im April 2017 gründeten sie zu dritt die SKU. Am nächsten Tag waren sie schon zu siebt.

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„Wir sind die Partei mit dem jüngsten Vorstand Deutschlands, vielleicht sogar Europas“, sagen die Gymnasiasten. Der Führung gehören neben Elias und Bundesschatzmeister Felix noch Sigur Stück und Generalsekretär Hendrik Oenings an. Die Mitglieder sind zumeist Jugendliche. Aber aus dem Kreis der Familie sind auch schon Erwachsene der Partei beigetreten. Das ist wichtig, denn für die Europawahl muss jede Partei eine Landesliste aufstellen. Auf der dürfen aber nur Männer und Frauen ab 18 Jahren kandidieren. „Wir hatten uns das alles etwas einfacher vorgestellt und merkten schnell, dass es ein langer und schwerer Weg war“, gesteht Felix heute.

Die kommenden Wochen werden für die Mitglieder hart, wenn sie ihr erstes Ziel erreichen und bei der Europawahl antreten wollen. Für die Zulassung benötigen sie 2000 Unterstützungsunterschriften von wahlberechtigten Erwachsenen ab 18 Jahren. Dafür haben sie bis zum 4. März Zeit, dann müssen die Listen dem Bundeswahlleiter vorliegen. „Wir werden Klinken putzen und auch auf dem Markt stehen“, kündigt Elias an.

Bislang ist der Wirkungskreis der SKU auf Xanten und die benachbarten Kommunen begrenzt. Aber für diesen April ist ein Bundesparteitag geplant. „Es soll schon etwas Größeres sein. Wir rechnen mit etwa 50 Teilnehmern“, sagt Felix. Allerdings steht der Ort noch nicht fest, die Jugendlichen suchen derzeit einen geeigneten Raum.

Die Latte, einen eigenen Vertreter nach Straßburg entsenden zu können, ist äußerst hoch. Bei der Europawahl 2014 hatte zum Beispiel die Satirepartei „Die Partei“ mit 184.709 Stimmen einen Sitz im Europäischen Parlament errungen. Am Ende entscheidet die Wahlbeteiligung über die erforderliche Stimmenzahl. Aber der Vorstand hat schon weitere Ziele im Blick. Die SKU will auch an Bundes-, Landtags- und Kommunalwahlen teilnehmen.

www.sku-partei.de