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Wohnen in Xanten: FBI fordert eine städtische Wohnungsbaugesellschaft

Bezahlbarer Wohnraum : FBI fordert für Xanten eine städtische Wohnungsbaugesellschaft

In der Stadt Xanten fehlen günstige Wohnungen. Die Freie Bürgerinitiative (FBI) will deshalb den Rat darüber abstimmen lassen, ob Xanten eine eigene Baugesellschaft gründet, um selbst bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Die Freie Bürgerinitiative (FBI) fordert eine eigene Wohnungsbaugesellschaft für Xanten. Mit diesem Vorschlag wolle die Wählergemeinschaft „den steigenden Preisen für Wohnraum etwas entgegensetzen“, sagte der FBI-Fraktionsvorsitzende Peter Hilbig. „Es geht uns darum, dass die Xantener nicht gezwungen sind, für bezahlbaren Wohnraum den Ort zu verlassen.“ Die FBI hat einen entsprechenden Antrag eingereicht, damit der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung darüber berät.

Die Freie Bürgerinitiative begründet ihre Forderung mit dem Handlungskonzept Wohnen, das 2017 und 2018 erstellt worden war. Ein Ergebnis der Untersuchung war, dass „Xanten nicht nur insgesamt mehr Wohnungen benötigt, sondern insbesondere mehr Wohnungen für untere und mittlere Einkommensgruppen insbesondere in Kombination mit Barrierefreiheit“. Die bisherigen Anstrengungen, in Xanten mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, reichten nicht aus, kritisiert die FBI. Die Beteiligung der Stadt an der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Grafschaft Moers „kann alleine dieses Problem nicht beheben“, und private Immobilieninvestoren interessierten sich mehr für „Eigentums- und hochpreisige Wohnlandschaften“.

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Deshalb sei es „geboten“, dass Xanten eine städtische Wohnungsbaugesellschaft gründe, um selbst mehr bezahlbaren Wohnraum zu bauen, schreibt die FBI in ihrem Antrag. „Eine eigene Wohnungsbaugesellschaft kann gezielt den bezahlbaren Mietwohnraum für Xanten mit kleinen und großen Einheiten für Singles und Familien, für Alt und Jung schaffen.“ Durch eine eigenwirtschaftliche Ausrichtung könne die Gesellschaft sich selbst finanzieren. Für den Start könnten die finanziellen Mittel eingesetzt werden, die seit Jahren dafür eingeplant seien, die Geschäftsanteile an der Grafschaft Moers aufzustocken. Zusätzlich könne die Wohnungsbaugesellschaft von der Stadt Grundstücke für den Bau von Wohnhäusern bekommen. Denkbar sei auch eine Bürgerbeteiligung, ähnlich einer Genossenschaft.

Xantens Rat hatte 2018 beschlossen, dass die Stadt ihren Anteil an der Grafschaft Moers von aktuell 2,74 Prozent auf etwa elf Prozent aufstockt. Dafür sind im Haushalt 750.000 Euro eingeplant. Die Stadt müsste dafür dem größten Anteilseigner der Grafschaft Moers, dem Kreis Wesel, Anteile abkaufen. Der Kreistag hat sich erst vor wenigen Wochen in nichtöffentlicher Sitzung damit beschäftigt. Öffentlich hat sich der Kreis Wesel dazu aber noch nicht geäußert, ob er rund acht Prozent an der Grafschaft Moers an Xanten verkauft. Er hält 87,42 Prozent und wird wahrscheinlich von Duisburg weitere 7,1 Prozent übernehmen können. Die restlichen 2,74 Prozent gehören der Stadt Rheinberg.