1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten

Xanten: Wo Brautpaare "Ja" sagen können

Xanten : Wo Brautpaare "Ja" sagen können

Der Sonsbecker Rat hat beschlossen, dass das Standesamt künftig Außenstellen in zwei Gastronomien einrichtet. Damit liegt die Gemeinde im Trend. Die RP hat nachgefragt, wo man sich in der Region noch trauen lassen kann.

Trauungen sind auch in gastromomischen Räumen möglich. Nach einem Beschluss des Sonsbecker Rates können Standesbeamte künftig im Trauzimmer im Landgut am Hochwald und im Oberstübchen im Waldrestaurant Höfer trauen. Darin sieht der Rat einen Beitrag zur Standortsicherung der örtlichen Gastronomie. Während in Nachbargemeinden hierfür längst gastronomische Betriebe zur Verfügung stehen, konnten Paare in Sonsbeck bislang nur im Rathaus und im Erdgeschoss der Gommanschen Mühle getraut werden. Die Organisationshoheit, das machte die Gemeindeverwaltung deutlich, "vor und während der Trauungen obliegt dem Standesbeamten". Die Nutzung der Räume ist nicht an eine Hochzeitsfeier in den Restaurants gebunden. In einem solchen Fall kann der Gastronom ein Nutzungsentgelt von 75 Euro erheben, wie dies bereits bei einer Trauung in der Gommanschen Mühle der Fall ist.

Grundsätzlich können die Brautleute selbst entscheiden, in welcher Kommune sie sich standesamtlich trauen lassen, erklärt Sandra Feldmann vom Standesamt in Alpen. Selbst wenn man nicht in der Gemeinde gemeldet ist, kann man hier heiraten. Sandra Feldmann und ihre Kollegin bereiten immer eine persönliche Ansprache vor. "Heiraten ist etwas besonderes, auch wenn manche mehrmals heiraten", sagt Feldmann. "Wir möchten hier keine Massenabfertigung im Standesamt. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal." Neben der Trauung im Alpener Rathaus bietet das Standesamt außerdem Außentrauungen im Landhaus Gietmann in Veen an. Das Landhaus hat auch ein Trauzimmer. Brautpaare müssen 120 Euro bezahlen, wenn sie sich im Landhaus trauen lassen möchten — egal ob drinnen oder draußen. Es ist ihnen aber wie in den Sonsbecker Gastronomien freigestellt, ob sie dort auch feiern möchten.

Überall in der Region steigt die Nachfrage nach solchen besonderen Trauungen. Gerade Brautpaare, die nicht kirchlich heiraten, möchten sich trotzdem in einem feierlichen Rahmen trauen lassen. Das nennt die Alpener Standesbeamtin als Grund für den Trend.

Wer sichergehen möchte, dass er seinen Wunschtermin für die standesamtliche Heirat bekommt, sollte sich schon jetzt für das kommende Jahr anmelden. Termine am Freitagnachmittag oder Samstag sind oft schon ein Jahr im Voraus ausgebucht. Auch in Xanten können sich zukünftige Ehepaare ab Mitte September für Termine im kommenden Jahr anmelden, teilt das dortige Standesamt mit. Begehrt sind vor allem die Trauungen auf der Wasserburg Winnenthal. Dort haben im Gewölbekeller die Brautleute und bis zu 50 Gäste Platz. 125 Euro kostet die Raummiete. Standesamtliche Trauungen sind jeweils am ersten Samstag im Monat und an jedem zweiten und vierten Freitag im Monat möglich.

Beliebt ist auch der Gartenpavillon des "Haus Thomas" im Xantener Domkapitel. Buchstäblich in den Hafen der Ehe einlaufen kann man mit einer standesamtlichen Trauung auf einem Rheinschiff. Die Personenschifffahrtsgesellschaft in Rees bietet Trauungen auf dem Boot an. 180 Euro müssen Paare an die Schifffahrtsgesellschaft zahlen, wenn sie an Bord getraut werden möchten. Das Schiff legt dabei nicht ab, sonst würde es das Stadtgebiet verlassen. Der Preis für eine Feier an Bord hängt von der Art der Feier ab, teilte die Gesellschaft mit.

In Rheinberg haben die Brautpaare die Wahl zwischen einem modernen oder einem historischen Ambiente für ihre Trauung. Hier können sie entweder im Trauzimmer, das ganz aus Glas besteht, heiraten oder im historischen Ratssaal im alten Rathaus, den man extra für Eheschließungen buchen kann.

(RP)