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Unsere Woche: Wie Bürgerbeteiligung gelingen kann

Unsere Woche : Wie Bürgerbeteiligung gelingen kann

Verwaltungen sollen transparent und bürgerfreundlich arbeiten. Die Bürger wollen und sollen sich einmischen, ihre Meinung sagen, Kritik äußern und Ideen beisteuern. Schließlich sind sie es, die später mit der Straße, dem Rathaus, der Sportanlage oder womit auch immer leben müssen.

In dieser Woche gab es verschiedene Bürgerbeteiligungen mit unterschiedlichen Ansätzen und unterschiedlichem Ausgang. Ein gutes Beispiel gab Rheinberg ab, wo es um die Gestaltung der Fußgängerzone und einiger Innenstadtstraßen ging. 50 Frauen und Männer hörten sich die Pläne an, diskutierten und gaben Hinweise, die nur Ortskundige geben können. Der von der Stadt beauftragte Planer wäre gut beraten, sie mit ins Kalkül zu ziehen. Spannend war auch, was es bei einer anderen öffentlichen Veranstaltung im Stadthaus zu einem möglichen Fernwärmenetz zu hören gab. Aber: Es kamen nur vier Interessierte. Falscher Zeitpunkt? Nicht genug bekannt gemacht? Schwer zu sagen. Wärmeversorgung geht jeden an, aber vielleicht ist es schwer, die Betroffenen zu locken, wenn kein akuter Handlungsdruck besteht.

Noch anders lief es in Sonsbeck beim Workshop für den neuen Aussichtsturm. Dort entlud sich bei einigen Frust. Ein Teil der etwa 50 Sonsbecker hatte offenbar nicht das erwartet, was ihm geboten wurde. So entwickelte sich der Abend um das Aussehen des künftigen Wahrzeichens zu einem zähen Ringen. Viele technische Details, die wichtig waren, aber auch verwirrten, und Diskussionsteilnehmer, die unterschiedliche Voraussetzungen mitbrachten - da waren Fakten und Meinungen schwer unter einen Hut zu bringen.

Und in Xanten beim Thema Wegenetz? Große Beteiligung und die Erkenntnis: Immer dann, wenn es den Leuten ans Portemonnaie geht, wird es kritisch und knifflig.

Bürgerbeteiligung funktioniert nur, wenn beide Seiten an einem Strang ziehen. Die Verwaltungen müssen klare, nachvollziehbare Vorgaben machen, die Bürger fungieren daraufhin als Experten, teilen ihre Wünsche und Einwände mit. Entscheiden muss dann aber immer noch die Politik. Bürgerbeteiligung heißt nicht Bürgerentscheid.

UWE.PLIEN@RHEINISCHE-POST.DE

(RP)