Weihbischof Lohmann „Ostern ist Quelle der Hoffnung für alle Ratlosen“

Xanten/Dinslaken · Weihbischof Rolf Lohmann hat in seiner Predigt zu Ostern die Corona-Pandemie und auch die Aufarbeitung des Missbrauchs in der Kirche aufgegriffen. Er ermutigte die Menschen dazu, trotz der aktuellen Schwierigkeiten und der Ratlosigkeit nicht zu resignieren.

 Weihbischof Rolf Lohmann (Archiv).

Weihbischof Rolf Lohmann (Archiv).

Foto: Pohl/Achim Pohl

In seiner Predigt erinnerte Weihbischof Rolf Lohmann zunächst an die Frauen und Männer, die Jesus bis zu seinem Tod begleiteten und die nach der Auferstehung zunächst ratlos waren, wie sie die Ereignisse zu deuten hatten. „Wenn wir hören, wer da alles ratlos war, sind wir mit unserer Ratlosigkeit in guter Gesellschaft“, sagte der Regionalbischof für den Niederrhein und Recklinghausen. Während der Pandemie habe sich die Ratlosigkeit überall breit gemacht, bei Fachleuten und Politikern, bei Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben oder unter einer Krankheit leiden und auch in der Kirche: „Die Aufarbeitung des Missbrauchs in der Kirche sollte uns anspornen, für nötige Reformen beim synodalen Weg zu gehen. Dabei werden wir aber ständig ausgebremst, auch aus Rom“, sagte Lohmann. Ostern aber ermutige die Menschen zu einer neuen Dynamik, einem anderen Blick und zu mutiger Entschlossenheit.

Der Weihbischof warb dafür, die eigene Ratlosigkeit einzugestehen: „Das macht mich offen für unerwartete, nicht machbare Lösungen. Menschen begegnen mir, die meine Ratlosigkeit wahrnehmen, andere Möglichkeiten haben als ich, die mir weiterhelfen. Mancher sucht erst eine Beratungsstelle auf, wenn er selbst ,mit seinem Latein am Ende ist‘. Ratlosigkeit schafft Rat.“ Schon an biblischen Beispielen wie Petrus, Johannes, den Emmausjüngern und Maria von Magdala werde deutlich: „Das ist die Tür, durch die der Auferstandene eintreten kann.“ Ratlosigkeit einzugestehen, heiße gleichzeitig, die Tore aufzumachen für den Gott des Lebens, dem der Tod das Tor zum Leben ist, erklärte Lohmann.

Das Osterfest erschließe sich ratlosen Menschen, die angesichts ihrer Ratlosigkeit nicht resignieren, sondern sich öffnen für die Möglichkeiten Anderer und nicht zuletzt für die Möglichkeiten Gottes. „Gott lässt seinen Sohn nicht im Grab. Gott lässt seinen Sohn nicht im Tod. Der Gott des Lebens ist stärker als der Tod. Das ist die Quelle der Hoffnung für alle Ratlosen, die um ihre eigene Begrenztheit wissen, die sich ihre Ratlosigkeit eingestehen.“ Das Osterfest führe zum Leben, schaffe Rat und eröffne den Menschen, gerade angesichts von Ratlosigkeit, neue Perspektiven.

Wie das Bistum Münster am Sonntag mitteilte, feierte Lohmann die Osternacht in der Pfarrei St. Vincentius in Dinslaken und den Ostersonntag im Xantener St.-Viktor-Dom.

(wer)
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