Xanten: Waldkindergarten fängt erst 2019 an

Xanten: Waldkindergarten fängt erst 2019 an

Dem Team um Carlo Ridder fehlt immer noch die Betriebserlaubnis, daher wird es nichts mit einem Start vor dem kommenden Frühjahr. Dennoch konnten dank der Kolpingsfamilie bereits jetzt erste Utensilien angeschafft werden.

Katja Larisch bringt es auf den Punkt: "Man braucht einen langen Atem und ein gutes Team." Beides haben Hellen Ahls, Katja Larisch und Carlo Ridder, die mit weiteren Eltern in Xanten den ersten Waldkindergarten an den Start bringen wollen. Nein, keinen herkömmlichen Kindergarten im Wald: Ihnen reichen ein paar Hektar in einem Wald, wo Kinder sich den ganzen Tag draußen vergnügen können - bei Wind und Wetter, Regen, Schnee, Minusgraden. Und ein Platz für den Bauwagen, in dem sie sich zwischendurch aufwärmen können, in dem auch das Mittagessen eingenommen wird.

Das geeignete Stückchen Wald haben die Initiatoren schon gefunden und mit dem Eigentümer vorbereitet. Es liegt in Birten, "im Dreiländereck zwischen Alpen, Sonsbeck und Xanten," so Ridder, gelernter Erzieher mit Montessori-Diplom (und vermutlich Leiter des Waldkindergartens). Und Vater der kleinen Carlotta, die "Schuld" ist, dass ihr Vater mit anderen Eltern den ersten Waldkindergarten im Kreis Wesel installieren möchte. Denn noch vor ihrer Geburt vor zweieinhalb Jahren nahm bei Carlo Ridder die Idee Formen an, für seine Tochter und andere Kinder einen etwas anderen Hort aufzubauen.

Eigentlich wollte Ridder am bereits zum nächsten Kindergartenjahr, also am 1. August starten. "Das Datum können wir aber mit Sicherheit nicht halten, es wird wohl Frühjahr 2019 werden", musste er gestern bei einem Ortstermin an der Birtener Kirche einräumen, zu dem das Waldkindergarten-Team mit Ulla Stelter, Christoph Laugs und dem SPD-Landtagsabgeordneten René Schneider auch drei Vertreter der Kolpingsfamilie eingeladen hatten. Der Grund: Kolping hatte ihnen 500 Euro gespendet, davon haben sie einen Bollerwagen, eine Picknick-Decke und eine Zeltplane, die auch als Sonnenschutz dienen soll, gekauft. "Man braucht gerade in der Gründungsphase viel Unterstützung", so René Schneider. "Back to the roots, zurück zum Ursprung, Wahrung der Schöpfung: Dafür hat sich Adolf Kolping stets eingesetzt", begründet Christoph Laugs das Engagement der Kolpings-Familie, den Initiatoren des Waldkindergartens zu helfen.

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Die stoßen übrigens überall auf offene Ohren, wenn sie von ihrem Projekt erzählen. Das funktioniert bundesweit schon seit mehr als 30 Jahren in gut 1500 Waldkindergärten hervorragend, ist im Kreis Wesel allerdings noch einzigartig. "Wir machen nichts Radikales, erfinden nichts Neues. Und wir haben auch Stifte und Scheren", bringt es Carlo Ridder auf den Punkt. Und dass ein Waldkindergarten mehr Personal benötigt, hat einen guten und vor allem gesunden Grund: Die Kinder sind den ganzen Tag draußen, spielen auf einer Waldfläche, die nicht eingezäunt ist.

Finanziell ist übrigens alles längst in trockenen Tüchern. Von den 207.655 Euro, die in den Waldkindergarten investiert werden, trägt der Kreis 90 Prozent, zehn Prozent (und damit 20.765 Euro) übernimmt die Stadt Xanten. Für den zehn mal drei Meter großen Bauwagen, der angefertigt wird, hat das Kreisjugendamt Fördermittel in Aussicht gestellt. Und auch die laufenden Betriebskosten, zu denen auch die Gehälter fürs Personal gehören, sind gedeckt: 96 Prozent übernimmt das Kreisjugendamt, vier Prozent die Stadt Xanten. So wie bei den anderen Initiativ-Kindergärten wie Waldblick in Marienbaum und Pustekuchen in Xanten auch.

Jetzt fehlt nur noch die Betriebserlaubnis. Einmal die vom Landesjugendamt, die ihre Zustimmung davon abhängig, macht, dass die Träger auch einen Bauwagen auf dem Waldstück platzieren (oder eine andere Schutzunterkunft). Und die der Stadt Xanten, die verschiedene Fachämter mit einbeziehen muss: Forstamt, Untere Naturschutzbehörde, Bauamt, Ordnungsamt, Kampfmittelräumdienst bei der Bezirksregierung in Düsseldorf, sowie den Brandschutz.

(jas)