Xanten: Vynener Hausboote sind Verkaufs-Hits

Xanten : Vynener Hausboote sind Verkaufs-Hits

Alle zehn Liegeplätze hat die Floating Houses GmbH Berlin bereits vermarktet – und das, obwohl die Planung in Xanten noch läuft. Eine Reihe von Bürgeranträgen sorgte gestern im Planungsausschuss für Diskussionen.

Alle zehn Liegeplätze hat die Floating Houses GmbH Berlin bereits vermarktet — und das, obwohl die Planung in Xanten noch läuft. Eine Reihe von Bürgeranträgen sorgte gestern im Planungsausschuss für Diskussionen.

Während in Xanten noch über den Bebauungsplan für die "Schwimmenden Ferienhäuser" diskutiert wird, macht die FHG Floating House GmbH Berlin Nägel mit Köpfen: Sie hat bereits alle zehn für Vynen vorgesehenen Liegeplätze vermarktet. Für acht Hausboote (Kostenpunkt: 182 000 bis 212 000 Euro plus Mehrwertsteuer) gibt es bereits Verträge mit Käufern, für zwei weitere mündliche Zusagen. "Das sind echte Verkaufsschlager", freute sich FHG-Geschäftsführer Ulf Sybel gestern. "Nun darf nichts mehr schiefgehen."

Falls doch etwas schiefgeht und der Bebauungsplan wider Erwarten scheitert, hat die FHG ihren Käufern ein Hintertürchen eingeräumt: "Es gibt eine Ausstiegsklausel." Dann würden die Hausboote eben an anderen Standorten vor Anker gehen. Die Boote, für die unweit vom Hafen Vynen im nächsten Jahr eine Steganlage gebaut werden soll, sind bereits im Bau. Die FHG gehe dabei finanziell in Vorleistung. "Sonst kommen wir mit dem Zeitplan nicht zurecht." Mitte 2014 sollen die ersten Urlauber in die Hausboote einziehen. Die Buchungsnachfrage sei groß, sagte Sybel.

Vor allem Privatinvestoren aus Xanten und Umgebung hätten die Hausboote erworben, berichtete der FHG-Geschäftsführer, ein Käufer wohne in Münster. Die Präsentation eines Musterboots im Hafen Xanten sei enorm erfolgreich gewesen. "Wir hatten dort rund 10 000 Besucher." Einer der ersten habe sich das Musterboot bereits beim "Pre-Opening" (Voreröffnung) im Juli gesichert. "Schon nach zwei Stunden hatten wir die Kaufzusage." Als Gegenleistung dafür, dass sein Hausboot als Musterboot besichtigt werden konnte, erhalte der schnellentschlossene Kunde einen attraktiven Liegeplatz am Ende des Stegs.

Nach wie vor gibt es allerdings Vynener, die das Projekt mit Argwohn betrachten, namentlich Nachbarn der Steganlage, die vom Alt-Vynschen Weg erreichbar sein soll. So befasste sich der Ausschuss für Umwelt und Planung gestern Abend mit Anträgen von Anwohnern, die unter anderem fordern, dass der Hausboot-Steg 200 bis 300 Meter weiter südlich errichtet wird, mit einem eigenen Zuweg von der Kreisstraße (Bankscher Weg).

Und: Die Zahl der Boote solle verbindlich auf zehn beschränkt werden. Eine weitere Hausboot-Inflation wird befürchtet, war doch ursprünglich von lediglich fünf oder sechs "Floating Houses" in Vynen die Rede gewesen. Der Bezirksausschuss hatte sich im September einstimmig für eine Planung ausgesprochen, die die von den Anwohnern vorgebrachten Punkte berücksichtigt.

Der Planungsausschuss votierte gestern mehrheitlich dafür, die Bürgeranträge erst im weiteren Verlauf des Verfahrens zu behandeln. Bürgermeister Christian Strunk deutete bereits an, dass die Anlage einer Zufahrt von der Kreisstraße aus vermutlich planerisch schwierig wäre. Zudem zöge die Verlegung des Stegs nach Süden Mehrkosten nach sich, die wohl das Aus für das Projekt bedeuten würden.

(RP)
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